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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 22.02.2020 um 10.30 UTC



Weiterhin Westlage mit kurzem nordwestlichen Intermezzo: Am Dienstag
Kaltfrontdurchgang mit Regen, im Bergland Schnee. Starke bis sürmische Böen,
einzelne Gewitter, kühler inklusive Regen- und Schneeschauern. Ab Donnerstag
wieder milder, weiterhin wechselhaft.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 29.02.2020


Dienstag ... weitet sich ein Langwellentrog auf große Teile Nordwesteuropas aus.
Mit 500hPa-Temperaturen um -35 Grad ist dieser auch thermisch sehr gut
ausgeprägt. In weiterer Folge gewinnt dieser langsam südostwärts an Raum und
verdrängt den flachen Rücken zunehmend nach Osteuropa. Das für das Wetter in
Deutschland bestimmende Bodentief zieht von der Nordsee zur Nordspitze Dänemarks
und lenkt die zugehörende Kaltfront von der Mitte des Bundesgebiets langsam
südwärts. Ab den Mittagsstunden neigt diese zunehmend zur Verwellung, daher
werden die Alpen von der postfrontalen Kaltluft erst in der Nacht zum Mittwoch
erfasst. Der Langwellentrog amplifiziert in der Nacht deutlich und die
Höhenkaltluft erreicht weite Teile Deutschlands. Die frontalen Niederschläge,
die vor allem noch den Süden beeinflussen werden, gehen daher in der Nordhälfte
zunehmend in eine Schauersituation mit einzelnen Gewittern über. Die Thematik
Schneefallgrenze wird auch wieder erwähnenswert, da in 850 hPa die -5
-Grad-Isotherme von Norden her etwas an Raum gewinnt. An den Alpen sind es bis
Mittwochfrüh allerdings erst -2 Grad. Im Bergland gibt es etwas Schnee, in den
tiefen Lagen bleibt es meistens beim Regen oder vorübergehendem Schneeregen. Der
Wind ist allgemein mäßig bis frisch mit einzelnen starken bis stürmischen Böen,
in Küstennähe sowie im Bergland mit Sturmböen.

Mittwoch ... ist die Trogachse meriodonal von Dänemark bis zum Tyrrhenischen
Meer orientiert. Die weiterhin vorhandene Höhenkaltluft verursacht ungebrochen
eine ausgeprägte Schauerlage mit einzelnen Gewittern. Mit der zunehmend
einsickernden Meeresluft polaren Ursprungs (T 850hPa zunehmend unter -5 Grad)
sinkt auch die Schneefallgrenze etwas ab. In starken Schauern bzw. Gewittern ist
durchaus auch in etwas tieferen Lagen vorübergehend eine dünne Schneedecke
möglich. Das Bodentief verlagert sich von Dänemark kaum ostwärts und führt daher
weiterhin zu einem mäßigen Gradienten, der einzelne starke Böen nicht
ausschließt. Die Höchstwerte verbleiben deutlich unter der 10-Grad-Marke. In der
Nacht zum Donnerstag wandert der amplifizierte Trog langsam ostwärts. Die
Trogachse verliert daher an Einfluss auf das Wetter im Bundesgebiet, die noch
vorhandene Höhenkaltluft ist aber weiterhin für einige Schauer gut. Bei einer
noch etwas weiter auskühlenden Luftmasse ist in den Nachtstunden auch im tiefen
Lagen örtlich begrenzt die eine oder andere Glättesituation durch wenige cm
Schnee möglich.

Donnerstag ... wölbt sich der flache Rücken über Südwesteuropa etwas auf,
während der bis dahin wetterbestimmende Trog nach Osteuropa abzieht. Bodennah
übernimmt ein vom Atlantik in Richtung Schottland ziehendes Tief das Zepter. Die
daran angebundene Warmfront führt zunächst über Westeuropa, ab dem Abend auch im
Westen Deutschlands zu kräftiger WLA. Der damit verbundene Aufgleitniederschlag
(als Regen) löst damit die Schauersituation des Troges zunehmend ab. Im Laufe
der Nacht zum Freitag erfasst der Warmsektor zunächst das gesamte
Vorhersagegebiet, bevor nach Mitternacht die zugehörige Kaltfront
(Kurzwellentrog über der Nordsee) den Nordwesten erreicht. Gebietsweise ist
daher mit Regen zu rechnen, Schneeflocken gibt es allenfalls im Bergland zu
Beginn des Niederschlags. Sollte sich das Timing noch etwas ändern und die
Bewölkung nächtliche Auskühlung ermöglichen, darf im Osten Deutschland auch
möglicher gefrierender Regen nicht ganz vernachlässigt werden. Der weiterhin
mäßige bis frische Wind sorgt aber meistens dafür, dass die Grenzschicht gut
durchmischt wird und die Temperaturen während der Nacht ansteigen werden.

Freitag ... wird die rasche Folge von Kurzwellentrögen und nachfolgenden Rücken
fortgesetzt. Aufgrund eines auf dem Atlantik nach Süden vorstoßenden Troges ist
die nun über Westeuropa beginnenden Aufwölbung des Rückens etwas umfassender als
am Vortag. Ein weiteres, vom Atlantik nach Irland ziehendes Bodentief sorgt
außerdem dafür, dass die Kaltfront über der Mitte Deutschlands bereits wieder
rückläufig wird und in die nächste Warmfront übergeht. Nach einer kurzen
Niederschlagspause muss daher ab Freitagabend von Südwesten her mit neuem Regen
gerechnet werden. Von winterlichen Temperaturen kann keine Rede sein, denn auf
der Karte stehen wieder Werte um oder über 10 Grad. Der Wind bleibt weiterhin
ein Thema mit einzelnen starken Böen.

