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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 20.11.2018 um 10.30 UTC



Leicht wechselhaft und nasskalt mit leichten Schneefällen zum Teil bis ins
Tiefland. Im Bergland winterlich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 27.11.2018


Während des ab Freitag beginnenden Mittelfristzeitraums stehen wir unter dem
Einfluss eines umfangreichen Höhentiefkomplexes über dem Nordostatlantik, der
auch weite Teile Westeuropas überdeckt. Im Verlauf der Mittelfrist nähert sich
der Höhentiefkomplex immer mehr dem europäischen Kontinent an, um schlussendlich
am Dienstag als dann allerdings räumlich schmaleres Cut-Off über Norddeutschland
zu enden.

Im Detail überdeckt der Höhentiefkomplex dem aktuellen 0-UTC-Lauf des IFS vom
heutigen Dienstag zufolge am kommenden Freitag große Teile des Nordostatlantiks
bis in den Norden Spaniens, den Nordwesten Frankreichs und dem Westen
Deutschlands. Am Boden spiegelt sich dies durch ein umfangreiches
Tiefdruckgebiet an ähnlicher Position wider. Zwar ist der Gradient nur schwach
ausgeprägt und Fronten kaum auszumachen, dennoch werden Feuchtefelder bis nach
Deutschland geführt. Viel Regen ist damit jedoch zunächst nicht verbunden. Die
T850 hPa liegen bei Zufuhr noch recht milder Luftmassen aus dem Süden zwischen 0
und 5 Grad.

Am Samstag und Sonntag ändert sich die Großwetterlage nicht wesentlich. Im
Zusammenhang mit einem in dem Höhentiefkomplex integrierten eigenständigen
Höhentief, das am Sonntag die südliche Nordsee erreicht, zieht auch am Boden ein
Tief in diesem Bereich. Die damit verbundenen Feuchtefelder sind etwas
ausgeprägter als am Freitag, sodass die Niederschlagssignale ein wenig zunehmen,
größere Regen- oder Schneemengen stehen aber nicht in Aussicht. Bei T850
zwischen -2 Grad im Norden und bis 5 Grad im Süden bleiben Schneefälle den höher
gelegenen Mittelgebirgen vorbehalten.

Am Montag rückt das Höhentief über der südlichen Nordsee mehr und mehr in den
Blickpunkt des Geschehens, wobei es seine Position nur minimal in Richtung
Deutsche Bucht verändert. Das unter ihm nahezu achsensenkrecht liegende und
daher kaum noch entwicklungsfähige Bodentief sorgt weiterhin für die Zufuhr
feuchter Luft nach Deutschland und gebietsweise ist etwas Niederschlag zu
erwarten. Zudem bringt das Tief mit auf Nord bis Nordwest drehender Strömung
kühlere Luft zu uns und die T850 hPa sinken auf -4 bis 0 Grad. Schneeflocken
können dadurch bis ins Tiefland fallen, liegen bleibt der Schnee aber
vornehmlich in den Mittelgebirgen oder den Alpen.

Am Dienstag nisten sich Höhen- und Bodentief über Norddeutschland ein. Dabei
verstärkt sich die Zufuhr kalter Luftmassen und die T850 hPa gehen auf nur noch
-3 bis -6 Grad zurück. Zwar fällt Schnee bei solchen Temperaturen weiterhin
vornehmlich in den Bergen, aber auch in den Niederungen ist mal die eine oder
andere Schneeflocke zu sehen. Allzu viel Niederschlag steht aber ohnehin nicht
auf der Agenda.

