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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 25.09.2018 um 10.30 UTC



Leicht wechselhaft und relativ kühl, an der See windig.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 02.10.2018


Mit Beginn des Mittelfristzeitraums am kommenden Freitag ist das kurze
Altweibersommerintermezzo in Deutschland bereits wieder Geschichte. So schwenkt
im Tagesverlauf eine Kaltfront von Nord nach Süd über uns hinweg, die allerdings
am Rande des kräftigen Hochs mit Kern nahe 1040 hPa westlich von Irland
antizyklonal bei uns eindringt und somit kaum wetterwirksam ist. Abgesehen von
einem schmalen Wolkenband mit etwas Nieselregen sollte da nicht viel passieren.
Der Haupttrog verbleibt über Skandinavien, so dass selbst postfrontale Schauer
im Küstenumfeld die Ausnahme sein werden. Allerdings - und das ist das
Entscheidende - kommen wir wieder in den "Genuss" von frischer Meeresluft
polaren Ursprungs, die sich in 850 hPa Temperaturen von knapp unter 0 Grad
äußert. Wozu diese Luftmasse unter "optimalen" Ausstrahlungsverhältnissen zu
dieser Jahreszeit bereits fähig ist, können wir anhand der aktuellen
Tiefsttemperaturen bereits eindrucksvoll verfolgen. So gab es in der vergangenen
Nacht bereits zahlreiche Stationen im Süden und der Mitte des Landes mit
leichtem Luftfrost. Mit vorläufigem Höhepunkt in der kommenden Nacht zum
Mittwoch wird die gelbe Farbe der Frostwarnungen noch deutlich größere Ausmaße
auf der Warnkarte einnehmen.
Zudem soll nicht unerwähnt bleiben, dass dicht südöstlich von Sizilien
voraussichtlich ein kleinräumiger, aber giftiger "Medicane" sein Unwesen treibt.


Am Samstag schwenkt ein flacher Rücken von Schottland nach Deutschland, womit am
Boden eine sich ostwärts ausweitende Hochdrückbrücke vom Ostatlantik bis nach
Polen gestützt wird. Am Nordrand dessen Achse sorgt sowohl schwache WLA in der
Höhe als auch Feuchteadvektion mit der nordwestlichen Strömung von der Nordsee
im Nordwesten des Landes für einen stark bewölkten Wettercharakter. Am Alpenrand
sorgen Reste der Kaltfront noch staubedingt für schwache Regenfälle, oberhalb
etwa 1600 Meter auch als Schnee. Im großen Rest des Landes ist es nach Auflösung
örtlicher Nebelfelder freundlich, aber relativ frisch mit Höchstwerten um 15
Grad, am Oberrhein etwas darüber.

Am Sonntag schwenkt der Höhenrücken südostwärts ab. Die Frontalzone verläuft
relativ zonal von der Irminger See über Südskandinavien bis zum Raum Moskau,
wobei ein eingebetteter flacher Kurzwellentrog im Tagesverlauf über Jütland
ostwärts hinwegschwenkt. Dieser ist im Bodenfeld an eine schwache Okklusion
gekoppelt, die entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste ins Schleifen gerät.
In der Konsequenz bleibt es dort wolkenreich, wenn auch nur selten in Verbindung
mit etwas Regen. Präfrontaler Druckfall sorgt derweil dafür, dass sich die
ehemalige Hochdruckbrücke in einen östlichen Kern über der Ukraine und dem nach
wie vor stationären Zentrum westlich von Irland spaltet.

