| Home | Vorhersage | Station | Instrumente | Wetterübersicht | Tagesdiagramm | Woche/Monat | Jahreswerte | Statistik | Fotos/Berichte | Webcam | Zeitraffer | Impressum | Datenschutz |
Sachsen heute
Sachsen morgen
Sachsen übermorgen
Sachsen kommende Tage
10 Tage
Thema des Tages
Vorhersagediagramme |
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Freitag, den 30.01.2026 um 10.30 UTC Im Nordosten anfangs markanter Dauer- und strenger Nachtfrost. Zeit- und gebietsweise gefrierender Regen, teils auch Schnee. An den Küsten und auf den Bergen teils stürmisch. Auf den Alpen Föhnsturmintermezzo. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 06.02.2026 Zum Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Montag, liegen wir im Einflussbereich eines negativ geneigten Troges, der sich ausgehend von einem Höhentief über den Britischen Inseln über uns hinweg erstreckt. Über Nordwestrussland befindet sich ein kräftiges, hochreichendes Tief, das in der dort vorherrschenden arktischen Luftmasse (T850 zum Teil deutlich unter -20 Grad) für Schneefälle sorgt. Aber wie dem auch sei: Zwischen den beiden (Höhen-)Tiefs existiert eine schwache Potenzialbrücke, die sich vom östlichen Mitteleuropa bis weit ins Nordmeer hinein erstreckt und somit weiterhin "unser" blockierendes Bodenhoch über Fennoskandien stützt. Über dem Atlantik ist derweil eine massive Austrogung im Gange, auf dessen Vorderseite sich dank kräftige WLA ein Rücken aufwölbt, der Deutschland am Dienstag nordostwärts überquert. In der Folge bleibt es am Montag weitgehend trocken, höchstens im äußersten Westen und Südwesten kann es bedingt durch den schwachen Trog ein paar Tropfen geben. Lokales Glatteispotenzial im Bergland kann dabei in den Frühstunden nicht ausgeschlossen werden. Bemerkenswert sind hauptsächlich die Temperaturgegensätze: Während am Oberrhein die 10-Grad-Marke zum Greifen nah ist, herrscht östlich der Elbe mäßiger Dauerfrost, in Vorpommern ist zum Teil sogar schon bei -8 Grad Schluss mit der "Erwärmung". Vor allem dort sind in der Nacht zum Dienstag auch Tiefstwerte unter -10 Grad zu erwarten. Mit Voranschreiten des Atlantiktroges nähert sich auch der korrespondierende Bodentiefkomplex den Britischen Inseln. Dadurch nimmt der Gradient zu, sodass an den Küsten die ein oder andere stürmische Böe aus Ost zu erwarten ist (v.a. exponiert). Am Dienstag greift die okkludierte Front des Britischen Tiefs von Südwesten her auf uns mit feucht-milder Luft über. In der zunehmend auf Südwest bis Süd drehenden Höhenströmung läuft ein Kurzwellentrog nordwärts über Deutschland hinweg ab. In der Folge ziehen bereits in den Frühstunden im Südwesten Niederschläge auf, die sich nach Norden und Nordosten ausweiten (wie weit ist noch unklar, östlich der Elbe bleibt es aber wohl noch trocken). T850 macht einen ordentlichen Satz nach oben und liegt abends nur noch östlich der Elbe im negativen Bereich (-6 Grad in Vorpommern). Im Süden steigt sie vorübergehend auf +8 Grad an, was auch dem (wohl schon in der Nacht zum Dienstag) einsetzenden Föhn zu verdanken ist (auf den Gipfeln Bft 9-10 und eventuell sogar Durchbruch in die Föhntäler). Die Niederschläge fallen daher überwiegend als Regen, der vor allem im Bergland und bei Übergreifen auf die Nordosthälfte (Dauerfrost) gefrierender Natur sein dürfte und regional auch Unwetterpotenzial besitzen könnte. Am Mittwoch