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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 07.01.2026 um 10.30 UTC



Samstag mit Passage eines kräftigen Tiefs Schneefälle, teils kräftig, eventuell
in Staulagen unwetterartig, lokal gefrierender Regen nicht ausgeschlossen. Dazu
im Norden und Süden kräftiger Wind mit Sturmböen, lokal auch mit Verwehungen.

Am Sonntag Wetterberuhigung, an den Alpen noch meist mäßiger Schneefall, in der
Nacht zum Montag gebietsweise strenger Frost.

Ab dem Montag von Südwesten Niederschläge, meist markante Schnee, teils Übergang
in Regen, Glättegefahr. Im Südwesten und an der Nordsee mitunter auflebender
Wind, bei Schnee damit auch Verwehungen. Nachts gebietsweise erneut strenger
Frost.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 14.01.2026


Am Samstag greift laut IFS am Vormittag von Westen ein kräftiges Bodentief mit
einem Kerndruck von knapp über 990 hPa auf den Nordwesten Deutschlands über. Da
sich der zugehörige Höhentrog im Tagesverlauf abschwächt und der für die
Entwicklung des Bodentiefs günstig gelegene kurzwellige Anteil des Troges an
Kontur verliert, kann sich das Bodentief nicht weiter vertiefen. Im Gegenteil,
es füllt sich auf seinem Weg nach Hessen (Abendposition, 1002 hPa) schon
deutlich auf, in der Nacht verliert es weiter an Bedeutung im Druckfeld. Die
Achse des Langwellentrogs zieht sich bis zum Samstagmorgen ins östliche
Mitteleuropa zurück, auf seiner Rückseite bleibt die Höhenströmung aber zyklonal
aufgestellt, so dass Tief und Trog in der Nacht noch über der Südhälfte für
Niederschläge sorgen. Diese fallen dann bei 850er Temperaturen, die auf der
Rückseite des schwächelnden Tiefs wieder auf -5 bis -10°C fallen, durchweg als
Schnee. Tagsüber dagegen fällt sehr verbreitet Niederschlag, der im Tagesverlauf
im Norden nachlässt. Bei 850er Temperaturen von um -5°C könnte in den
Niederungen auch Regen mit von der Partie sein, was auch die Option von
gefrierendem Regen mit Glatteis beinhaltet. Das gilt aber nur für die Mitte.
Über dem Norden wird durchgehend kalte Luft aus Osten advehiert, so dass dort
die Gefahr von gefrierendem Regen vergleichsweise gering ist. Die
Niederschlagsmengen sollen vor allem in den Staulagen der südlichen
Mittelgebirge und der Alpen doch erheblich sein, zwischen 15 und 30 l/qm in 24
Stunden simuliert IFS in der Spitze, was dann Unwetter-Schneefall entsprechen
würde. Anfang weht der Wind vor allem an den Küsten und im Küstenumfeld sowie in
den südlichen Berglagen kräftig mit steifen Böen Bft 7 und stürmischen Böen Bft
8, in exponierten Lagen (Küste, exponierte Gipfellagen) ist auch noch mehr drin
bis zu schweren Sturmböen (Windrichtung: im Norden um Ost, im Süden um West;
Achtung: auch Schneeverwehungen sind möglich)). In der Südhälfte und dem Westen
steigen die Temperaturen auf 0 bis 4°C, im Norden bleibt es dauerfrostig, im
Osten liegen die Maxima teils nicht über -5°C. Nachts gibt es dann allgemein
Frost, meist zwischen -4°C und -9°C, im Osten sinkt das Thermometer unter -10°C
und damit in den strengen Frostbereich.

Am Sonntag baut sich vorderseitig eines Höhenrückens über Westeuropa eine
Bodenhochdruckzone auf, deren Schwerpunkt vom Nordwesten über die Mitte in den
Südosten wandert, in der Nacht dann auch die Alpen überquert und bis zum Morgen
Kroatien und Bosnien ins Visier nimmt. Auf der Ostflanke des Hochs staut es am
Vormittag noch an die Alpen an, entsprechend fällt Schnee. In der Spitze können,
bis der Schneefall am Nachmittag nachlässt, um 15 cm Neuschnee zusammenkommen.
Der Wind spielt keine prominente Rolle mehr, im Westen und Norden zeigt sich
länger die Sonne. Am Rhein können die Höchstwerte ganz knapp in den positiven
Bereich vorstoßen, meist ist es dauerfrostig mit -6°C bis 0°C. In der Nacht
liegen die Tiefstwerte bei -6 bis -15°C.

Am Montag zieht die Hochdruckzone nach Südosten ab, nachfolgend greift ein
Frontenzug auf den Südwesten über. Dieser ist einerseits in einen Bodentrog
eingelagert, andererseits bekommt er durch einen markanten Kurzwellentrog, der
zu einer Zone tiefen Geopotentials über dem Nordatlantik gehört, etwas Dynamik
verliehen. Die mit der Front verbunden Schneefälle erreichen bis zum Abend etwa
eine Linie Emsland - Allgäu, die mit der Front einsetzende Milderung lässt die
850er Werte im Westen zum Abend auf Werte nahe 0°C, zum Morgen bis auf knapp 3°C
ansteigen. Da der Kurzwellentrog in der Nacht aber von einem kräftigen, von
Westen heranrückenden Rücken eingefangen wird und das steigende Geopotential die
Hebungsimpulse hemmt, zerfleddert die Front in der Nacht auf ihrem Weg vom
Südwesten in die Mitte. Mit der Front frischt in der Westhälfte der Wind auf, an
der Nordsee und in den Hochlagen des Westens sind dann Böen Bft 7, eventuell
auch einzelne Böen Bft 8 möglich. Mit der im Westen einetzenden Milderung ist
ein Übergang des Schnees in Regen mit entsprechender Glättegefahr eine Option,
meist sollte aber Schnee fallen. Meist bleiben die Mengen unter 5 cm, lokal
akkumuliert es auf 5 bis maximal 10 cm Neuschnee, nur am westlichen Alpenrand
und im Süden Baden-Württemberg, wo die Front zu schleifen beginnt, kann es noch
mehr Neuschnee geben. Die Temperaturen (Tag und Nacht) liegen etwa im Bereich
des Vortages.

Am Dienstag greift von Südwesten neuer Niederschlag auf Deutschland über, der
bis Mittwochvormittag unter deutlicher Abschwächung den Nordosten erreicht. Mit
diesen Niederschlägen geht markante WLA einher, bis zum Donnerstagmorgen steigen
die 850er Temperaturen auf 2 bis 7°C und damit durchweg in den positiven
Bereich. Im Südwesten ist es durch die leichte Milderung tagsüber frostfrei,
sonst liegen die Tagesspitzen der Temperatur bei -7°C bis 0°C. Nachts herrscht
Frost zwischen -1°C und -12°C.

In der erweiterten Mittelfrist zeigt sich eine leichte Tendenz zu einer
Wetterberuhigung.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Der aktuelle Lauf des IFS zeigt im Vergleich zum direkten Vorlauf eine gute
Übereinstimmung, im Vergleich mit dem gestrigen 00-UTC-Lauf jedoch deutliche
Unterschiede. Diese liegen z. B. in der Verlagerungsgeschwindigkeit des
kleinräumigen, aber kräftigen Tiefs, das am Samstag Deutschland überqueren soll.
Dieses wird in den beiden jüngeren Läufen deutlich langsamer eingeschätzt als
noch im gestrigen 00-UTC-Lauf, der z. B. Ähnlichkeiten zur aktuellen Lösung von
ICON aufweist.

Die Phasenunterschiede zwischen den letzten beiden Läufen und dem gestrigen
00-UTC-Lauf setzt sich im Weiteren fort. Die Wetterberuhigung durch die sich
vorübergehend etablierende Hochdruckzone sowie deren Bewegung nach Südosten
simuliert der am Weitesten zurückliegende Lauf am schnellsten.

Ab Montag laufen dann auch die beiden jüngeren Läufe auseinander. Während die
beiden 00-UTC-Läufe zum Wochenbeginn einen neuen Höhenrücken von Westen her
avisierten, glättete nach dem 12-UTC-Lauf die Höhenströmung zonal orientiert
durch. Damit werden auch die Feuchtefelder und in der Folge die Niederschläge
unterschiedlich simuliert.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Schon zum Beginn des Mittelfristzeitraumes zeigen die Modelle deutliche
Unterschiede. Während IFS und GFS am Samstagmorgen die Position des Tiefs recht
ähnlich westlich des Münsterlandes verdrahten, liegt das Tief nach UK10 schon
über Südhessen, nach ICON schon über dem Norden des Böhmischen Beckens. In der
Folge werden die bodennahen Strömungsmuster, die Hebungsimpulse und auch die
Niederschläge in Intensität und Phase deutlich unterschiedlich abgeschätzt. Für
den Beginn des Mittelfristzeitraumes sind die Unterschiede schon beträchtlich.

Bezüglich des am Sonntag von Norden her übergreifenden Bodenhochs setzten UK10
und ICON beim Tempo die Maßstäbe. Etwas verhaltener bezüglich des zeitlichen
Übergreifens ist IFS unterwegs, GFS lässt das Hoch für uns am spätesten
wetterwirksam werden. Insgesamt kann man nach den anfänglich großen
Unterschieden ein gewisses Zusammenlaufen der Modelle konstatieren.

Am Montag läuft dann ICON den anderen genannten Modellen voraus, so greifen die
Feuchte- und Niederschlagsfelder bei ICON deutlich schneller von Westen her über
als bei den anderen drei Modellen, gleiches gilt für die Milderung in 850 hPa.
Die externen Modelle geben bezüglich der genannten Parameter ein recht
einheitliches Bild ab, auch was die Verlagerungsgeschwindigkeit angeht.
Letzteres gilt auch für die Situation in 500 hPa, wo der hereindrückende Rücken
bei ICON zügiger unterwegs ist als bei den anderen Modellen.

Ab Dienstag werden die Detailunterschiede wieder größer. Was sich aber
festhalten lässt: Alle Modelle setzten auf eine von Südwesten einsetzende
Milderung, die in 850 hPa die Temperaturen deutlich ansteigen lässt - bei z. B.
ICON und IFS deutschlandweit über 0°C, bei GFS zumindest im Süden und der Mitte
über 0°C.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die IFS-Clusterung ergibt im Zeitfenster +72 bis +120 Stunden drei Cluster, die
alle von der Kategorie "Negative NAO" in die Kategorie "Altantischer Rücken"
wechseln. Letztendlich setzen damit alle Lösungen auf eine allmähliche
Wetterberuhigung zum Sonntag hin, nachdem am Samstag noch das kräftige Schnee-
bzw. Sturmtief für spannendes Wetter gesorgt hat. Interessant in diesem
Zusammenhang ist, dass der Deterministische Lauf zwar im mit 22 Mitgliedern
größten Cluster liegt, die mit 17 und 12 Mitgliedern kleineren Cluster aber
beide eine schnellere Verlagerung des Tief andeuten und somit in die Richtung
tendieren, die auch UK10 oder ICON vorgeben.

Im Zeitfenster +120 bis +168 Stunden werden wieder drei Cluster ermittelt, die
sich alle anfangs in der "Negativen NAO" bewegen, dann aber in eine
Blockierungslage (größter Cluster mit 28 Mitgliedern, zu denen auch der
Hauptlauf gehört) oder in die Lage "Atlantischer Rücken" wechseln. Die
Blockierungslage zeichnet sich durch den markantesten Höhenrücken aus. Im
Bodendruckfeld greift beim mit 14 Mitgliedern mittleren Cluster der
Tiefdruckeinfluss vom Atlantik her am weitesten nach Osten bis zu den Pyrenäen
und zum westlichen Mittelmeer über, womit Deutschland in einer (kalten)
östlichen Strömung verbleiben würde. Laut des kleinsten Clusters (9 Mitglieder)
verbleibt das Tief dagegen vor der Iberischen Halbinsel, über dem Alpenraum und
Süddeutschland soll dagegen Hochdruck dominieren, was dann für den Nordosten
eine Milderung unwahrscheinlich macht.

Insgesamt ist die Spannweite der Lösungen noch groß, die Ensemblemitglieder
müssen noch zusammenfinden.

Die Rauchfahnen des IFS-Ensembles zeigen ab der Nacht zum Samstag für die 850er
Temperatur eine deutliche Auffächerung der Streuung, die bis in den Sonntag etwa
konstant bleibt, ab dem Montag dann nochmals zunimmt. Dabei sinken die 850er
Werte bis zum Sonntag hin ab, ab dann steigen sie wieder an. Das ist zumindest
das Bild beim Blick auf die Gesamtverteilung. Entsprechend der Verlagerung des
Tiefs und der Strömung erreichen die einzelnen Mitglieder des Ensembles den
Tiefpunkt der Temperatur früher oder später.

Qualitativ stützen die GFS-Ensembles diejenigen des IFS.


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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


TEMPERATUREN:
Der EFI zeigt für den Mittelfristzeitraum praktisch durchgehend, und
insbesondere für den Nordosten, Signale für signifikant unter dem Klimamittel
liegende Temperaturen.

COSMO-LEPS zeigt für die Nächte zum Sonntag und Montag in der Südwesthälfte
geringe, dort in den Hochlagen auch mittlere Wahrscheinlichkeiten (bis etwa 50%)
für strengen Frost unter -10°C. Im Nordosten liegen die entsprechenden
Wahrscheinlichkeiten in der Nacht zum Sonntag um 60%, in der Nacht zum Montag
bei bis zu 100%.

WIND:
Am Samstag an den Küsten und in den Hochlagen des Südwestens stürmische Böen und
Sturmböen wahrscheinlich (Höchste Wahrscheinlichkeiten an der
Schleswig-Holsteinischen Ostküste mit bis zu 100%).

SCHNEE:
Am Samstag bei COSMO-LEPS im Schwarzwald und im Allgäu Wahrscheinlichkeiten von
bis zu 70% für mehr als 10 cm Schnee in 12 Stunden, im Allgäu auch in der Nacht
zum Sonntag entsprechende Werte. Ansonsten in den Mittelgebirgen nur geringe
Wahrscheinlichkeiten (meist 10 bis 20%) für mehr als 10 cm Neuschnee. Am Montag
allgemein nur noch geringe Signale für mehr als 10 cm Neuschnee.

Achtung: In Verbindung mit Wind Schneeverwehungen möglich, bei einsetzender,
auch vorübergehender Milderung und Übergang von Schnee in Regen auch Glatteis
möglich.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Martin Jonas


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