HomeVorhersageStationInstrumenteWetterübersichtTagesdiagrammWoche/MonatJahreswerteStatistikFotos/BerichteWebcamZeitrafferImpressumDatenschutz



Sachsen heute     
Sachsen morgen    
Sachsen übermorgen    
Sachsen kommende Tage    
10 Tage    
Thema des Tages        
Vorhersagediagramme        



S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 14.06.2024 um 10.30 UTC



Unbeständig mit mehrstündigem Starkregen und teils unwetterartigen Gewittern,
teils windig, in Hochlagen auch Sturm. Wärmer, im Südosten zunehmend heiß.
__________________________________________________________

Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 21.06.2024


Während derzeit noch die Wetterlage SWz dominiert und nur wenige Läufe die
Wetterlage TB in die Verlosung einwerfen, sieht es zum Start in den
mittelfristigen Zeitraum am Montag anders aus. Denn dann kommt zunächst die
Wetterlage TrW auftrumpfend ins Spiel. Im Verlauf der Woche ist es dann die
Wetterlage BM, die als erstzunehmender Gegenspieler zu TrW im IFS-EPS das
Spielfeld betritt. Zusätzlich gibt es kleinere Anteile an Wetterlagen die aber
nahezu komplett zyklonal geprägt sind. Grundsätzlich stehen also die Zeichen
zunächst auf warm bis heiß mit den entsprechenden explosiven Wetterphänomenen.
Dazu nun im Detail mehr.

Zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Montag liegen weite Teile Europas im
Bereich eines Langwellentroges, der bei Schottland sein steuerndes Drehzentrum
aufweist und sich hauptsächlich südwestwärts in den Ostatlantik amplifiziert.
Resultierend stellt sich von der Iberischen Halbinsel bis nach Osteuropa eine
südwestliche Grundströmung ein, die neben kurzwelligen Anteilen auch schwache
Rücken zeigt. Bodennah korreliert der Bereich tiefem Geopotentials mit einer
Tiefdruckzone von Norwegen über die Britischen Inseln hinweg bis in den
Nordwesten der Iberischen Halbinsel. Deutschland liegt dabei bodennah in
schwachen Luftdruckgegensätzen. Hebung wird vor allem aus der Höhe durch eine
leicht zyklonal geprägte Strömung und PVA eines durchziehenden, kurzwelligen
Anteils induziert. Entsprechend zieht schauerartiger, teils gewittriger Regen
vom Westen in den Norden und Nordosten. Sonst kann sich leicht labil
geschichtete, warme Luft ausbreiten, in der tagsüber vor alle ausgehend vom
Bergland ebenfalls ausreichend Hebung vorliegt, um Konvektion auszulösen. Bei
PPW von 25 bis 35 mm steht der Starkregen, lokal auch heftige Starkregen im
Fokus. Ansonsten passen die höheren Scherungswerte im Westen nicht zu den
höheren Cape-Werten (250 bis 750J/kg) im Süden zusammen. In der Nacht ziehen die
Niederschläge mit dem abziehenden kurzwelligen Anteil auf die Ostsee ab und
hinterlässt im Nordwesten und Westen nu noch wenige Schauer. Auch in der waren
Luft fallen durch bodennahe Stabilisierung die konvektiven Umlagerungen
weitgehend in sich zusammen. Die Temperaturen in 850 hPa bewegen sich von Nord
nach Süd zwischen 7 und 16 Grad. Der Wind weht mäßig und teils stark böig, im
Bergland Windböen, auf einzelnen Gipfeln Sturmböen.

