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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 12.02.2026 um 10.30 UTC Unbeständig, mit wiederholten teils länger andauernden Niederschlägen, im Norden nasskalt, im Süden zeitweise milder __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 19.02.2026 Im ab Sonntag beginnenden Mittelfristzeitraum dominiert ein Langwellentrog über dem Nordostatlantik und Skandinavien das Wettergeschehen in Mitteleuropa. An seiner Südflanke laufen Randtröge südostwärts nach Ost- und Südosteuropa. In Deutschland dominiert Tiefdruckeinfluss, Hochdruckeinfluss findet allenfalls in der Form von Zwischenhochs statt. Am Sonntag verlässt ein Randtrog Deutschland rasch ostwärts. Es folgt ein flacher Rücken nach, der am Boden ein Hochdruckgebiet stützt, das bis zum Abend seinen Schwerpunkt bereits nach Nordostpolen verlagert. Dann kommt Deutschland auf die Vorderseite eines Troges über den Britischen Inseln, der Montagfrüh Westdeutschland erreicht. Die zuvor eingeflossene polare Meereskaltluft mit -6 bis -14 Grad in 850 hPa wird in der Nacht zum Montag ostwärts verdrängt und durch mildere Meeresluft (-1 bis -7 Grad) größtenteils ersetzt. Schneefälle im Süden ziehen sich an die Alpen zurück und klingen ab. Neue Niederschläge im Zusammenhang mit einer Okklusion eines Tiefs bei Schottland erreichen am Abend den äußersten Westen Deutschlands und breiten sich in der Nacht zum Montag ostwärts. Im Nordosten und Osten bleibt es noch trocken. Anfangs fällt verbreitet Schnee, dieser geht im Westen und Südwesten in Regen über. Am Montag und in der Nacht zum Dienstag schwenkt der Trog unter Verlängerung seiner Amplitude ostwärts und erstreckt sich Dienstagfrüh von der Nordsee bis zur Adria. Das angesprochene Tief bei Schottland zieht zum Nordteil der Nordsee, die dazugehörige Okklusion kommt über dem Süden relativ rasch, nach Norden dagegen nur langsam ost- bzw. nordostwärts voran. Die Temperaturen in 850 hPa liegen anfangs zwischen -7 Grad im Nordosten und -1 Grad im Südwesten Deutschlands. Bis Dienstagfrüh liegen sie verbreitet um -5 Grad. Bodennah wird vorderseitig der Okklusion im Norden und Osten mit östlicher Strömung Kaltluft advehiert. Niederschläge fallen dort überwiegend in der festen Phase. Im Süden und Westen dominiert in tiefen Lagen die flüssige Phase. Im Übergangsbreich kann gefrierender Regen nicht ausgeschlossen werden. Durch die Labilisierung des Troges sind im Südwesten einzelne Gewitter, teils mit Graupel wahrscheinlich. Zudem frischt im süddeutschen Bergland der westliche Wind kräftig bis stürmisch auf. Am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch schwenkt der Trog vor allem im Südteil ostwärts und erstreckt sich Mittwochfrüh von der Nordsee nach Rumänien. Die Strömung über Deutschland wird zunehmend zonal. Gleichzeitig verlagert sich das Nordseetief nach Dänemark. Die Okklusion kommt damit zögernd bis zur Ostsee voran und löst sich auf. Über dem Südwesten Deutschlands stützt ein flacher Rücken ein schwaches Bodenhoch, das rasch ostwärts wandert. Ein an die Frontalzone gekoppeltes Tief erreicht in der Nacht zum Mittwoch Frankreich und zieht Mittwochfrüh zu den Vogesen. In 850 hPa liegen die Temperaturen zwischen -7 und -4, im Südwesten steigen bis Mittwochfrüh auf Werte um 0 Grad. Verbreitet kommt es mit nachlassender Tendenz zu Niederschlägen. Ab mittleren Lagen und im Nordosten fallen diese meist als Schnee. In der Südwesthälfte setzen mit dem Frankreichtief mäßige, skalige Niederschläge ein, die teils als Schnee teils als Regen niedergehen. Am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag ist die Strömung in 500 hPa stark zonal geprägt. Der Jet in 300 hPa verläuft über Süddeutschland. Das Tief über Dänemark zieht unter Abschwächung langsam ostwärts. Das Tief bei den Vogesen zieht unter Abschwächung rasch ostwärts. In der Nacht zum Donnerstag erreicht ein neues Tief von Westen die Bretagne, Deutschland gelangt zunehmend auf dessen Vorderseite. Im Norden liegt die Temperatur in 850 hPa zwischen -8 und -5, im Süden um 0 Grad. Im Norden gibt es örtlich Schauer, meist in fester Phase. In der Südhälfte gibt es länger andauernde, teils mäßige Niederschläge, meist als Regen, am Nordrand des Niederschlagsgebiets teils bis in tiefe Lagen als Schnee. Im Süden frischt der südwestliche Wind im Bergland teils stürmisch auf. Am Donnerstag bleibt die Strömung in der Höhe über Deutschland sehr zonal geprägt. Das Tief über Frankreich zieht über die Mitte Deutschlands ostwärts. Dementsprechend bleibt der Norden Deutschlands in polarer Meereskaltluft zwischen -10 und -5 Grad in 850 hPa, währen der Süden mit milder Meeresluft zwischen 0 und +3 Grad geflutet wird. Rückseitig fließt in der Nacht zum Freitag auch im Süden die polare Meereskaltluft aus Norden ein. Bis auf Teile des Nordens kommt es zu teils anhaltenden Niederschlägen. Im Süden fällt bis in höhere Lagen Regen, in der Mitte und im Norden im Übergang zur Kaltluft dagegen bis in tiefe Lagen Schnee. Für die erweiterte Mittelfrist, sprich die zweite Wochenhälfte zeigt EZMW winterliches Wetter. In dieser Ausprägung ist der Hauptlauf aber ein Ausreißer. