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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 22.01.2019 um 10.30 UTC



Anfangs mit Annäherung und Durchgang eines Frontensystems Milderung, dabei
anfangs Schnee, später Regen und im Übergangsbereich vor allem im Norden und in
den Mittelgebirgen Gefahr von Glatteis. Ab Montag wieder unbeständig und
winterlich kalt.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 29.01.2019


Am Freitag liegt Deutschland zwischen einem abgetropften Höhentief über Italien
und dem nördlichen Resttrog in einer recht gradientschwachen Zone. Von Westen
her schwenkt ein Keil des Ostatlantischen Höhenhochs südwärts liegt am Samstag
schließlich mit seiner Achse über den Alpen. Am Boden erreichen die
Tiefausläufer eines Tiefs nördlich von Schottland unseren Vorhersagebereich. Als
erstes sorgt die WLA auf der Vorderseite in der zweiten Tageshälfte im Norden
für viele Wolken, es bleibt aber vorerst trocken. Erst am Abend und in der Nacht
zum Samstag und am Samstag erreicht uns der daran befindliche Niederschlag,
zuerst als Schnee, später aufgrund der kräftigen Erwärmung zunehmend als Regen,
wobei in einem Übergangsbereich auch mit Glatteis zu rechnen ist. Die Warmfront
überquert bis Sonntagmittag den Norden und führt dazu, dass die Temperatur in
850hPa über 0 Grad ansteigt. Vor allem im Norden gibt es dabei Signale für über
10mm/12h, ansonsten sind in der Fläche meist nur wenige Millimeter erwartet.

Im Verlauf des Samstags folgt dann die Kaltfront und erreicht zuerst den
Nordwesten und überquert dann am Sonntag auch die Mitte und den Süden. Davor
kann es im Warmsektor vor allem an der Küste zu stürmischen Böen aus Südwest
kommen. Rückseitig der Kaltfront stößt ein Trog über Westeuropa weiter nach
Süden vor und sorgt dafür, dass die T850 wieder unter -5 Grad sinkt. Daher muss
an und rückseitig der Kaltfront zu Schnee oder Schneeschauern. Größere
Neuschneemengen sind aber nicht zu erwarten.

Am Montag weitet sich der Trog weiter nach Süden aus und seine Achse erreicht
die Mitte Deutschlands. Allerdings wird dabei über Italien erneut ein Cut-Off
simuliert. Das macht Platz für einen Vorstoß eines Keils des ostatlantischen
Höhenhochs in Richtung Mitte.
Am Dienstag schwenkt der nördliche Resttrog über die Mitte und den Norden
ostwärts. Im Süden stützt der Hochkeil die Bildung eines Bodenkeils über dem
Alpenraum und Süddeutschland. Die anfänglichen Schneefälle dort lassen dann auch
bald nach.

Der erweiterte mittelfristige Vorhersagezeitraum wird erneut von dem Vorstoß
eines Trogs nach Deutschland geprägt. Korrespondieren dazu wird zudem ein Tief
über dem Norden simuliert, was auf den Fortbestand des unbeständigen und meist
winterlich geprägten Wetters hindeutet.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Prinzipiell stimmen die Vorläufe und der aktuelle Lauf des IFS bis Sonntag recht
gut überein. Danach greift allerdings der Trog etwas rascher auf unser
Vorhersagegebiet über. Weiterhin simulierten die Vorläufe den Trog etwas kälter
als der aktuelle Lauf. Im Anschluss stimmen die Läufe ganz gut überein, wenn es
auch im Detail Unterschiede in der Konturierung des Troges gibt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Anfangs stimmen die Modelle recht passabel überein. Auch das Übergreifen des
Troges haben alle Modelle auf der Karte, wenn auch nicht so kalt wie beim IFS.
Das Übergreifen der Front am Dienstag haben alle Modelle im Programm,
Unterschiede gibt es vor allem bei der Einschätzung der Wetteraktivität, die ist
beim IFS am geringsten. Selbst im erweiterten Mittelfristzeitraum ab Dienstag
stimmen IFS und GFS recht gut überein.

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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Cluster-Szenarien für Freitag und Samstag liefern 5 Cluster, die sich jedoch
in unserem Vorhersagebereich kaum unterscheiden. Der anschließende Zeitraum
Sonntag bis Dienstag zeigt sogar 6 verschiedene Cluster, wobei der aktuelle Lauf
des IFS dem Cluster 1 zugeordnet wird. Dieser zeigt den Cut-Off im Trog und
damit das Durchschwenkten eines Keils des ostatlantischen Hochs und damit eine
Wetterberuhigung bei uns. Dagegen gibt es aber auch drei Cluster, die in
unterschiedlicher Stärke und Entwicklung ein Cut-Off über der Nordsee und
Westeuropa simulieren, verbunden mit einem recht starken Gradienten. Somit
unterstützen die Ensembles nicht unbedingt die deterministische Lösung, wobei
diese doch eine recht wahrscheinliche Lösung zu sein scheint.

Dagegen stützt das GEFS Ensemble sowohl die Lösung des aktuellen IFS-Laufs am
Freitag und Samstag (Cut-Off und Durchschwenken Höhenkeil), als auch das
Übergreifen des Troges am Sonntag. Ein weiteres Durchschwenken eines Keils von
Nord nach Süd am Dienstag wie bei IFS, findet sich im GEFS Ensemble allerdings
nicht.
Weiterhin ist nach GEFS der Temperaturverlauf deutlich unter dem Mittel 1981 bis
2010.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Der Extreme Forecast Index des EZMW-Ensembles zeigt am Freitag und Samstag im
Norden und in der Mitte deutliche Hinweise auf einen kühlen Witterungsabschnitt.
Dem entsprechend gibt es beim EZMW-Ensemble Signale für strengen Frost in den
Alpen sowie im ostdeutschen Mittelgebirgsraum.

Es gibt von den Ensembles keine Hinweise auf warnwürdige Niederschlagsmengen.
Warnwürdige Böen sind vor allem am Freitag und Samstag mit dem Übergreifen des
Warmsektors des Tiefs bei Schottland zu erwarten. Das betrifft vor allem den
Nordseeküstenbereich.

Weiterhin zeigt EZMW-Echarts am Samstagmorgen für Teile Norddeutschland und den
Mittelgebirgen Signale für gefrierenden Regen.

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Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMix, IFS, Ensembles
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Rolf Ullrich


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