schwenkt der Haupttrog heran, kippt dabei aber mehr und mehr ins Negative und verläuft letztlich vom Atlantik ost-/südostwärts bis ins zentrale und östliche Mittelmeer. Im zentralen Mittelmeerraum kommt eine Zyklogenese in Gang, die sich Richtung Ostalpen aufmacht und feuchte Luft im Schlepptau hat. Am deutschen, östlichen Alpenrand löst sich ein Föhntief ab und verlagert sich nordwärts. Kurzum: Von Südosten und Osten greifen Niederschläge über, die teils als Schnee (vor allem in den östlichen Landesteilen), teils als (gefrierender) Regen fallen. Nach Lesart des IFS-Hauptlaufs soll davon nur der Südwesten ausgespart bleiben. Dass diese Entwicklung aber noch sehr unsicher ist, zeigt der unten folgende Modellvergleich. Diese potentielle Vb-Entwicklung zieht sich auch noch durch den Donnerstag. Über dem Atlantik positioniert sich ein neues hochreichendes Tief, von dem ausgehend sich der Trog über uns hinweg bis zum Schwarzen Meer und ins östliche Mittelmeer erstreckt. Die Frontalzone verläuft in der Folge sehr weit südlich. Die Blockadelage über dem Nordmeer hält weiter an. Das diesem Muster ändert sich auch am Freitag nichts. In der erweiterten Mittelfrist kommt es zur nächsten atlantischen Austrogung und einem erneuten Aufsteilen der Höhenströmung über West-/Südwesteuropa. Dem steht ein massiver Kaltluftvorstoß über Nordosteuropa gegenüber. Nach Ausbildung einer über uns liegenden wetteraktiven Luftmassengrenze sieht es laut Hauptlauf aber nicht aus. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des aktuellen 00-UTC-IFS-Laufs kann, was die großräumigen Strukturen und Strömungsmuster angeht, als gut bezeichnet werden. Demnach setzt sich der atlantische Tiefdruckeinfluss gegen den Nordeuropäischen Hochdruck langsam bundesweit durch und aus Süden ziehen immer wieder Niederschlagsgebiete in nördliche Richtungen. Wie die Niederschlagsentwicklung im Detail aussieht ist weiterhin unsicher, sowohl was die räumliche Verteilung, die Intensität als auch die Art betrifft. Tendenziell wird das Übergreifen der Niederschläge am Dienstag wie auch am Mittwoch etwas später gesehen. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Beim Blick auf andere Globalmodelle (ICON, GFS, UK10) fällt auf, dass ICON und UK10 ebenfalls eine Vb-artige Entwicklung zeigen. Beide beschränken sich bei den Niederschlägen aber maximal auf die Osthälfte und UK10 lässt die Niederschläge erst am Donnerstag übergreifen. GFS hat dieses Szenario überhaupt nicht auf dem Zettel, sondern lässt den Trog über dem zentralen Mittelmeerraum abtropfen. Das korrespondierende Mittelmeertief bleibt mit seiner feuchten Luft in der Folge also über dem Mittelmeer. Abseits davon sehen die großräumigen Strukturen im Vergleich zum IFS-Hauptlauf aber recht ähnlich aus. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte zeigen zunächst einen sehr engen und geradlinigen, sprich horizontalen Temperaturverlauf (850 hPa). Ab Montag kommt dann die sich einstellende südwestliche Höhenströmung zur Geltung und es geht kurzzeitig bundesweit nach oben. Gleichzeitig nimmt der Spread zu (in der Nordosthälfte mehr, in der Südwesthälfte weniger), was darauf zurückzuführen ist, dass sich das Ensemble immer noch nicht so richtig einig ist, wie stark die Milderung wirklich ist und wie weit sie tatsächlich nach Nordosten vorankommt. Bereits einen Tag später (Dienstag/Mittwoch) sinken