Am Dienstag bleibt in der Höhe die Grundstruktur bestehen. Dabei kann sich der
Trog über dem Ostatlantik weiter südwärts amplifizieren und gleichzeitig etwas
ostwärts schwenken. Die stärker werdende WLA des Troges stützt schließlich den
Rücken, der sich von Nordafrika über Italien hinweg nach Osteuropa aufbäumt.
Resultierend steilt sich die südwestliche Grundströmung auf und besitzt auch
hierzulande überwiegend einen antizyklonalen Charakter. Bodennah korreliert das
Höhentief westlich der Biskaya mit einem Bodentief an gleicher Stelle. Zudem
wird durch PVA auf der Trogvoderseite die Luftmassengrenze, die von der
Iberischen Halbinsel über Frankreich und Norddeutschland bis in den Ostseeraum
verläuft aktiviert und kleines Tiefs induziert. Eines zieht dabei langsam vom
Elsass langsam ins Rhein-Main-Gebet, ein anderes schwenkt von den Niederlanden
nach Nordostdeutschland. Nachfolgend werden vor allem durch die Luftmassengrenze
mit den kleinen Tiefs schauerartig verstärkte, teils gewittrige Niederschläge
bevorzugt in der Nordhälfte ausgelöst, die durch PVA des Troges über der Nordsee
im Nordweste des Landes verstärkt werden. Die Südosthälfte liegt dagegen weiter
in der labilen Warmluft, die teilweise über Cape-Werte von 500 bis 1500 J/kg
verfügt und PPW-Werte von 25 bis 35 mm aufweist. Dazu ist eine recht formidable
hochreichende Scherung zu verzeichnen. Alles in allem können südlich von Mosel
und Main teils kräftige Gewitter erwartet werden, die mit Starkregen, Sturmböen
oder schweren Sturmböen und Hagel einhergehen können, Unwettergefahr. Die
Temperaturen in 850 hPa liegen dabei zwischen 9 Grad an der dänischen Grenze und
21 Grad a Bodensee. Der Wind weht weiter mäßig bis frisch und stark böig mit
Windböen im höheren Bergland und Sturmböen auf einzelnen Gipfellagen.

Am Mittwoch zeichnet sich eine Abkopplung des Höhentiefs über der Iberischen
Halbinsel von der Höhenströmung über dem Nordatlantik ab. Entsprechend kann sich
der Rücken von Nordafrika über Italien hinweg nordwärts durch die WLA noch
weiter stärken. Auch Deutschland liegt nun in einer deutlich antizyklonal
geprägten Höhenströmung Allenfalls der äußerste Norden wird anfangs noch vom
Trog über Skandinavien tangiert. Bodennah korreliert das Höhentief mit einer
Tiefdruckzone über der Iberischen Halbinsel und dem westlichen Mittelmeerraum
und der Trog über Schweden mit einem Bodentrog etwa an gleicher Stelle. Dabei
ist die Tiefdruckzone über Südwesteuropa weiter mit dem tiefem Luftdruck über
Skandinavien über eine Luftmassengrenze verbunden. Da der Rücken an der
Sollbruchstelle des Abkopplungsprozesses bodennah ein Hoch vom Atlantik bis zu
den Britischen Inseln prägt, wird die Luftmassengrenze durch eine nordwestliche
bis nördliche Grundströmung auf der Vorderseite des Hoch südwärts gedrückt.
Allerdings wirken die antizyklonalen Bedingungen in der Höhe und der zunehmende
Hochdruck am Boden stark dämpfend auf die Niederschlagsentwicklung, sodass
nördlich des Main nur gebietsweise leichter Regen oder kurze Schauer auftreten.
Im Süden hält sich dagegen die labile Warmluft, sodass dort erneut teils
kräftige Gewitter auf der Agenda stehen. Allerdings wirken auch dort die
beschriebenen Prozesse dämpfend, sodass häufig diabatische und orografische
Impulse ausreichen müssen. Bei Auslösung steht aber ausreichend PPW und Cape für
Umlagerungen bis in den Unwetterbereich zur Verfügung. Die Temperaturen in 850
hPa erreichen 8 bis 25 Grad. Der Wind weht weiter teils frisch und stark böig
mit einzelnen Windböen, auf exponierten Gipfeln oder bei Gewittern auch mit
Sturmböen.

Am Donnerstag wandert das Höhentief von der Iberischen Halbinsel zur Bretagne
und dockt wieder an die Höhenströmung an. Mit der Verlagerung des Höhentiefs
schwenkt auch der korrelierende Trog unter Verringerung der Amplitude und
Wellenlänge ostwärts und schiebt dabei den Vorderseitgen Rücken vor sich her.
Hierzulande ist in der Höhe zwar weiter eine antizyklonale Grundströmung zu
verzeichnen, die grundsätzlich Konvektion von ober her dämpft, am Boden liegt
das Land aber noch in der labil geschichteten Warmluft, wo unter schwachem
Tiefdruckeinfluss kleine Hitzetiefs wirbeln und konvergente Strukturen auslösen.
Das frontale Geschehen der Luftmassengrenze ist vor allem über Ostfrankreich,
Benelux und das Küstenumfeld zu finden. Während im Umfeld der Luftmassengrenze
nur lokal mal ein Gewitter eingebettet ist und der Fokus eher auf de
mehrstündigen Starkregen liegt, sieht es in der Südhälfte anders aus. Dort sind
erneut starke bis schwere Gewitter zu erwarten, die mit Starkregen oder heftigem
Starkregen, Sturmböen und Hagel einhergehen können. Die Temperaturen in 850 hPa
bewegen sich zwischen 10 Grad an der Ostsee und bis 27 Grad im Südosten
Deutschlands. Der Wind weht mäßig und teils stark böig. Auf einzelnen Gipfeln
sowie in Gewitternähe treten stürmische Böen oder Sturmböen auf.

Am Freitag greift der Trog unter weiterer Abschwächung von Westen auf
Deutschland über, sodass sich die Krümmungseigenschaften der Höhenströmung
zunehmend zyklonal verändern. Bodennah induziert der Trog eine Tiefdruckrinne,
die sich langsam von Deutschland Richtung Polen verlagert. In die Tiefdruckrinne
ist dabei eine Konvergenzlinie und westlich davon eine markante Kaltfront
eingebettet. Während die Temperaturen in 850 hPa vor der Kaltfront noch 15 bis
25 Grad erreichen, sinken diese hinter der Front auf 7 bis 14 Grad ab. Ein
derartiger Luftmassenaustausch geht natürlich nicht ohne Getöse einher. Daher
ist sowohl an der Konvergenz als auch an der Kaltfront und dazwischen mit
starken bis schweren Gewittern zu rechnen. Im Umfeld der ziehenden Bodentiefs
ist auch mehrstündiger, teils ungewittriger Starkregen möglich. Der Wind ist
abseits der Gewitter voraussichtlich nur auf den Alpengipfeln noch markant
unterwegs.
__________________________________________________________

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die großskaligen Strukturen der Geopotential- und Luftdruckverteilung werden von
den letzten IFS-Läufen konsistent wiedergegeben.

Am Montag , zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums simulieren die IFS-Läufe seit
gestern 00-UTC auch im Detail rechtvergleichbare Ergebnisse. Allenfalls zeigt
der gestrige 00-UTC-Lauf im Vergleich zu den neueren Lösungen über Deutschland
ab dem Abend noch eine leicht zyklonale Südwestströmung, während die neueren
schon eher einen schwachen Rücken liefern. Entsprechend lassen die neusten Läufe
in der Nacht die Niederschlagsneigung vorübergehend nahezu komplett abebben.

Am Dienstag sind weiter nur kleinere Abweichungen zwischen den letzten Läufen zu
erkennen. Vor allem der gestrige 12-UTC Lauf und der heutige 00-UTC-Lauf zeigen
eine gute Übereinstimmung. Der gestrige 00-UTC-Lauf ließ den Trog von der
Nordsee her etwas weiter südwärts amplifizieren, sodass auch die Niederschläge
an der Luftmassengrenze weiter nach Süden verschoben waren.

Am Mittwoch nehmen die Abweichungen zwischen den betrachteten Läufen schon
deutlich zu. Zwar wird das Höhentief über Portugal noch recht einheitlich
gezeigt, der Rücken, der sich vom zentralen Mittelmeerraum nordwärts erstreckt
besitzt jedoch unterschiedliche Amplituden. Dies liegt auch daran, dass das IFS
bei den potentiellen Trögen inklusiv kleiner Höhentiefs, die von Grönland nach
Skandinavien schwenken, wenig Konsistenz aufweist. Entsprechend ist derzeit
unklar, wo genau die Luftmassengrenze liegt und wie aktiv diese ist. Beim
neusten Lauf würden durch den stärker amplifizieren Rücken antizyklonale
Bedingungen dominieren, sodass zunächst allenfalls im Westen und Norden eine
gewisse Regenneigung zu verzeichnen ist. Im Verlauf übernimmt aber ein kleines
Bodentief, welches von Frankreich her einmal über Deutschland hinweg
nordwestwärts ziehen soll und entsprechend kräftige Niederschläge im Gepäck hat.
Diese Lösung haben die älteren Läufe so nicht im Programm.

Am Donnerstag wird der Trog über West- und Südwesteuropa inklusive Höhentief
über der Iberischen Halbinsel von den letzten Läufen vergleichbar abgebildet.
Anders sieht es weiter bei den Trog-Rücken-Kombinationen vom Nordatlantik bis
nach Nordwestrussland aus. Sowohl die Phase als auch die Amplitude werden von
Lauf zu Lauf abweichend gezeigt. Dieses Mal weist der gestrige 12-UTC-Lauf die
größten Unterschiede zu den neusten Berechnungen auf, indem dieser einen Trog
mit einem kräftigen Niederschlagspakt rasch über Deutschland hinweg schwenken
lässt und dabei den Rücken auf der Nordflanke deutlich abhobelt. Der neuste Lauf
bleibt bei seinem recht kräftigen Rücken, dessen Achse jedoch nun nach Osten
abgewandert ist aber grundsätzlich noch eine antizyklonale Höhenströmung
induziert. Dennoch können zusammen mit dem ostwärts abziehenden Bodentief im
Osten noch kräftige Niederschläge auftreten, bevor vorübergehend der Rücken mit
Wetterberuhigung am Zuge ist. Der gestrige 00-UTC-Lauf weist über Deutschland
sogar noch einen kräftigeren Rücken auf und lässt auch die Achse über
Ostdeutschland zurückhängen. Resultierend sind Niederschläge bevorzugt im Westen
und Südwesten zu erwarten.

Am Freitag zeigen die letzten IFS-Läufe übereinstimmend einen Kurzwellentrog,
der sich von Frankreich her aufmacht nordwestwärts nach Deutschland zu wandern.
Je nach Amplitude ist dies schneller oder weniger schnell der Fall. Die neusten
Berechnungen zeigen dabei einen Mittelwerg zwischen dem gestrigen 00-UTC-Lauf
und dem 12-UTC-Lauf. Einig sind sich die Modellläufe aber bei dem unbeständigen,
zu Schauern und Gewittern neigenden Wettercharakter. Abweichungen gibt es aber
bei Schwerpunkt und der Intensität.
__________________________________________________________

Vergleich mit anderen globalen Modellen


Auch andere Globalmodelle (ICON, GFS, UK10) zeigen eine zum IFS vergleichbare,
großskalige Geopotential- und Luftdruckverteilung. Wie beim IFS selber so steckt
aber auch beim Modellvergleich der Hase im Detail begraben.

Am Montag zum Start der Mittelfrist sind die Strukturen auch im Detail noch sehr
ähnlich. Allenfalls kleine zeitliche Abweichungen durchziehender kurzwelliger
Anteile lassen die Niederschlagsschwerpunkte zeitlich und räumlich sowie auch in
deren Intensität leicht verschieden über den Norden und Westen hinwegziehen.

Am Dienstag nehmen die Unterschiede zu. Dabei wird die Lage des Höhentiefs
westlich vom Golf von Biskaya abweichend simuliert. Resultierend gibt es auch
bei der Amplitude und Ausrichtung des vorderseitigen Rückens Unterschiede. Im
Vergleich zum IFS und GFS können die frontalen Niederschläge beim ICON weiter
nach Süden ausgreifen.

Am Mittwoch setzen sich die Unterschiede fort. Abhängig von der Lage und
Ausrichtung des Troges bei der Iberischen Halbinsel kann sich der Rücken mehr
oder weniger stark nordwärts bemerkbar machen. IFs und GFS entwickeln dabei eine
ähnliche Vorstellung Beim ICON und UK10 ist die Strömung weniger antizyklonal,
Dazu gelangt der Trog bei den Britischen Inseln mehr in den Fokus. Während beim
IFS die Frontalzone sehr weit nördlich liegt (Niederrhein und Emsland bis
Vorpommern), weisen ICON und UK10 die Niederschläge im Umfeld der Front von
Südwestdeutschland bis zur Oder aus. GFS steht schließlich für einen Mittelweg.


