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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 01.06.2026 um 10.30 UTC



Meist unbeständig und mäßig warm. Vor allem am Donnerstag markante Gewitter
wahrscheinlich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 08.06.2026


Zu Beginn der Mittelfrist am Donnerstag liegt Deutschland an der Vorderseite
eines Troges bei den Britischen Inseln. Am Boden korrespondiert ein Tief mit
Kern über Schottland, dessen okkludierendes Frontensystem das Land im
Tagesverlauf von West nach Ost überquert. Vorderseitig des Frontensystems
erwärmt sich die Luft im Osten und Südosten auf 10 bis 13 Grad in 850 hPa.
Rückseitig gelangen der Westen und Nordwesten in den Einflussbereich eines vom
Ostatlantik hereinschwenkenden Troges, wobei im Westen und Südwesten der Wind in
Böen auch abseits von Gewittern Bft 7 erreichen kann.

Besonders im Bereich des Troges labilisiert sich die Luftmasse. Somit können
sich bei moderater Scherung und ausreichenden CAPE-Werten kräftige Gewitter
entwickeln, die sich organisieren können. Bogensegmente oder Superzellen sind
durchaus möglich. Die Überlappung zwischen CAPE und Scherung ist recht gut.
Sturmböen, Hagel und Starkregen sind die Begleiterscheinungen. Die
Low-Level-Shear ist ausgeprägt und das Hebungskondensationsniveau relativ
niedrig, sodass Tornados nicht ganz ausgeschlossen sind. Die größte Gefahr
besteht in einem breiten Streifen von Baden-Württemberg über Hessen und
Thüringen bis nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

In der Nacht zum Freitag ziehen Schauer und Gewitter nach Osten ab. Im Süden des
Landes schleift das Frontensystem, sodass es dort zu stärkeren Niederschlägen
kommen kann. Markante Mengen um 30 l/qm in 12 Stunden sind zwischen den Alpen
und dem Bayerischen Wald möglich.

Am Freitag liegt Deutschland weiterhin im Trogbereich. Die Okklusion ist
inzwischen nach Polen abgezogen, aber mit der Höhenkaltluft können sich vor
allem in der Mitte und im Norden Schauer und kurze Gewitter bilden. Ein Schwall
kühlerer Luft gelangt zu uns, sodass nirgendwo die 25-Grad-Marke erreicht wird.
In der Nacht zum Samstag klingen die meisten Schauer ab und von Frankreich her
weitet sich ein Hochkeil nach Deutschland aus.

Am Samstag ist der Einfluss des Troges noch vorhanden, der inzwischen über die
Nordsee gezogen ist. Bodennah liegt jedoch ein Hoch mit einem Kerndruck um 1020
hPa. Mit der Tageserwärmung sowie aufgrund der Zyklonalität und relativ kühler
Luft in der Höhe können sich Schauer und kurze Gewitter bilden, die nach
Sonnenuntergang rasch abklingen.

Auch am Sonntag herrscht Hochdruckeinfluss, in der Höhe bleibt jedoch eine
gewisse Zyklonalität erhalten, sodass sich trotz des Hochs einzelne Schauer und
Gewitter bilden können. Schwerpunkte lassen sich derzeit nicht ausmachen, am
ehesten liegen sie im Süden und Norden. Im Vergleich zum Samstag steigen die
Temperaturen wieder etwas an und lokal sind erneut 26 Grad möglich.

Die neue Woche beginnt ebenfalls leicht wechselhaft. Zwar ziehen keine
organisierten Frontensysteme durch, die Luft ist jedoch feucht und tagsüber
labil geschichtet, sodass es zu Schauern und Gewittern kommen kann. Die
Temperaturen liegen meist im sommerlichen Bereich.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Zu Beginn der Mittelfrist am Donnerstag ist die Konsistenz der verschiedenen
IFS-Läufe mäßig gut. Deutschland befindet sich im Einflussbereich eines
ausgeprägten Troges über den Britischen Inseln und liegt dabei in einer mäßig
warmen südwestlichen Strömung. Ein kurzwelliger Troganteil schwenkt am Freitag
über Deutschland hinweg.

Auch in der Folge verbleibt Deutschland unter dem Einfluss des Troges, dessen
Hauptachse allmählich ostwärts verlagert wird. Zu Beginn der kommenden Woche
nimmt die Konsistenz der Modellläufe jedoch ab. Während die älteren Läufe die
Ausbildung eines Rückens über Mitteleuropa simulierten und damit eine Rückkehr
sommerlicher Witterung signalisierten, fällt diese Entwicklung im aktuellen
00-UTC-Lauf deutlich schwächer aus. Entsprechend erscheint eine nachhaltige
Wetterberuhigung mit markanter Erwärmung derzeit weniger wahrscheinlich.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die anderen Modelle zeigen zunächst eine ähnliche Entwicklung. Am Wochenende
nehmen die Unterschiede jedoch deutlich zu. Während GFS einen flachen Keil
simuliert beziehungsweise die Strömung über Deutschland relativ glatt konturiert
ist, rechnet das ICON-Modell mit einem Sturmtief, das vom Ärmelkanal zur Nordsee
zieht und den Nordwesten Deutschlands tangiert.

Wahrscheinlich kommt es nicht zu dieser extremen Entwicklung. Dass die Witterung
jedoch überwiegend unbeständig bleibt, erscheint derzeit relativ sicher. Die
Temperaturen steigen zwar etwas an, Hinweise auf eine ausgeprägte
Hitzeentwicklung ergeben sich derzeit aber nicht.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen verschiedener Städte zeigen eine insgesamt wechselhafte
Witterung. Der Tiefpunkt wird am Freitag erreicht, sowohl bei der Temperatur als
auch beim Geopotenzial. Danach steigen die Temperaturen wieder an und erreichen
im Norden Werte von über 5 Grad, im Süden von über 10 Grad. Auch das
Geopotenzial nimmt wieder zu. Die Niederschlagssignale gehen zwar etwas zurück,
bleiben aber weiterhin vorhanden, sodass der Temperaturanstieg nicht
zwangsläufig mit dauerhaft schönem und trockenem Wetter einhergeht.

CLUSTER:
Die Clusteranalyse zeigt für den Zeitraum t+72 bis t+96 h insgesamt sechs
Cluster, wobei sich der Kontrolllauf in Cluster 1 befindet. Die großräumige
Entwicklung unterscheidet sich zwischen den Clustern jedoch nur wenig. Alle
Cluster lassen sich dem Regime "NAO positiv" zuordnen, wobei Deutschland jeweils
im Einflussbereich eines Troges liegt.

Für den Zeitraum t+120 bis t+168 h ergeben sich vier Cluster mit dem
Kontrolllauf in Cluster 1. Der Trog über dem Atlantik beziehungsweise den
Britischen Inseln bleibt dabei erhalten, während sich stromabwärts ein Rücken
beziehungsweise ein Blocking über Skandinavien und Osteuropa verstärkt.
Deutschland verbleibt zunächst weiterhin im Einflussbereich des Troges.

Im Zeitraum t+192 bis t+240 h wird nur noch ein Cluster ausgewiesen. Das
großräumige Strömungsmuster ähnelt weiterhin den vorherigen Zeitschritten, wobei
das Blocking zunehmend an Einfluss gewinnt und sich mit einem von den Britischen
Inseln ausgehenden Rücken verbindet. Gleichzeitig schwächt sich der Trog über
dem Atlantik allmählich ab. Damit deutet sich für Deutschland eine mögliche
Stabilisierung der Wetterlage an.

FAZIT:
Die wechselhafte Witterung hält bis mindestens zum Wochenende an, zudem gehen
die Temperaturen zunächst leicht zurück. Ab dem Wochenende steigen die
Temperaturen wieder an und auch die Niederschlagssignale nehmen etwas ab.
Organisierte Frontensysteme werden dann nicht mehr simuliert, Schauer und
Gewitter bleiben jedoch weiterhin möglich.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GEWITTER:
Am Donnerstag kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Lokal sind
Unwetter durch heftigen Starkregen und Hagel möglich, Tornados nicht ganz
ausgeschlossen.

An den übrigen Tagen sind ebenfalls Gewitter möglich, markante
Begleiterscheinungen bleiben jedoch eher die Ausnahme.

WIND:
Am Sonntag sind im Nordwesten Sturmböen, teils schwere Sturmböen möglich. Diese
Entwicklung ist jedoch noch sehr unsicher.

NIEDERSCHLAG:
Am Donnerstag bestehen im Südosten geringe Signale für markante
Niederschlagsmengen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta


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