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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 19.03.2026 um 10.30 UTC Zunächst meist ruhiges Hochdruckwetter. Im Laufe der kommenden Woche deutlich unbeständiger und kühler. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 26.03.2026 Im Laufe der kommenden Woche steht mit einem Kaltluftvorstoß eine markante Änderung der Großwetterlage ins Haus. Zunächst dominiert aber noch Hochdruckeinfluss. Am Sonntag reicht eine Zone hohen Geopotenzials von den Azoren über die Britischen Inseln und Südskandinavien bis ins Baltikum. Flankiert wird diese Zone von einem Höhentiefkomplex mit Schwerpunkt über Norditalien. Ein Kaltlufttropfen hat am Samstag die Nordalpen westwärts überquert, liegt Sonntagfrüh über den Westalpen und zieht in weiterer Folge unter Einbindung in das Höhentief zum westlichen Mittelmeer. Am Boden sorgt eine Hochdruckzone vom Seegebiet westlich von Irland bis nach Westrussland verbreitet für ruhiges und wolkenarmes Wetter. Eine Ausnahme bildet der Alpenrand der in Form dichter Wolken und stellenweise etwas Niederschlags noch vom abziehenden Kaltlufttropfen beeinflusst wird. Bei Temperaturen zwischen 0 und -3 Grad Celsius in 850 hPa fällt ab etwa 1000 m Höhe Schnee. Am Montag wandert der Höhenkeil etwa südwärts und reicht nun vom Ärmelkanal nach Westrussland, über dem östlichen Mitteleuropa bekommt er eine Schwachstelle. Die Frontalzone über Skandinavien wandert ebenfalls südwärts hat aber noch keinen Einfluss auf das Wetter bei uns. Der Höhentiefkomplex über dem nördlichen Mittelmeer verlagert seinen Schwerpunkt zur Adria. Das Wetter in Deutschland wird von einem Bodenhoch mit Schwerpunkt über England und dem Südteil der Nordsee bestimmt. An dessen Nordostflanke driftet mittelhohe Bewölkung im Tagesverlauf in den Norden. Sonst entsteht meist flache sowie lockere Quellbewölkung. Die Temperaturen in 850hPa liegen zwischen -2 Grad über Rügen und +3 Grad an der Grenze zu den Niederlanden. Am Dienstag schwenkt der Höhenkeil unter Abschwächung über Osteuropa weiter südwärts und reicht über die Biskaya und Mitteleuropa zur Ukraine. Die Frontalzone über Nordeuropa macht weiter Boden gut nach Süden. Über dem Nordostatlantik weitet sich ein Langwellentrog nach Südosten aus und erreicht im Laufe des Tages den Nordteil der Britischen Inseln und Mittwochfrüh den Südwestteil der Nordsee. Über Norditalien kommt es vorderseitig des Troges zu einer Zyklogenese. Das angesprochene Hoch über der Nordsee wandert unter Abschwächung rasch südostwärts nach Rumänien. Ein umfangreiches Sturmtief südöstlich von Island zieht unter Abschwächung zum Nordteil der Nordsee und nimmt allmählich Einfluss auf das Wetter in Deutschland. Ein okkludierendes Frontensystem greift im Laufe des Tages auf den Nordwesten des Landes über und schwenkt in der Nacht zum Mittwoch in den Osten und Süden Deutschlands. Während die Temperatur in 850 hPa tagsüber mit Warmluftadevektion vorübergehend auf +2 bis +5 Grad steigt, sinkt sie bis Mittwochfrüh postfrontal auf -3 Grad im Nordwesten Deutschlands. Am Mittwoch schwenkt der Langwellentrog unter Verlängerung seiner Amplitude nach Mitteleuropa (um -35 Grad in 500 hPa über Deutschland). Westlich davon wölbt sich über dem Nordostatlantik ein breiter Höhenrücken bis zur Grönlandsee auf. Die Strömung ist nun stark meridional ausgerichtet. Das Tief über der Nordsee soll nach IFS bis Donnerstagfrüh zur Deutschen Bucht ziehen. Die Kaltfront über dem Osten und Süden zieht ab und nachfolgend setzt sich am Boden schwacher Zwischenhocheinfluss durch. In 850 hPa liegen die Temperaturen zwischen -5 und -2 Grad. In der stark labilen Schichtung kommt es zu Schauern und Gewittern, am Nord- und Westrand der Mittelgebirge teils zu länger andauernden Niederschlägen. Teils bis in mittlere Lagen als Schnee. Am Donnerstag zeigt der Langwellentrog kaum noch eine Verlagerung nach Osten, sondern zeigt bei weiterer Verlängerung seiner Amplitude Abtropfungstendenzen über die Alpen zum nördlichen Mittelmeer. Der breite Azorenhochkeil über dem Atlantik schwenkt bis Freitag zu den Britischen Inseln und nach Norwegen. Das Bodentief über der Nordsee zieht unter weitgehender Auffüllung nach Süddeutschland. Das Tief über Oberitalien zieht über den Nordteil der Adria nach Ungarn. Über Deutschland stellt sich zwischen diesem Tief und einem umfangreichen Hoch südwestlich von Irland eine nördliche Strömung ein. In der weiterhin labilen Luft (500 hPa um -33, 850 hPa um -3 Grad) kommt es zu schauerartigen Niederschlägen, die sich insbesondere an den Alpen stauen und dort zu länger andauernden Schneefällen führen. In der erweiterten Mittelfrist bleibt Mitteleuropa am Westrand des Azorenhochkeils. Über Ost- und Südosteuropa dominiert Tiefdruckeinfluss. Über Deutschland dominiert im Westen Hochdruckeinfluss, nach Osten zeitweise auch Tiefdruckeinfluss. Mit einer nördlichen bis nordwestlichen Strömung wird subpolare Meeresluft herangeführt. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz nimmt ab besonders ab Dienstag deutlich ab. Die Vorläufe haben das übergreifen des Troges und Bodentiefs mit entsprechenden Fronten von Westen deutlich schneller gezeigt. Mit jedem Lauf wurde diese Entwicklung verlangsamt und der Hochdruckeinfluss in die neue Woche hinein ausgedehnt. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen ICCON zeigt gegenüber dem aktuellsten Lauf von IFS nochmals langsamere Entwicklung in der kommenden Woche. In dieser Variante erreicht der Trog erst am Donnerstag Deutschland und das auch in stark abgeschwächter Form, da über Westeuropa bereits ein Teil nach Süden abgetropft ist. GFS zeigt eine ähnliche zeitliche Abfolge und auch die Intensität des Troges ist näher am IFS, allerdings amplifiziert der Trog langsamer/später nach Süden, ein Abtropfen findet somit später statt und Trog kann bis dahin weiter nach Osten vorankommen. Der Keil über Westeuropa stößt somit rascher nach Mitteleuropa vor. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Clusteranalyse für das 500 hPa Geopotenzial zeigt ausgangs der Kurz- bzw. eingangs der Mittelfrist (72 bis 96 Stunden) vier Cluster, die sich für Sonntag für Mitteleuropa nicht wirklich unterscheiden (robuste Potenzialbrücke bzw. Hochdruckzone). Mit dem südwärts schenkenden Keil überwiegen am Montag die NAO+ Lösungen. Für den Zeitraum 120 bis 168 Stunden gibt es erneut vier Cluster. Für den Dienstag und Mittwoch werden nur Cluster der Variante NAO+ gezeigt. Wobei sich für Mitteleuropa bereits deutliche Unterschiede ergeben. Anders als in der Variante des Hauptlaufs gibt es Lösungen, die ein späteres Übergreifen des Troges oder ein recht westliches Abtropfen (wie ICON) zeigen. Ab Donnerstag dominieren Cluster der Variante Blocking oder Mittelatlantischer Rücken. Etwaige Abtropfprozesse des Troges zum Mittelmeer und ein Übergreifen des Azorenhochkeils nach Mitteleuropa werden sehr unterschiedlich simuliert. Varianten mit längerem Trogeinfluss sind in der Mehrheit. Die Rauchfahnen für das Geopotenzial in 500 hPa zeigen bis einschließlich Dienstag noch eine recht enge Bündelung. Ab Dienstag nimmt die Streuung stark zu. Die Intensität der Abnahme des Geopotenzials aber auch der Zeitpunkt der Abnahme werden unterschiedlich simuliert. Der Hauptlauf zeigt eher eine frühe und starke Abnahme. Sowohl Hauptlauf als auch Ensemble zeigen das Minimum am Donnerstag und dann eine graduelle Zunahme. Die Temperatur in 850 hPa folgt dem Trend des Geopotenzials. Bis einschließlich Montag ist die Bündelung noch recht eng, bevor die Streuung deutlich zunimmt. Grundsätzlich gibt es dann eine Abnahme von 0 bis +3 Grad auf Werte um -4 Grad am Donnerstag. Für den Zeitraum danach gibt es keine eindeutige Tendenz. Niederschlagssignale gibt es zunächst nicht oder kaum und nehmen erst am Dienstag zu, mit einem Maximum zur Wochenmitte ohne das extreme Lösungen gezeigt werden. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Das EFI zeigt keine oder so gut wie keine Hinweise auf ungewöhnliche Ereignisse bezüglich Wind, Niederschlag und Schnee. Das EPS für IFS zeigt mit dem Übergreifen des Troges geringe Wahrscheinlichkeiten für BFT 8 und 9 in der Westhälfte und im Norden Deutschlands am Mittwoch und Donnerstag. Für Mittwoch und Donnerstag gibt es sehr geringe Signale für mehr als 30 l/qm in 24 Stunden im Schwarzwald und am Alpenrand. Die stärksten Signale gibt es für den Parameter Schnee. Für den Alpenrand gibt es mittlere Wahrscheinlichkeiten im EPS für mehr als 10 l/qm und geringe Wahrscheinlichkeiten für mehr als 20 l/qm Niederschlag als Schnee in 24 Stunden ab der Nacht zum Donnerstag. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-EPS, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Thore Hansen |
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