die Kurven schon wieder etwas aber, ehe sie erneut eine eher geradlinige Bahn einnehmen und das in etwa auf dem Niveau vor der Milderung. Während es an Niederschlagssignalen im Westen und Südwesten über den gesamten Zeitraum nicht mangelt (wenn auch keine großen Mengen), sind sie ab Dienstag/Mittwoch auch vermehrt in der Nordosthälfte zu sehen. Beim Clustering ergeben sich für den Zeitraum von Mittwoch bis Freitag 00 UTC drei Gruppierungen, die durchweg dem Regime NAO- zugeordnet wurden mit Blockadehoch über dem Nordmeer und sehr weit südlich verlaufender Frontalzone. Cluster 1 beinhaltet 21 Member, Cluster 2 17 (inkl. Haupt- und Kontrolllauf) und Cluster 3 13. Prognoserelevante Unterschiede oder signifikant neue Erkenntnisse für unser Wetter sind aber nicht zu erkennen. Für den Zeitraum von Samstag bis Montag 00 UTC (erweiterte Mittelfrist) liegen ebenfalls drei NAO-negativ-Cluster vor (C1: 19, C2: 17 inkl. Haupt- und Kontrolllauf, C3: 15). Sie unterscheiden sich hauptsächlich hinsichtlich der Lage des Blockadehochs und des damit verbundenen Kaltluftvorstoßes über Nordosteuropa. C1 ist in Sachen Blockade im wahrsten Sinne am breitesten aufgestellt. Das hohe Geopotenzial erstreckt sich von Neufundland bis nach Nordwestrussland. Der Trog-/Kaltluftvorstoß tangiert uns faktisch nicht. C2 verschiebt das Hoch etwas weiter nach Westen ins Europäische Nordmeer. Richtig bis zu uns durchsetzen kann sich der Trog stromab aber auch nicht. Das wäre dann aber in C3 der Fall, wo das Hoch am weitesten nach Westen abgedrängt wird und die Kaltluft mit nördlicher Höhenströmung den direkten Weg zu uns findet. FAZIT: An der gestrigen Aussage, dass sich langsam aber sicher der Tiefdruckeinfluss bundesweit mit Niederschlägen und etwas milderer Luft durchsetzt, hat sich nichts geändert. Auch die Folgerung, dass es den Warnmeteorologen in den kommenden Tagen angesichts des erwarteten bunten Phasenmix aus Regen, gefrierendem Regen und Schnee nicht langweilig werden wird, hat Bestand. Wie das alles im Detail abläuft und ob am Dienstag vielleicht sogar wirklich die rote Karte in Sachen gefrierender Regen gezogen werden muss, ist jedoch weiterhin sehr unsicher. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Was uns über nahezu den gesamten mittelfristigen Zeitraum begleiten wird, sind einerseits stürmische Böen aus Ost an überwiegend exponierten Küstenabschnitten der Ost- und Nordsee (an der schleswig-holsteinischen Ostsee und auf Arkona auch einzelne Sturmböen) und andererseits der gefrierende Regen. Letztere wird zunächst nur vereinzelt im west- und südwestdeutschen Mittelgebirgsraum ein Thema sein, ab Dienstag wird er dann aber eine größere Rolle spielen. Wie das alles im Detail abläuft ist aber noch sehr unsicher. Als kleinere Nebenbaustellen wären noch der strenge Frost im äußersten Nordosten in der Nacht zum Dienstag zu nennen (samt markantem Dauerfrost), wie auch einzelne stürmische Böen auf den Gipfeln mancher Mittelgebirge am Dienstag. Föhnbedingt sind zudem auf den Alpen am Montag/Dienstag (Höhepunkt wohl aktuell Nacht zum Dienstag) Sturmböen, exponiert auch schwere Sturmböen (Bft 9-10) zu erwarten. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS(-EPS), ICON(-EPS), GFS, UK10, MOSIMX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Tobias Reinartz |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |