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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 31.03.2026 um 10.30 UTC



Insgesamt relativ ruhiges Wetter: Vor allem im Norden zeitweise etwas windiger
und etwas Regen, nach Süden hin wenig Regen und häufig freundlicher. Mild, im
Süden teils sehr mild.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 07.04.2026


Insgesamt dominieren in der Mittelfrist leicht antizyklonale Verhältnisse,
allerdings ist in der Nähe der Frontalzone im Norden durchaus der ein oder
anderen frontalen Streifschuss zu verzeichnen und somit auch tendenziell geringe
Niederschläge bis in die mittleren Landesteile nicht ausgeschlossen sind. Nach
Süden hin lässt die Wetterwirksamkeit der streifenden Fronten überwiegend nach,
aber auch dort zeigt sich in den Prognosen kein lupenreiner Hochdruckeinfluss -
siehe Details im Folgenden:

Zu Beginn der Mittelfrist am Karfreitag zieht ein Kurzwellentrog im Nordosten
ab, das korrespondierende, kleinräumige Bodentief verlagert sich ostwärts von
Südschweden in die Ostsee. Das dazugehörige Frontensystem schleift noch über dem
Osten/Südosten und bringt geringe Niederschläge. Der Gradient ist vorübergehend
etwas stärker, im Ostseeumfeld sind teils Windböen (Bft 7) um West nicht ganz
ausgeschlossen. Mit von Südwesten leicht ansteigendem Luftdruck durch die
Ausdehnung des Bodenhochkeils nach Osten und dem sich ausdehnenden Höhenkeil
nimmt die Wetterwirksamkeit weiter ab. Der Norden des Landes liegt im
Randbereich des Bodenhochkeils. Daher schafft es das Frontensystem eines Tiefs
bei Schottland bzw. über der nördlichen Nordsee, für leichte Niederschläge vor
allem im Norden, eventuell bis in die mittleren Landesteile, zu sorgen. Am
Freitag herrschen noch polare Luftmassen vor (teils unter -5 Grad in 850 hPa)
und damit kann in den östlichen Mittelgebirgen auch etwas Schnee dabei sein.
Nennenswerte Mengen werden aber nicht erwarte, im Bergland vielleicht mal noch
etwas Glätte. Mit der Warmfront des Schottland-/Nordseetiefs in der Nacht zum
Samstag sickert eine deutlich mildere Luftmasse mit bis zu 5 Grad in 850 hPa im
Westen ein, die Schneefallgrenze steigt demnach deutlich an, so dass durchweg
Regen fällt. Im Vorfeld ist im östlichen/südöstlichen Bergland sowie in den
Alpen noch leichter Nachtfrost zu erwarten. Auch mit diesem neuen Frontensystem
in der Nacht zum Samstag ist eine gewisse Gradientzunahme verbunden, vor allem
im Küstenumfeld lassen sich daher zeitweise Windböen (Bft 7) um West nicht
ausschließen.

Am Samstag dominiert im Süden hoher Luftdruck bzw. der Einfluss des
Geopotenzialkeils. Es bleibt meist trocken und zeitweise kann sich die Sonne
zeigen. Über dem Norden schleift das Frontensystem des nun über Skandinavien
weiter östlich ziehenden Tiefs, das zudem rückläufig wird bzw. in die Warmfront
es folgenden Tiefs übergeht. Dieses folgende Tief liegt mit seinem Zentrum noch
westlich, später nordwestlich von Irland. Über den nördlichen Landesteilen bis
in die Mitte ist es überwiegend stark bewölkt, es gibt zeitweilig leichten
Regen. Vorderseitig dieses atlantischen Tiefs dreht die Strömung zunehmend auf
Südwest, so dass sich der Zustrom milder Luftmassen mit etwa 5 bis 10 Grad in
850 hPa verstärkt. Es werden meist Höchstwerte zwischen 14 und 18 Grad erwartet.
In der Nacht zum Sonntag liegt der Norden dann im großen Warmsektor, insgesamt
dominiert der Einfluss höheren Luftdrucks und Absinken. Im Norden bleibt die
Bewölkung recht dicht, Regen fällt aber kaum noch. Im Süden ist es meist gering
bewölkt. Aufgrund der milderen Luftmasse ist Nachtfrost auch im Bergland
voraussichtlich kein Thema mehr.