Samstag ... steilt die Höhenströmung über Westeuropa deutlich auf. Damit
einhergehend ist starke Warmluftzufuhr nach Mitteleuropa mit einer sich langsam
einstellenden Föhnsituation an den Alpen verbunden. Nach Lesart des EZ kommt es
daher im Südosten Deutschlands zu einem frühlingshaften Wochenende, während im
Norden durchziehende Tiefs sowie im Westen die sich annähernde Kaltfront für
Regen sorgt. Diesbezüglich ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen, denn
eine solche Lage wird von den Vorläufen nicht gestützt.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die zu Beginn des Mittelfristzeitraums von der Mitte Deutschlands nach Süden
vorankommende Kaltfront mit nachfolgender Abkühlung wird ähnlich zu den
Vorläufen gerechnet. Die daran gebundenen Niederschläge sowie die anschließende
Schauersituation sind ebenfalls wenig zweifelhaft. Zur Wochenmitte stellt sich
auch in den Vorläufen eine etwas kühlere Nordwestlage ein, bevor es ab der Nacht
zum Freitag von Westen her mit den übergreifenden Warmfronten wieder milder
wird. Spannend wird es in Richtung Wochenende: Die starke Aufsteilung der
Strömung über Westeuropa ist im Vorhersagekonzept des EZ neu und daher noch mit
Vorsicht zu genießen.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Zu Beginn des Mittelfristzeitraums sind die verschiedenen Globalmodelle ziemlich
übereinstimmend, wenngleich die mögliche leichte Verwellung der Kaltfront am
Dienstag von ICON nicht in dem Maße gesehen wird. Prognostisch ergeben sich
daraus aber nur geringe Abweichungen in punkto Niederschlag und Timing.
Relevanter ist dagegen die Betrachtung von möglichen Windentwicklungen. Während
der Gradient bei ICON und GFS vor allem über dem Norden Deutschlands etwas
schärfer als bei EZ ist, bringen die Europäer in der Nacht zum Mittwoch ein von
England in Richtung Polen ziehendes Randtief ins Spiel. Ein paar Fragezeichen
bleiben also offen. An der Trogsituation und der kurzen nordwestlichen Episode
bestehen dann wieder kaum Zweifel. Auch die ab Donnerstagnachmittag beginnende
WLA wird abgesehen von zeitlichen Unschärfen weitgehend konsistent simuliert.
Selbst die Vorderseite am Wochenende haben nun alle drei wichtigen Globalmodelle
mehr oder weniger im Programm.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


EPS:
Die aktuellen Rauchfahnen für drei repräsentative Orte in Deutschland stützen
die im Westlichen auf den deterministischen Verfahren basierenden Aussagen. Der
Kaltfrontdurchgang am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch sorgt vor allem im
Süden für einen starken Rückgang der Luftmassentemperatur. Nachfolgend bestehen
am Timing des Trogachsendurchgangs kaum Unschärfen. Im Zuge der ab der Nacht zum
Freitag einsetzenden WLA werden die Unsicherheiten etwas größer, wenngleich sich
die meisten Member am übereinstimmenden Haupt- und Kontrolllauf orientieren.

CLUSTER:
+120 bis +168h: Die drei vorhandenen Cluster sind alle demselben Strömungsregime
"positive NAO" zugeordnet. Darin wird der generelle Ablauf mit Trogdurchgang und
nachfolgend aufwölbendem Rücken sehr ähnlich simuliert.

+192 bis +240 h: Weiterhin dominiert das Muster "positive NAO", allerdings
wechselt das hauptrepräsentierte Cluster 1 zunehmend zu "negative NAO". Während
sich der Hauptlauf in diesem Cluster befindet, unterstützt der Kontrolllauf
Cluster 2 mit einer etwas verzögerten Umstellung. Beiden ist aber gemeinsam,
dass die Wetterlage zunehmend troggeprägt wird.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


WIND:
Am Dienstag sind in der Nordhälfte starke bis stürmische Böen wahrscheinlich,
nach ICON an der Nordsee auch einzelne schwere Sturmböen. Während nach EZ am
Mittwoch nur der Süden von starken bis stürmischen Böen betroffen ist, lässt
ICON diese auch auf die Mitte und Teile des Nordens ausgreifen (in Verbindung
mit Schauern und Gewittern). Anschließend sind vor allem im Bergland sowie an
der Nordsee signifikante Böen gering wahrscheinlich.

REGEN:
Am Dienstag und Mittwoch bestehen in den Staulagen des Schwarzwaldes schwache
Signale für mehr als 30 mm in 24 Stunden (vor allem bei COSMO-LEPS). Nachfolgend
gibt es am Donnerstag und Freitag erneut im Schwarzwald eine geringe
Wahrscheinlichkeit für die Überschreitung von Warnschwellen.

SCHNEE:
Am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag direkt an den Alpen geringe
Wahrscheinlichkeit für mehr als 10 cm in 24 Stunden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EZ-det., EZ-prob., MOSMix
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VBZ Offenbach / Mag.rer.nat. Florian Bilgeri


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