Ab Donnerstag kann man im Modellvergleich kaum noch Gemeinsamkeiten erkennen.
Ok, alle haben das Höhentief über der Iberischen Halbinsel im Programm, was
nordostwärts wandert, an die Höhenströmung andockt und schließlich Deutschland
erreicht. Doch das genaue Timing, die Verlagerungsbahn sowie auch das Mitwirken
neuer Tröge von der Nordsee und Skandinavien wird von den Modellen deutlich
verschieden gezeigt. Das deutsche ICON hat z.B. als einziges Modell am
Donnerstag einen markanten Trog von der Nordsee her mit Höhentief an der
deutschen Küste auf der Agenda. Das UK10 geht da nur in Ansäten mit lässt den
Trog aber weniger stark nach Süden ausgreifen. Resultierend steht nach diesen
Modellen ein unbeständiger Tag ins Haus, während am Freitag bei beiden Modellen
ein Rücken für Wetterberuhigung sorgt. Anders sieht es beim IFS und GFS aus. Bei
diesen Lösungen liegt Deutschland am Donnerstag weiter auf der Trogvorderseite
mit einem mitwirkenden Rücken. Frontales Geschehen allenfalls im Norden und
Westen. Dafür in der Südosthälfte heftige Hitzegewitter. Am Freitag soll dann
anstatt ruhigerem Wetter beim ICON und UK10 ein Luftmassenwechsel anstehen, der
ordentlich Dampf unter dem Kessel hat.
__________________________________________________________

Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen verschiedener Städte in Deutschland weisen bis einschließlich
Dienstag bei einem geringen Spread eine hohe Vorhersagegüte auf. Ab Mittwoch
spreizt sich der ENS-Raum deutlich auf. Bei einem Spread bis zum Wochenende von
15 bis 20 Grad in 850 hPa bzw. 20 bis 30 hPa in 500 hPa ist kaum noch eine
seriöse Vorhersage möglich. Auch der Bereich einer größeren
Auftrittswahrscheinlichkeit ist schließlich breit verschmiert. Auffällig ist,
dass der Hauptlauf sowohl bei der Temperatur als auch beim Geopotential im
oberen Bereich des EPS liegt.

Die Einordnung des IFS-EPS in verschiedene Grundmuster liefert für den ersten
Zeitraum von +72h bis +96h nur ein Cluster, welches dem Schema einer negativen
NAO zugeordnet wird.
Im Zeitraum von +120h bis +168h werden dann schon fünf Lösungen benötigt, um
alle Unsicherheiten ausreichend zu beschreiben. Dabei wechselt das erste Cluster
vom Schema einer neg. NAO hin zur pos. NAO und verfügt insgesamt über 14 Member.
Das zweite Cluster mit 11 Mitgliedern startet im Blocking und wechselt ebenfalls
zum Schema einer pos. NAO. Zwischen den ersten beiden Lösungen gibt es
Unterschiede im Bereich des Troges über dem Ostatlantik sowie der ostwärtigen
Verlagerung. Abhängig davon wird auch die Amplitude und Ausrichtung des Rückens
abweichend wiedergegeben. Das dritte und vierte Cluster bleiben komplett im
Schema des Blockings. Beide haben eine vorübergehende Abkopplung des Höhentiefs
im Programm, was die ersten Cluster so nicht sehen. Entsprechen kann der Rücken
auch einen Ast nach Nordwesteuropa aufbauen und den Trog stärker blocken. Das
fünfte Cluster mit Haupt- und Kontrolllauf wechselt wie Cluster 2 vom Blocking
zur pos. NAO. Allerdings ist der Block noch viel stärker, sodass der Trog kaum
nordostwärts vorankommt. Zusammenfassend kann demnach festgehalten werden, dass
das erste Cluster über Deutschland eine eher zonale Westströmung zeigt und das
Höhentief weitgehend über dem westlichen Mittelmeerraum belässt. Das fünfte
Cluster blockt zwar den Trog ebenfalls aus, lässt in aber durchaus nordwärts
wandern, Zudem ist der Rücken stärker, sodass eine westliche Höhenströmung
weiter nördlich über Skandinavien zu verzeichnen ist. Die restlichen Cluster
lassen den Trog mehr oder weniger intensiv auf Mitteleuropa übergreifen.
In der erweiterten Mittelfrist werden zwei Muster benötigt, um alle
Unsicherheiten zu erklären. Das erste Cluster wechselt dabei vom Blocking zur
pos. NAO und das zweite von der pos. NAO zum Blocking. Haupt- und Kontrolllauf
befinden sich im zweiten Cluster, wo die Wetterlage Brücke Mitteleuropa mit
Höhentief zentraler Mittelmeerraum dominant ist. Die erste Lösung kann dagegen
eher der Wetterlage TrW oder Tief Britische Inseln zugeschrieben werden. Je nach
Lösung stehen die Zeichen entweder auf eher trocken oder weiter unbeständig.