Am Ostersonntag greift der sich abflachende Trog auf den Norden über, so dass
damit auch die Kaltfront des recht kräftigen Bodentiefs über der nördlichen
Nordsee mit Niederschlägen auf den Nordwesten des Landes übergreifen kann.
Rückseitig fließt wieder eine kühlere Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen unter 0
Grad ein. Tagsüber ist aber noch milde Luft dominierend und von der Mitte bis in
den Süden können mit teilweiser Sonnenunterstützung Höchstwerte meist zwischen
15 und 20 Grad erreicht werden, im Südwesten teils auch darüber. Im Umfeld bzw.
rückseitig der Front nimmt der Gradient zu, so dass vor allem im Nordseeumfeld
und im Mittelgebirgsraum, eventuell im angrenzenden Binnenland, mit böig
auffrischendem Südwest- bis Westwind zu rechnen ist. Dabei sind zeitweise starke
bis stürmische Böen (Bft 7) möglich, exponiert eventuell auch mal Sturmböen Bft
8 - vor allem auf den Nordseeinseln oder dem Brocken. Im Tagesverlauf bzw. in
der Nacht zum Montag verlagern sich die frontalen Niederschläge in die Mitte und
den Osten, nach Süden hin dürfte die Intensität nachlassen bzw. es weitgehend
trocken bleiben. Allerdings deutet sich nachts in der Höhe ein nachfolgender
Kurzwellentrog an, so dass eventuell auch im Süden geringe Niederschläge nicht
ganz ausgeschlossen werden können. Am Boden verstärkt sich der Hochdruckeinfluss
insgesamt leicht.

Am Ostermontag zieht der erwähnte Kurzwellentrog ostwärts ab - potenzielle,
leichte Niederschläge über der Mitte und dem Südosten klingen im Tagesverlauf
ab. Mit einer neuen, markanten Austrogung knapp westlich der Britischen Inseln
steilt die Strömung auf, die Keilachse und das Bodenhoch verlagern sich ostwärts
nach Polen. Wir gelangen somit erneut in den Zustrom deutlich milderer
Luftmassen mit meist 5 bis 10, im Süden teils 12 Grad in 850 hPa. Neue frontale
Niederschläge erreichen Deutschland voraussichtlich noch nicht, die Bewölkung
lockert teils stärker auf und es werden Höchsttemperaturen meist zwischen 15 und
20 Grad, mit etwas mehr Sonne und im Südwesten teils bis 22 Grad erwartet. Ganz
im Norden, vor allem an der See kühler. Nachts meist gering bewölkt, einstellige
Tiefstwerte, aber kein Nachtfrost.

Am Dienstag fällt der Druck von Westen weiter, der Trog verlagert sich aufgrund
seiner Streckung nach Süden nur langsam ostwärts. Die Strömung steilt noch
weiter auf Süd auf, so dass die milde Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen um, im
Süden teils über 10 Grad auch bis in den Norden vordringen kann. Die Höchstwerte
erreichen vor allem in der Mitte und im Süden Maxima von 18 bis 22 Grad, im
Norden eher 14 bis 18 Grad. Die Kaltfront des zwischen Schottland und Island
liegenden Tiefs erreicht die westlichen Landesteile voraussichtlich erst am
Abend bzw. in der Nacht zum Mittwoch. Teilweise zeigen sich auch Tendenzen zur
Wellenbildung entlang der Front über der Nordsee, was die Ostverlagerung
zusätzlich verzögern würde. In der Nacht zum Mittwoch greift dann aber wohl das
frontale Regenband von Westen über und breitet sich bis etwa in die Mitte aus.
Mit der Front wird auch die milde Luft ostwärts abgedrängt, rückseitig gehen die
Temperaturen in 850 hPa wieder auf unter 0 Grad zurück.

