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Wetter aktuell

Fulminanter Start in den Frühling


Bis vor wenigen Tagen herrschte im Nordosten noch Dauerfrost, Teile
der Ostseeküste sind immer noch eisbedeckt. Pünktlich zum
meteorologischen Frühlingsbeginn setzte sich in den letzten beiden
Februartagen eine sehr milde Luft durch - mit rekordverdächtigen
Temperaturen.


Am vergangenen Freitag (27. Februar) war der deutschlandweite
Februar-Monatsrekord zwar nicht direkt in Gefahr, in Ohlsbach in
Baden-Württemberg wurde nach vorläufigen Untersuchungen immerhin eine
Tageshöchsttemperatur von 23,0 °C erreicht. Den Monatsrekord hält die
Wetterstation in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) mit 24,5 °C vom 26.
Februar 1900. Allerdings markierte Ohlsbach zumindest einen neuen
Bundeslandrekord in Baden-Württemberg. Den hielt bisher Mühlheim mit
22,5 °C, gemessen am 29. Februar 1960.

Aber selbst im kältesten Bundesland des vergangenen Winters, in
Brandenburg, hielt der Frühling gnadenlos Einzug. In
Doberlug-Kirchhain, im Süden des Bundeslandes, wurde am Freitag zwar
kein neuer Landesrekord registriert, dennoch wurden dort 20,0 °C
gemessen. Der Monatsrekord liegt bei 20,6 °C aus dem Jahr 2021 und
wurde an der Station in Cottbus verzeichnet. Immerhin konnte mit den
gemessenen 20,0 °C ein neuer Stationsrekord in Doberlug-Kirchhain
aufgestellt werden. Der alte Februarrekord an dieser Station lag bei
19,9 °C, ebenfalls aus dem Jahr 2021.

Bundesweit wurden auch an weiteren Wetterstationen neue
Stationsrekorde im Februar registriert. Nur im Saarland und in
Schleswig-Holstein reichte es nicht für neue Rekorde. Beachtlich ist
zudem die massive Erwärmung zum Frühlingsbeginn: Noch vor einer Woche
wurden an der Station Baruth (ebenfalls Süd-Brandenburg) in den
Frühstunden noch Werte von knapp -16 °C verzeichnet. Innerhalb von
einer Woche sprang die Temperatur im Süden Brandenburgs also um mehr
als 30 Grad Celsius nach oben!

Wie geht es nun weiter mit dem Frühling?

Am heutigen Sonntag, der auf den meteorologischen Frühlingsanfang
fällt, liegen die Reste des Ausläufers von Tief "Doreena" mit Kern
über dem Bottnischen Meerbusen noch über dem Südosten Deutschlands
und sorgen dort neben dichten Wolken für etwas Regen. In der Nacht
zum Sonntag streift dann der Ausläufer von Tief "Elke", einem Tief im
Nordostatlantik, den Norden Deutschlands, bringt aber neben dichteren
Wolken nur wenige Tropfen Regen. Ansonsten herrscht unter zunehmendem
Einfluss von Hoch "Iackl" eine sogenannte "maritim erwärmte
Subpolarluft" bei uns vor, also eine Luft aus subpolaren Breiten, die
sich auf ihrem Weg über den Nordostatlantik etwas erwärmt hat. In
dieser Luft steigen die Tageshöchstwerte auf 8 bis 16 Grad an, wobei
die höchsten Werte am Oberrhein zu finden sind.

In der Nacht zum Montag bleibt es in der Nordwesthälfte aufgrund des
durchziehenden Tiefausläufers meist frostfrei, nach Südosten zu muss
gebietsweise mit leichtem Frost, aber auch mit teils dichtem Nebel
gerechnet werden.

Der Montag und Dienstag sind dann verbreitet von Hochdruckeinfluss
geprägt. Vielfach zeigt sich heiteres oder sonniges und trockenes
Wetter. Mit einer auf Süd drehenden Strömung fließt wieder mildere
Luft zu uns, sodass die Höchstwerte am Oberrhein am Dienstag mit
Sonnenunterstützung nahe 20 Grad liegen. In den Nächten besteht
jedoch aufgrund der klaren Verhältnisse in der Südosthälfte weiterhin
die Gefahr von leichtem Frost. Zudem bildet sich im Laufe der Nacht
gebietsweise Nebel aus, der sich aber im Laufe des Vormittags meist
wieder auflöst.

In der Nacht zum Mittwoch greift dann ein weiterer schwacher
Ausläufer von Tief "Elke", das in der Zwischenzeit nach Skandinavien
weitergezogen ist, auf die Nordhälfte über. Da Deutschland aber
weiterhin unter Hochdruck liegt, werden sich dabei lediglich ein paar
dichtere Wolken am Himmel zeigen, die sich im Laufe des Mittwochs
wieder auflösen. Regen wird nicht erwartet.

Bis Freitag wird der Hochdruckeinfluss weiterhin dominant sein und
somit auch das sonnige, frühlingshafte Wetter. Einzig an den Alpen
besteht am Mittwochnachmittag eine geringe Schauergefahr. Allerdings
fließt aufgrund der zunehmend auf Ost drehenden Strömung etwas
kühlere Festlandsluft von Osten her zu uns. Während es in der
Westhälfte weiterhin sehr mild ist, bleibt es in der Osthälfte
kühler.

Ab Freitag mehren sich die Anzeichen, dass von Westen her
Tiefausläufer dichtere Wolken und Regen bringen. Die Details hierzu
sind aber noch unsicher. So gibt es bei Blick auf die verschiedenen
Wettermodelle durchaus auch noch Chancen, dass sich der
Hochdruckeinfluss etwas länger hält und wir am Wochenende zumindest
anfangs noch trockenes und sonniges Wetter genießen können.

MSc.-Met. Sebastian Schappert

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.03.2026

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