_________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Der EFI zeigt für Dienstag und Mittwoch in der Südosthälfte leicht
überdurchschnittliche Temperaturen. Zudem sind am Montag für Nordwestfrankreich
und Belgien überdurchschnittliche Niederschläge ausgewiesen. Starkregenfälle in
Deutschland sind wahrscheinlich aufgrund der noch großen Unsicherheiten nicht
identifiziert. Zudem sind konvektive Ereignisse kleinräumig und vom IFS kaum zu
erfassen. Der Blick auf den EFI CapeShear verdeutlicht aber sehr gut, dass ab
Dienstag in Teilen Deutschlands (Südhälfte) ein erhöhtes Gewitterpotential
besteht.

Am Montag im Nordwesten und Norden schauerartiger, teils gewittrige Regen,
gebietsweise mehrstündige Starkregen möglich. Sonst von Hessen und
Rheinland-Pfalz bis zum Hochrhein und den Alpen einzelne, teils kräftige
Gewitter. Dabei steht bei PPW von 25 bis 35 mm der Starkregen, lokal auch
heftige Starkregen im Fokus. Ansonsten passen die höheren Scherungswerte im
Westen nicht zu den höheren Cape-Werten (250 bis 750J/kg) im Süden zusammen.
Dennoch könnten sich gerade von Rheinland-Pfalz bis nach Hessen die Gewitter
durchaus organisieren. Dazu treten in einzelnen Gipfellagen Sturmböen auf.

Am Dienstag liegt die Südhälfte weiter in der labilen Warmluft, sodass einzelne
starke bis schwere Gewitter möglich sind. Bei Cape-Werte von 500 bis 1500 J/kg
und PPW-Werten von 25 bis 35 mm sowie einer recht formidable hochreichende
Scherung muss als Begleiterscheinung mit Sturmböen oder schwere Sturmböen,
Starkregen oder heftigem Starkregen und Hagel gerechnet werden. Im Westen und
Norden tritt weiter schauerartiger, teils gewittriger Regen auf, der
gebietsweise mehrstündigen Starkregen bringen kann. Aufgrund der räumlichen und
zeitlichen Unsicherheiten werden derzeit aber nur Wahrscheinlichkeiten bis 15%
abgebildet. Die deterministischen Läufe zeigen jedoch durchaus das Potential
auf. Dazu in Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen stürmische Böen oder
Sturmböen

Am Mittwoch werden im Süden bei vergleichbaren Voraussetzungen wie am Vortag
erneut einzelne starke bis schwere Gewitter mit Starkregen oder heftigem
Starkregen, Sturmböen und Hagel erwartet. Etwas dämpfend wirkt jedoch der Rücken
in der Höhe mit seinem Deckel. In der Nacht zum Donnerstag kann aufziehender,
teils kräftiger Regen gebietsweise für mehrstündigen Starkregen sorgen. Im
höheren Bergland sind stürmische Böen, auf den Alpengipfeln auch Sturmböen
möglich.

Am Donnerstag und Freitag ist eine Prognose aufgrund der Modellunsicherheiten
und geringen Modellkonsistenz nicht möglich. Wenn der Trog von Südwesten auf
Deutschland übergreift und bodennah die Tiefdruckrinn mit Konvergenzlinie und
Kaltfront induziert, ist mit heftigen, teils unwetterartigen Gewittern und
regional mehrstündigem Starkregen zu rechnen. Die Frage ist nur wann und wo oder
überhaupt.
________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, ICON-EPS, für TT zumindest anfangs auch MosMix, die det. Läufe sind ab
Mittwoch wegen fehlender Konsistenz nicht mehr zu empfehlen.
________________________________________________________


VBZ Offenbach / Dipl. Met. Lars Kirchhübel


Home Impressum Gästebuch oben