In der erweiterten Mittelfrist gestaltet sich das Wetter unter Tiefdruckeinfluss
voraussichtlich insgesamt wechselhaft mit Niederschlägen, bis auf das höhere
Bergland meist Regen. Vom Temperaturniveau pendeln sich die Verhältnisse im
Bereich zwischen +2 und - 2 Grad in 850 hPa ein, die Tageshöchstwerte gehen also
etwas zurück. Aufgrund der häufig stärkeren Bewölkung ist Nachtfrost aber
voraussichtlich kein Thema.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Zu Beginn der Mittelfrist am Freitag ist die Konsistenz relativ gut, es gibt
aber bereits kleinere Unterschiede zwischen den IFS-Modellläufen in der
Ausdehnung des Bodenhochkeils über Deutschland bzw. des Geopotenzialkeils. Dabei
sind die neueren Modelläufe leicht antizyklonaler aufgestellt. Diese Differenzen
bleiben im weiteren Mittelfristzeitraum erhalten.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Mit Blick auf andere Globalmodelle zeigen sich recht ähnliche Strukturen über
die gesamte Mittelfrist mit überwiegend geringen Differenzen in Amplitude und
Timing. Überwiegend, weil ICON zu Beginn der Mittelfrist (vor allem zum Samstag)
mit einer etwas weiter südlich verlaufenden Frontalzone zyklonaler aufgestellt
ist und nach Süddeutschland hin mehr Wetterwirksamkeit simuliert. Zum Ende der
Mittelfrist am Dienstag zeigt ICON hingegen ein verzögertes Übergreifen des
Langwellentroges von Westen durch Abtropftendenzen in Richtung Süden über dem
nahen Ostatlantik (knapp westliche der Iberischen Halbinsel) und Wellenbildung
bei den Britischen Inseln.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse des IFS zeigt für den ersten Zeitraum von Freitag 00 UTC bis
Samstag 00 UTC (+71 bis + 96 h) nur zwei Cluster mit 31 bzw. 20 Membern, Haupt-
und Kontrolllauf in Cluster 1. Die Prognoserelevanz scheint für unseren
Vorhersagebereich begrenzt. Es deutet sich eine leicht unterschiedliche Stärke
des abziehenden Kurzwellentroges an und auch der sich ausdehnende Keil von
Südwesten wird in Cluster 2 etwas stärker simuliert, dadurch ergibt sich
vielleicht ein leicht unterschiedliches Timing, prinzipiell aber keine anderen
Lösungen. Im Folgezeitraum von Sonntag 00 UTC bis Dienstag 00 UTC gibt es drei
Cluster mit 20, 16 und 15 Membern, Haupt- und Kontrolllauf werden in Cluster 2
gruppiert. Alle drei Cluster werden durchweg dem Regime NAO positiv zugeordnet.
Die Ausprägung des Keils über West-/Mitteleuropa und der zum Ende der
Mittelfrist (im Tagesverlauf Dienstag/Nacht zum Mittwoch) übergreifende
atlantische Trog werden hierbei leicht unterschiedlich simuliert. Unterschiede
ergeben sich vor allem in der Lage der Frontalzone und zum Ende der Mittelfrist
in der Markanz/Ausprägung des Troges, der von Westen nachfolgend übergreifen
soll. In der erweiterten Mittelfrist ab Mittwoch 00 UTC (+192 h) werden vier
Cluster mit 15, 13, 13 und 10 Membern dargestellt. Cluster 1 mit Haupt- und
Kontrolllauf vollziehen den Wandel zu einer zyklonalen West- bis Südwestlage
(NAO positiv), Cluster 2 lässt den Trog westlich von uns abtropfen, zeigt
demnach ein Blocking und dann zum Freitag allmählich auf NAO positiv
umzuschwenken, Cluster 3 lässt den Trog ebenfalls abtropfen und stellt dann auf
eine vor allem für den Norden zyklonale Westlage (NAO positiv) um, der Süden
könnte eher antizyklonal beeinflusst bleiben (gegenüber Cluster 1 also eine
nördlichere Frontalzone). Cluster 4 bleibt beim Blocking: der Trog tropft nach
Süden aus, das Residuum schwächt sich stark ab bzw. zieht weit nördlich ab, über
Deutschland steigt das Geopotenzial nachfolgen allgemein an, der nächste
Langwellentrog bleibt über dem Atlantik. Fazit: Vieles deutet in der erweiterten
Mittelfrist auf einen Übergang zu einer zyklonal geprägten Witterung hin, es
bleiben aber gewisse Unsicherheiten.

Die Rauchfahnen zeigen ein ähnliches Bild wie die bisherigen Ausführungen. Die
Ensemblelösungen bei der Temperatur in 850 hPa sind zunächst relativ niedrig,
steigen zu Beginn der Mittelfrist an, schwanken nachfolgend, erreichen aber
nicht mehr so ein niedriges Niveau wie aktuell. Der Spread ist auch anfangs
nicht wirklich klein, aber okay. Ab Ostersonntag nimmt die Spannbreite weiter
zu, vom Trend her zeigt sich aber eher wieder eine leichte Abnahme. Die
Niederschlagssignale sind durchweg vorhanden, nach Süden hin gering als im
Norden, insgesamt keine Hinweise auf Extremwerte. Niederschlagssignale im Norden
mit einem Minimum am Ostermontag bis in den Dienstag. Im Süden besonders am
Freitag noch Regensignale, dann vor allem wieder in der erweiterten Mittelfrist.
Hinsichtlich des Geopotenzial gibt es im Norden größere Schwankungen als im
Süden. Dort zu Mittelfristbeginn Zunahme, dann relativ hoch bleibend, zur
erweiterten Mittelfrist tendenziell Abnahme. Allerdings vor allem ab
Montag/Dienstag mit deutlich zunehmendem Spread. Spread im Norden insgesamt
größer.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Warnwürdige Wetterereignisse werden insgesamt kaum, markante vielleicht mit
Ausnahme von einzelnen Sturmböen auf dem Brocken (Bft 8) oder auf der Nordsee
(und den Inseln) gar nicht erwartet.

Zu Beginn am Freitag ist im östlichen und südöstlichen Bergland mal noch etwas
Schneefall nicht ausgeschlossen, die Mengen sind aber sehr gering. Daher dürfte
maximal eine Glättewarnungen von Nöten sein.

Im Norden kann im Zusammenhang mit den streifenden Fronten und dabei zeitweise
zunehmendem Gradienten der Wind zeitweise etwas auffrischen. Das betrifft
insbesondere die Küsten, dort sind dann vor allem zunächst Freitagabend bzw. in
der Nacht zum Samstag starke bis stürmische Böen aus Südwest bis West nicht
ausgeschlossen. Am Ostersonntag betrifft das eventuell auch mal das angrenzende
Binnenland und den Mittelgebirgsraum.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger


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