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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 27.01.2026 um 10.30 UTC In der Nordosthälfte kalt, in der Südwesthälfte zunehmend milder. Dabei zeitweise Niederschläge, teils als Schnee, teils als Regen. Im Übergangsbereich auch örtlich gefrierender Regen. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 03.02.2026 Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum beginnend am kommenden Freitag bestimmen weiterhin zwei Hauptakteure unser Wetter. Da wären zum einen eine umfangreiche und sich immer wieder regenerierende Tiefdruckzone über dem nahen Nordostatlantik, West- und Südwesteuropa, von dem rinnenartig auch über die Südwesthälfte Deutschlands hinweg eine Verbindung zu dem ebenfalls von tiefem Luftdruck dominiertem Mittelmeerraum besteht. Zum anderen befindet sich ein ebenso umfangreiches Hochdruckgebiet mit Schwerpunkt über Nord- und Nordosteuropa, das seine Fühler auch bis in den Nordosten Deutschlands austreckt. Somit liegen wir genau im Übergangsbereich dieser beiden Druckgebilde. Und an dieser Konstellation wird sich im Grunde über den gesamten mittelfristigen Vorhersagezeitraum hinweg nichts Grundlegendes ändern. Das bedeutet, dass in der Nordosthälfte am Rande des Hochs bei einer östlichen bis südöstlichen Windkomponente kalte Kontinentalluft vorherrschend bleibt und es dort auch tagsüber leichten Dauerfrost gibt. In die Südwesthälfte hingegen gelangt mit einer eher südlichen Strömung schubweise mildere Meeresluft, wodurch die Temperatur zu Beginn der neuen Woche im äußersten Westen und Südwesten teils Höchstwerte bis +11 Grad erreichen soll und sich somit ein ordentlicher Temperaturgradient über Deutschland einstellen wird. In den Nächten muss aber mit nur wenigen Ausnahmen im Westen und Südwesten verbreitet mit leichtem bis mäßigem Frost gerechnet werden, im äußersten Osten und Nordosten kann es sogar nochmal strengen Frost knapp unter minus 10 Grad geben. Ausgehend von dem sich immer wieder regenerierenden steuernden Tief mit Schwerpunkt westlich der Britischen Inseln greifen wiederholt Tiefausläufer von Westen auf uns über. Allzu überbordend fällt die Niederschlagstätigkeit dabei aber nicht aus. Denn aufgrund des blockierenden Hochs kommen diese nur in abgeschwächter Form bei uns an. Auch wenn die Niederschlagsmengen gering bleiben, sind sie nicht weniger kritisch. Tendenziell lässt sich sagen, dass in tieferen Lagen des Westens und Südens eher Regen fällt, im höheren Bergland und in der Nordosthälfte - sofern der Niederschlag dort überhaupt ankommt - eher Schnee. Im Übergangsbereich und auch in den Nächten kann es aber Bereiche geben, in denen die Gefahr von gefrierendem Regen mit Glatteisbildung besteht. Da aber das Übergreifen der Niederschlagsgebiete von IFS zeitlich gesehen weiterhin nicht konsistent vorhergesagt wird und es diesbezüglich auch noch leichte Unterschiede zu anderen Globalmodellen gibt, ist der genaue Übergangsbereich noch schwer vorherzusagen. Eine überregionale Unwetterlage deutet sich aber aus heutiger Sicht nicht an. Während vorherige Versuche das Bollwerk zu durchbrechen eher in einer Umleitung in Richtung Mittelmeer mündeten, könnte es in Richtung Montag ein Randtrog schaffen, über Deutschland hinweg ostwärts voranzukommen und so das Hoch ein wenig zurückzudrängen. Die Niederschläge eines damit verbundenen Tiefausläufers sollen zwar den Nordosten Deutschlands auf Basis des IFS nicht erreichen. Dennoch kann sich die Milderung mit einer auf südliche Richtung drehenden Strömung auch in Richtung Norden und Osten ausweiten, sodass auch in der Nordosthälfte die Temperaturen zum Ende der Mittelfrist ganz allmählich etwas ansteigen werden. In der erweiterten Mittelfrist wird sich das leicht wechselhafte und mildere Wetter fortsetzen. Noch kurz zum Wind: durch den erhöhten Druckgradienten zwischen den Druckgebilden weht dieser an den Küsten mit Böen Bft 7 bis 8, zunächst aus Ost, später aus Südost. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Entwicklung der großräumigen Wetterlage wird bis Sonntag konsistent simuliert. Leichte Unsicherheiten gibt es bei den übergreifenden Tiefausläufern weiterhin bezüglich des zeitlichen Ablaufs. Ab Sonntag lässt die Konsistenz etwas nach. Die gestrigen Läufe zeigten zunehmenden Hochdruckeinfluss und somit einen trockenen Witterungsabschnitt. Der heutige 00 UTC Lauf (in Ansätzen auch schon der gestrige 12 UTC Lauf) lässt doch rascher von Westen neue Tiefausläufer übergreifen und das Hoch zurückdrängen, verbunden mit der allmählichen Milderung auch in Richtung Nordosten. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die Unterschiede zu anderen Modellen sind zunächst gering, wenngleich es auch hier noch leichte Unterschiede bezüglich des zeitlichen Ablaufs beim Übergreifen der Tiefausläufer gibt. Dass der Einfluss des Hochs ab Sonntag nicht so weit Richtung Mitteleuropa und somit Deutschland reichen soll, zeigten GFS und ICON bereits gestern. Dennoch gibt es beim Übergreifen des "nachhaltigeren" Randtroges/Tiefausläufers Unterschiede. So lässt ICON die Niederschläge früher und somit bereits Sonntagvormittag von Westen übergreifen. Bei GFS und IFS erfolgt dies erst in der Nacht zum Montag. Vor allem ICON lässt die Niederschläge auch die Nordosthälfte und schließlich den äußersten Nordosten Deutschlands erreichen, was dort nochmal verbreitet leichten Schneefall bringen würde. Bei GFS kommen diese etwa bis zur Elbe voran, bevor sie sich auflösen. Bei IFS schwächen sich die Niederschläge deutlich früher ab. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahne für die Temperatur in 850 hPa am Beispiel Offenbach zeigt über den gesamten Vorhersagzeitraum hinweg einen engen Verlauf. Somit kann die Temperaturentwicklung als sicher bezeichnet werden. Dabei ist die allmähliche Milderung mit dem etwas kräftigeren Anstieg zu Wochenbeginn zu erkennen. Auch für Berlin beispielsweise zeigt sich in der neuen Woche ein leichter kontinuierlicher Anstieg, wobei der Spread zunimmt und sich der Hauptlauf eher im oberen Drittel der Kurvenschar befindet. Insofern geht die Milderung dort nach der Mehrheit der Member nicht ganz so schnell vonstatten. Niederschlagssignale sind für Offenbach, aber auch für andere ausgewählte Stationen von Seiten der Member häufiger vorhanden, als beim HRES. Somit fallen die Niederschläge eventuell nicht immer so schwach aus, wie vom Hauptlauf prognostiziert, was wiederum Auswirkungen auf die Verbreitung von Glätte- oder Schneefallwarnungen hätte. Der deutliche Peak des HRES in der Nacht zum Montag zeigt einen zeitlichen Versatz zu der Mehrheit der Member, die das Maximum bereits Sonntagnachmittag sehen, also eine Zwischenlösung im Vergleich zu ICON. Die Clusterung des EZMW zeigt für den Zeitraum +72-96 h vier Cluster, wobei sich für Deutschland keine nennenswerten Unterschiede ergeben. Im Zeitraum +120-168 h gibt es fünf Cluster. Der Hauptlauf befindet sich in Cluster 2 (13 Member), mit dem Hoch das am Montag etwa bis zur Oder reicht. In der Mehrheit der Cluster reicht es aber noch etwas weiter nach Deutschland hinein, sodass die gestrige Lösung des IFS mit einer trockeneren Phase noch nicht ganz vom Tisch ist. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Über den gesamten Zeitraum hinweg kommt es in exponierten Lagen an den Küsten zu stürmischen Böen 8 Bft von Ost auf Südost drehend. Darüber hinaus kann es in der Nacht zum Samstag im Westen und Süden örtlich zu gefrierendem Regen und Glatteis kommen. Am Samstag und in der Nacht zum Sonntag betrifft dies eher den Süden sowie den zentralen Mittelgebirgsraum. In der Nacht zum Montag schließlich Bereiche vom Nordwesten über die Mitte bis in den Südosten. Aus heutiger Sicht deutet sich aber keine überregionale Glatteislage und somit eine Unwetterlage an. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-EPS, MOS-Mix ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger |
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