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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 21.09.2019 um 10.30 UTC



Wechselhaft mit zeitweiligen Niederschlägen. Dabei zunächst mäßig-warm, ab dem
kommenden Wochenende Abkühlung. Kaum signifikante Wettererscheinungen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 28.09.2019


Die ab Dienstag beginnende Mittelfrist wird geprägt von einem Langwellentrog
über dem Nordostatlantik und über den Britischen Inseln, der ehemals Teil eines
Omegas war. Ihm gegenüber steht ein abgeschnürtes Höhenhoch über dem Nordmeer.
Während der Trog zunächst Anteile bis nach Mitteleuropa steuert, wird er im
Wochenverlauf von einem neuen, vom Seegebiet südlich Grönlands stromabwärts
laufenden Höhentief regeneriert. Deutschland bleibt damit auf der Vorderseite
des Langwellentrogs, zum Wochenende pirscht er sich dann dem europäischen
Kontinent an. In dieser Konstellation werden zeitweise Tiefausläufer und feuchte
und zunächst noch eher milde Luftmassen nach Deutschland gelenkt.

Am Dienstag gibt es dem neuesten EZMW-Lauf von 00 UTC zufolge über bzw. nahe den
Britischen Inseln zwei Höhentiefs, die bis zum Mittwoch über Schottland
fusionieren, um sich am Donnerstag etwas nördlich davon aufzulösen. Ausgehend
von diesem Komplex ist eine negativ geneigte Achse bis nach Frankreich
gerichtet, die sich am Mittwoch unter leichter Amplifizierung des Troges nach
Deutschland verlagert, um am Donnerstag bei leichter Nordverlagerung den Trog
wieder abzuflachen. Am Boden korrespondieren beide Höhentiefs mit jeweils
eigenen Bodentiefs, deren Ausläufer bis nach Deutschland vordringen und feuchte
Luftmassen bereitstellen. Dabei wird die anfangs milde Luft mit T850 hPa über 10
Grad mit Drehung der Strömung von Südwest auf Nordwest in Schüben durch etwas
kühlere Meeresluft mit T850 hPa von 5 bis 7 Grad ersetzt.

Bis zum Freitag wird dann die oben erwähnte Regenerierung des Langwellentroges
vollzogen, sodass die Strömung auf Südwest zurückdreht und sich erneut mildere
Luftmassen mit T850 hPa wieder über 10 Grad bei uns breitmachen. Weil sich auf
der Vorderseite des Langwellentrogs zudem ein Rücken nach Mitteleuropa aufwölbt,
steigt der Luftdruck vorübergehend.

Am Wochenende erfasst der Trog das westliche Mitteleuropa und damit auch
Deutschland. Mit neuen Tiefausläufern werden erneut feuchte und allmählich auch
kühlere Luftmassen herangeführt.

In der ab Sonntag beginnenden Mittelfrist verlagert sich der Langwellentrog
langsam nach Skandinavien und Mitteleuropa. Das korrespondierende Bodentief
lässt die Strömung über Deutschland auf Nord bis Nordost drehen, womit noch
kühlere Luftmassen polaren Ursprungs ihren Weg zu uns finden und die T850 hPa
auf nahe 0 Grad sinken können. Zudem sorgt der Gradient in der Nähe zum Tief für
eine Windzunahme.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Das grobe Setting wird auch im neuesten Lauf vom EZMW gebracht. So finden sich
die gestern angepeilten Strukturen sogar bis in die erweiterte Mittelfrist
wieder. Etwas größere Unterschiede ergeben sich für Dienstag bis Donnerstag, die
Auswirkungen auf das Wetter bei uns halten sich aber in Grenzen. Dabei wird der
Höhentrogkomplex über den Britischen Inseln leicht modifiziert. Im neuesten Lauf
amplifiziert der Trog stärker bis nach Deutschland, wobei die Achse anschließend
nach Norden schwenkt. Im gestrigen 00 UTC-Lauf zog der Höhentrog unter Auflösung
über Deutschland hinweg nach Osten. Beide Varianten sind jedoch mit Durchzug von
Fronten über Deutschland verbunden, sodass die Vorhersage nur leicht geändert
werden muss. Der gestrige 12 UTC-Lauf ist dem heutigen 00 UTC-Lauf ähnlicher,
die Amplifizierung wurde aber noch nicht so stark vorhergesagt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


GFS und ICON bleiben auf Linie des EZMW, allerdings wird das Geschehen von
Dienstag bis Donnerstag in Details ebenfalls leicht unterschiedlich präsentiert,
ohne dass das signifikante Auswirkungen auf unser Wetter hätte. So lässt GFS
beispielsweise ähnlich wie im gestrigen 00 UTC-Lauf des EZMW den Höhentrog/das
Höhentief nach Osteuropa ablaufen. ICON dagegen rechnet die Entwicklung etwas
stärker als das EZMW, sodass es mit einem Tief über der Nordsee in
Nordwestdeutschland recht windig werden könnte. GEM, NAVGEM und FIM sind dem
EZMW ebenfalls sehr nahe.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Ein homogenes Bild liefern die Rauchfahnen des EZMW-Ensembles für diverse
deutsche Städte auch am heutigen Samstag. Erst ab Freitag ist eine größere
Varianz vorhanden, der Median mit Haupt- und Kontrolllauf bleibt aber wohl
definiert und zeigt den Rückgang bei Temperatur und Geopotenzial bis zum Montag.
Darüber hinaus werden immer wieder Niederschlagssignale generiert, die einen
wechselhaften Witterungscharakter unterstreichen.

Die Clusteranalyse berechnet von Donnerstag, 00 UTC bis Samstag, 00 UTC zwei
Cluster, die sich über West- und Mitteleuropa kaum unterscheiden. Von Sonntag,
00 UTC bis Montag, 00 UTC werden drei Cluster analysiert, wobei C1 und C3 den
Trog nach Skandinavien und Mitteleuropa verlagern. Bei C2 zieht dieser nur als
schwacher Randtrog über Deutschland nach Osten durch.

FAZIT:
Das wechselhafte Wetter bis zum Wochenende ist in trockenen Tüchern, auch wenn
die Details noch nicht endgültig geklärt sind. Dabei wird das Temperaturniveau
mäßig-warm bis warm sein. Am Wochenende ist die Ankunft des Troges über
Mitteleuropa wahrscheinlich, mit der Konsequenz von weiterhin wechselhaften
Wetter bei sinkenden Temperaturen. Mit der Windzunahme stellt sich vermutlich
sogar ein ausgesprochen herbstliches Szenario ein.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


EFI und die verschiedenen EPS geben keine Hinweise auf außergewöhnliche
Wetterereignisse in der Mittelfrist.

Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass insbesondere mit Durchzug von
Kaltfronten örtlich Gewitter auftreten, vor allem ab dem kommenden Wochenende,
wenn der Trogeinfluss noch zunimmt. In weit diese markant werden bezüglich
Starkregen oder stürmischen Böen, kann noch nicht abschließend beantwortet
werden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, EZMW-EPS, EZMW-Det.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler


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