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Zu Beginn der Mittelfrist stimmt der aktuelle IFS-Lauf absolut mit dem gestrigen 0 UTC Lauf überein. Zum 12 UTC Lauf gibt es keine Konsistenz und mit der ist es ab Dienstag auch zum 0 UTC Lauf vorbei. So rechnet IFS nun ein kräftiges Tief über der Nordsee bzw. Dänemark statt eines einfachen (Rand-)Troges. Dafür ist das Tief, das sich auf die Britischen Inseln zu bewegt nun sehr viel schwächer und spaltet frühzeitig eine Zyklone über Frankreich ab. Dadurch ergibt sich in der Temperaturverteilung wieder ein Südwest-Nordost-Gefälle über Deutschland. Am Mittwoch wird die Strömung zonal, bevor am Donnerstag ein weiteres Tief Kurs auf Frankreich nimmt. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Der Vergleich mit anderen Modellen ergibt ab Dienstag auch kein einheitliches Bild. Die Lage, Stärke und Zugbahn der Tiefdruckgebiete wird sehr unterschiedlich berechnet. Damit sind weder Temperatur, Niederschlagsmenge und -phase sowie Wind eindeutig prognostizierbar. Fest steht nur, dass Tiefdruckeinfluss die Mittelfrist bestimmt. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Rauchfahnen: Bis einschließlich Dienstag kommender Woche ist die Bündelung in 850 hPa noch recht eng. Nach einem Minimum am Sonntag findet deutschlandweit ein Anstieg um etwa 5 Grad zum Montag hin statt. Im Anschluss deutet sich eine leichte Abnahme der Temperatur an. Ab Dienstag nimmt die Streuung massiv zu, der Hauptlauf ist ab Freitag einer der kältesten des gesamten Ensembles. Das Geopotenzial in 500 hPa zeigt bezüglich der Streuung ein ähnliches Bild. Ab Dienstag nehmen die Unsicherheiten deutlich zu. Wobei das Potenzial im Norden sehr wahrscheinlich niedriger bleibt als im Süden. Bis dahin gibt es am Sonntag ein Maximum und zu Wochenbeginn ein Minium, bevor vor allem im Süden ein leichter Anstieg zur Wochenmitte wahrscheinlich ist. Die Ensembles von GFS schlagen in eine ähnliche Kerbe. Insbesondere ab Dienstag/Mittwoch nimmt die Unsicherheit deutlich zu. Cluster: Zu Beginn der Mittelfrist bis +96h (Montag 00 UTC) gibt es drei Cluster mit je 21, 20 und 10 Mitgliedern. Alle drei Cluster werden dem NAO+ Regime zugeordnet. Für Deutschland ergeben sich allerdings keine großen Unterschiede. Der Trogeinfluss ist in allen drei Clustern stark ausgeprägt. Im Zeitraum bis +168 (Donnerstag 00 UTC) ergeben sich mit 6 Clustern die maximal mögliche Anzahl. Die Anzahl der Mitglieder reicht von 3 bis 11. Etwa zwei Drittel der Cluster gehören weiterhin dem NAO+ Regime an, etwa ein Drittel dem NAO- Regime. Trotz der vielen Cluster ergeben sich für Deutschlands nur Lösungen mit starkem Trogeinfluss. Unterschiede ergeben sich vor allem im Hinblick auf die Konturierung des Troges und die Frage ob und wie stark er nach Südosteuropa ausgreift. Im Zeitraum bis +240h (Sonntag 00 UTC) ergeben sich dann drei etwa gleichgroße Cluster, die den Regimen NAO+, NAO- und Atlantischer Rücken zugeordnet sind. Neben der unterschiedlichen Stärke des Rückens westlich der Iberischen Halbinsel ergeben sich für Mitteleuropa vor allem Unterschiede in der Positionierung eines Troges über West- oder/und Mitteleuropa. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Das EFI zeigt am Montag für die Südhälfte teils deutliche Signale für den Parameter Niederschlag, in der Mitte und im Süden ebenfalls teils deutliche Signale für den Parameter Schneefall. An den Nachfolgenden Tagen werden die Signale jeweils schwächer. Das EPS des EZMW zeigt gebietsweise schwache Signale für mehr als 10 l/qm als Schnee für Montag/Nacht zum Dienstag im Süden. Für das Allgäu zeigt das EPS hohe Wahrscheinlichkeiten für mehr als 15 l/qm als Schnee in 24 Stunden und geringe Wahrscheinlichkeiten für mehr als 30 l/qm. Im Schwarzwald gibt es geringe Signale für den gleichen Zeitraum für mehr als 30 l/qm Niederschlag. Für die nachfolgenden Tage "verschmieren die Signale" zunehmend. Eine Aussage wird zunehmend schwierig, es gibt aber weiterhin schwache Signale für den Parameter Schnee und Niederschlag. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage EZMW, EZMW-MOS, zum Ende eher MOSMIX. ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn / Thore Hansen |
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