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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 03.04.2026 um 10.30 UTC



Anfangs der Woche einige Tage Hochdruckeinfluss mit großen
Temperaturunterschieden zwischen Nordost und Südwest.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 10.04.2026


Zum Beginn der Mittelfrist stellt sich ein omega-ähnliches Strömungsmuster ein
mit einem langgestreckten, zunehmend schmaler werdenden Rücken, dessen Achse von
Tunesien über die Westhälfte Deutschlands bis in den Raum Spitzbergen verläuft.
Flankiert wird der Rücken von einem Trog über Osteuropa sowie einem abtropfenden
Trog über dem nahen Atlantik. Leicht nach Osten versetzt erstreckt sich eine vom
Nordpolarmeer bis zum zentralen Mittelmeer reichende Hochdruckzone, die das
Wettergeschehen in Deutschland bis einschließlich Mittwoch bestimmt. Es stellt
sich verbreitet störungsfreies und trockenes Wetter mit viel Sonnenschein ein.

Bemerkenswert sind die ausgeprägten Temperaturgegensätze zwischen Nordost und
Südwest: Während die Temperatur in 850 hPa (T850) am Mittwoch zwischen
Vorpommern und Lausitz bei rund -4 °C liegt, werden an der Grenze zur Schweiz
Werte bis +12 °C erreicht. Entsprechend werden im Osten lediglich 11 bis 15 °C
erwartet, während im Westen sehr milde 19 bis 24 °C erreicht werden. In den
Nächten tritt in der Osthälfte leichter Frost auf, während es im Westen trotz
klaren Himmels frostfrei bleibt und Tiefstwerte bis etwa 9 °C erreicht werden.
Der Wind weht im Nordosten anfangs frisch aus nördlichen Richtungen, wobei an
der Ostsee sowie im angrenzenden Binnenland starke bis stürmische Böen (Bft 7
bis 8) auftreten können. Im weiteren Verlauf dreht der Wind zunehmend auf
östliche Richtungen.

Am Donnerstag ändert sich zunächst nur wenig. Deutschland verbleibt weiterhin
unter Hochdruckeinfluss mit Schwerpunkt über Skandinavien. Allerdings greift von
Westen her ein okkludierendes Frontensystem auf Westdeutschland über, das mit
einem abtropfenden Trog verbunden ist. Das blockierende Hoch dürfte jedoch noch
stark genug sein, um ein weiteres Vordringen zunächst zu verhindern.

Erst am Freitag tropft das zugehörige Tief ab und beeinflusst vor allem den
Westen Deutschlands. Dort kommt es zu schauerartigen Niederschlägen, während der
übrige Landesteil weiterhin unter Hochdruckeinfluss verbleibt. Die zuvor
bestehenden Temperaturgegensätze werden dabei allmählich abgebaut, da mit dem
abgetropften Tief auch kühlere Luft in den Westen geführt wird.

Gegen Ende der nächsten Woche verlagert sich der Schwerpunkt des Hochs weiter
nach Norden und macht den Weg frei für einen erneuten Trogvorstoß von Westen,
der über Deutschland abtropfen kann. Damit verbunden wären eine Abkühlung sowie
zunehmende Niederschläge, im Bergland auch Schnee. Aber diese Entwicklung steht
noch auf wackligen Füssen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des IFS-Modells des ECMWF kann bis einschließlich Donnerstag als
gut bis sehr gut bezeichnet werden. Demnach stellt sich Hochdruckeinfluss mit
steigenden Temperaturen ein. Grund dafür ist ein Hochkeil, der sich vom
Mittelmeerraum bis nach Skandinavien aufwölbt und sich zu einem abgeschlossenen
Höhenhoch entwickelt. Dieses wird von einem osteuropäischen Trog bzw. Höhentief
sowie einem Trog über Westeuropa flankiert, der sich in zwei abgeschlossene
Höhentiefs (Cut-offs) aufspaltet. Eines davon soll am Donnerstag nach
Deutschland ziehen. Diese Entwicklung ist jedoch mit großer Unsicherheit
behaftet. Nach einer Erwärmung zu Beginn der Woche folgt eine erneute Abkühlung,
wobei sowohl deren Intensität und Nachhaltigkeit als auch das damit verbundene
Niederschlagsgeschehen noch offen sind.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Bis Mittwoch zeigen die anderen Globalmodelle eine weitgehend ähnliche
Entwicklung: die Aufwölbung eines Hochkeils, der über Skandinavien ein
Drehzentrum aufweist. Während IFS, GFS und UK10 für Donnerstag ein Abtropfen
eines Troges über Frankreich bzw. den Britischen Inseln simulieren, nimmt ICON
eine Sonderrolle ein und lässt den Trog über dem Nordmeer durchschwenken.
Dadurch bleibt die Hochachse über Deutschland erhalten.

In der Folge nimmt die Prognoseunsicherheit ab Donnerstag deutlich zu, sodass
belastbare Aussagen derzeit nur eingeschränkt möglich sind. Wahrscheinlich ist,
dass nach einigen Tagen ruhigen Wetters wieder eine zunehmend wechselhafte
Witterung einsetzt, insbesondere gegen Ende der kommenden Woche.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen verschiedener Städte sind bis Mittwoch eng gebündelt und zeigen
ein Temperaturminimum zum Montag sowie eine markante Erwärmung mit einem Maximum
zum Mittwoch. Dieser Temperaturanstieg geht mit einer trockenen Phase und
zunehmendem Geopotenzial einher, entsprechend zunehmendem Hochdruckeinfluss. Ab
Mittwoch nimmt die Streuung deutlich zu: Ein Teil der Member favorisiert
weiterhin milde und hochdruckgeprägte Verhältnisse, während andere einen
erneuten Temperaturrückgang sowie sinkendes Geopotenzial mit ersten
Niederschlagssignalen andeuten.

Die Clusteranalyse zeigt im Zeitraum t+72 bis t+96 h nur ein Cluster mit einem
aufwölbenden Rücken, der sich vom Mittelmeerraum bis nach Skandinavien
erstreckt. Im Zeitraum t+120 bis t+168 h ergeben sich zwei Cluster, wobei Haupt-
und Kontrolllauf in Cluster 2 liegen. Beide Cluster zeigen eine Blockinglage mit
einem Rücken über Mitteleuropa und einem Geopotenzialmaximum über Skandinavien,
flankiert von zwei Trögen. In der erweiterten Mittelfrist werden weiterhin zwei
Cluster berechnet, ebenfalls mit Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 2.
Unterschiede bestehen jedoch in der Ausprägung: Während Cluster 1 die Hochachse
über Deutschland belässt, etabliert sich in Cluster 2 stärker ein
abgeschlossenes Höhenhoch über Skandinavien. Dadurch können sich die Tröge über
West- und Osteuropa einander annähern und sich über Mitteleuropa verbinden,
womit der Hochdruckeinfluss beendet wäre.

Fazit:
Bis Mittwoch gestaltet sich das Wetter in Deutschland ruhig. In der Folge ist
sowohl eine Fortdauer der stabilen Wetterlage als auch ein Übergang zu einer
wechselhafteren und wahrscheinlich wieder kühleren Witterungsphase möglich,
insbesondere gegen Ende der kommenden Woche.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


WIND:
Nur am Montag gibt es markanten Wettererscheinungen mit stürmischen Böen (Bft
7-8, exponiert bis 9) im Nordosten und vor allem an der Ostsee aus Nordwest.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix mit IFS-EPS sowie ICON/IFS.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta


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