In der erweiterten Mittelfrist ab Mittwoch bleibt uns das Höhentief erhalten und
zieht Richtung Benelux. Das zugehörige Bodentief füllt sich auf, sodass aus dem
Cut-Off faktisch ein Kaltlufttropfen wird. Weiterhin bestimmten damit feuchte
und kalte Luftmassen (T850 hPa -3 bis -7 Grad) das Wettergeschehen.
Niederschläge können dabei bis ins Tiefland als Schnee fallen, besonders
natürlich in den Nächten. In den Mittelgebirgen stellt sich dadurch ein
winterliches Szenario ein.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis zum Samstag ist die Konsistenz des aktuellen IFS-Laufs von 0 UTC zu seinen
beiden gestrigen Vorläufen noch gut. Ab Sonntag ergeben sich insbesondere
bezüglich des Cut-Offs Unterschiede, die sich einerseits in der Lage,
andererseits aber auch in der Intensität äußern. Vor allem verbleibt das
Höhentief dabei länger über Norddeutschland als gestern noch angedacht. Den
gestrigen Läufen zufolge sollte das Höhentief gen Adria bald nach Süden abziehen
und sich dort allmählich auffüllen, während es nun langsam in Richtung Benelux
zieht und sich dort auch in der erweiterten Mittelfrist unter nur leichter
Abschwächung noch aufhält. Damit deutet sich an, dass das Wetter insgesamt etwas
wechselhafter werden könnte als nach den gestrigen Läufen. Größere
Niederschlagsmengen sind jedoch auch mit dem neuesten IFS-Lauf nicht verbunden.
Darüber hinaus kann sich die einfließende kalte Luft nachhaltiger bei uns
etablieren.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Wenn schon die Konsistenzbetrachtungen des EZMW keine gute Kongruenz ab Sonntag
aufdecken, so verwundert es nicht, dass ein Vergleich mit ICON und GFS ähnliche
Resultate zu Tage fördert. ICON simuliert das Höhentief wesentlich schwächer
ausgeprägt und füllt es über Süddeutschland mehr und mehr auf. Dafür gelangt
Deutschland von Nordosten her unter den Einfluss eines umfangreichen Höhentroges
über Skandinavien. Beim GFS ist das Höhentief räumlich deutlich größer, dafür
allerdings schwächer. Die Position des Drehzentrums entspricht dabei in etwa der
des EZWM. GEM ähnelt stark dem ICON und auch NAVGEM weist deutliche Parallelen
zum deutschen Modell auf.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen des EZMW-Ensembles für diverse deutsche Städte offenbaren bis
zum Samstag einen engen Spread, der die Vorhersage bis dahin auf einigermaßen
sichere Füße stellt. Danach öffnet sich der Spread, wobei Haupt- und
Kontrolllauf häufig jedoch im durchaus engen Median verbleiben. Mit einer
Varianz von etwa 15 Kelvin in den Temperaturrauchfahnen bzw. etwa 25 gpdam im
Geopotenzial ist der Spread zwar beachtlich, die allermeisten Lösungen scharen
sich aber um den oder im Median, sodass der hohe Spread vor allem durch wenige
Ausreißer verursacht wird. Ein Absinken der Temperatur im Laufe der Mittelfrist
erscheint damit wahrscheinlich, zudem wird auch der Cut-Off durch ein langsames
Zurückgehen des Geopotenzials widergespiegelt. Ab Samstag zeigen sich darüber
hinaus immer wieder Niederschlagssignale, die den oben erwähnten wechselhaften
Charakter des Wetters ab dem Wochenende unterstreichen. Größere
Niederschlagpeaks geben die Ensembles jedoch ebenso nicht her.

Die Clusteranalyse liefert für Sonntag bis Dienstag 5 Cluster, wobei sich Haupt-
und Kontrolllauf in C4 mit nur 10 Mitgliedern einordnen. Allerdings wird auch in
diesem Cluster der Cut-Off kaum wiedergegeben, da er offensichtlich räumlich zu
klein ist. Ähnliches lässt sich für die Clusteranalyse von Mittwoch bis Freitag
mit ebenfalls 5 Clustern finden. Eine verwertbare Aussage für unser Wetter ist
damit kaum möglich. Die Vorhersagesicherheit für den Cut-Off wird dadurch aber
gemindert.

FAZIT: Am Freitag und insbesondere am Wochenende kommen wir zunehmend in den
Einflussbereich eines Höhentiefkomplexes über dem Nordostatlantik, der nicht nur
leichte Niederschläge, sondern auch zurückgehende Temperaturen bewirkt.
Niederschläge fallen zunächst vornehmlich im Bergland als Schnee, während in den
Niederungen noch die flüssige Phase überwiegt. In der neuen Woche spaltet sich
aus dem Höhentiefkomplex ein Cut-Off ab, der über Norddeutschland nach Benelux
zieht. Ein weiterer Temperaturrückgang und leichte Niederschläge wären daher
recht wahrscheinlich. Niederschläge können dann bis in die Niederungen als
Schnee fallen und nasskaltes Wetter produzieren, während sich im Bergland sogar
winterliches Wetter etabliert. Hinter der Entwicklung in der neuen Woche sind
jedoch noch ein paar Fragezeichen zu setzen, gibt es doch seitens der Modell-
und Ensemblebetrachtungen zum Teil andere Lösungen. Vor allem die Nachhaltigkeit
des Cut-Offs für das Wetter in Deutschland wird dabei noch sehr unterschiedlich
behandelt.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Signifikante bzw. markante Wettererscheinungen werden von den Modellen und
Ensembles für die Mittelfrist nicht gezeigt. Auch der Schneefall in den
Mittelgebirgen erreicht meist nur Mengen zwischen 1 und 5 cm in 12 Stunden, am
Montag und Dienstag in Staulagen mit geringer Wahrscheinlichkeit punktuell mal
um 8 cm.

In den Nächten muss jedoch mit zum Teil markanter Glätte durch Überfrieren von
Nässe gerechnet werden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW, EZMW-MOS, EZMW-EPS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler


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