Zu Beginn der neuen Woche weitet sich der Trog über Skandinavien südwärts
Richtung Mitteleuropa aus. Die abgetrocknete und erwärmte Luftmasse über der
Mitte und dem Süden (von mP zu xPs) wird dabei durch einen weiteren Schwall mP
von Norden schon wieder ersetzt. Der Wettercharakter wechselt alternierend
zwischen NWa und Nz, so dass im gesamten Gebiet zeitweise leichte Regenfälle
möglich sind.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis einschließlich Sonntag ist der Hauptlauf gegenüber seinen Vorgängern recht
konsistent. Im Anschluss zeigen sich mehr oder weniger deutliche Unterschiede.
Während in der gestrigen Übersicht die Tendenz von einer zyklonal geprägten
Nordwestlage hin zu einer antizyklonalen lautete, wird im Vergleich dazu heute
die Rolle rückwärts vollzogen. Der Schwerpunkt des Hochs ist zu Beginn der neuen
Woche statt über Schottland laut aktueller Prognose rund 1000 km westlich von
Irland zu finden und mit nur noch schwach ausgeprägtem Keil kaum noch
wetterbestimmend in Mitteleuropa - zumal die Höhenströmung sehr zyklonal
ausgeprägt ist. Somit ist ein vergleichsweise kühler und leicht wechselhafter
Witterungscharakter zu Beginn der kommenden Woche derzeit am wahrscheinlichsten.
Der Hang zu wolkenreichen Wetter dämpft zumindest den Tagesgang und damit auch
die nächtlichen Minima.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Bis einschließlich Sonntag finden sich keine signifikanten Alternativlösungen
innerhalb der verschiedenen Globalmodelle. Zu Beginn der neuen Woche zeigen alle
die umfangreiche hochreichende Antizyklone bei Irland, aber wie sieht die Höhe
über Mitteleuropa aus? Zentraler Trogbereich (EZ, GEM) oder schwacher Rücken
(ICON, GFS). An einer kühlen nordwestlichen, wolkenreichen Strömung führt aber
wohl kein Weg vorbei. Es geht wohl lediglich darum, ob nur zeitweise etwas
Sprühregen auftritt oder doch signifikantere Regenfälle damit verbunden sind -
allerdings mit ziemlicher Sicherheit unterhalb jeglicher Warnschwellen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen haben deutschlandweit ihren Spread zum Wochenende und Beginn der
neuen Woche spürbar reduziert und schießen sich inzwischen auf die
vergleichsweise kalte und auch troglastige Lösung des aktuellen EZ-Hauptlaufes
ein. Im Süden und Südwesten hält sich die mildere, umgewandelte Polarluft noch
am längsten mit 850 hPa Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad, zum Dienstag - dem
Ende der Mittelfrist - befindet sich die Mehrheit der Ensemble aber
beispielsweise auch für Freiburg nahe 0 Grad bei schwachen
Niederschlagssignalen.

Die 6 Cluster im Zeitraum +120-168h (So-Di) zeigen allesamt eine mehr oder
weniger zyklonal geprägte Nordwestlage am Rande des kräftigen Hochs westlich von
Irland. Die größten Unsicherheiten ergeben sich auch hier in der Fragestellung,
wie stark der Trogvorstoß in der Höhe von Skandinavien nach Mitteleuropa gelingt
(mit oder ohne Abtropfen in der Folge?).

Damit wird die Version des Hauptlaufes zumindest bis zum Ende des
Mittelfristzeitraums Anfang kommender Woche vom Kontrolllauf, von der Mehrzahl
der EPS und vom Clustering gestützt. Eine wolkenreiche und kühle Nordwestlage
ist somit sehr wahrscheinlich.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


STURM:
Vor allem am Freitag, aber auch zu Beginn der kommenden Woche sind mit geringer
Wahrscheinlichkeit an exponierten Küstenabschnitten (Sylt, Fehmarn, Arkona)
zeitweise stürmische Böen aus Nordwest zu erwarten. Die Wahrscheinlichkeit liegt
dafür beim COSMO-Leps zwischen 10 und 20%. Weitere markante Wettererscheinungen
sind nicht zu erwarten.

Schönes EFI-Signal übrigens in der Minimumtemperatur vom Balkan bis nach Libyen.
Durch diesen Kaltluftvorstoß wird der Medicane über dem 28 Grad warmen Wasser
des südlichen Ionischen Meeres und der Großen Syrte ausgelöst. In dessen
Einflussbereich sind Orkanböen sehr wahrscheinlich, was sich auch Windsignal des
EFI äußert (EFI nahe 1 und SOT bei 2!).
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Basis für Mittelfristvorhersage
EZ, EZ-EPS, Mos-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen


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