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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 30.08.2025 um 10.30 UTC



Überwiegend wechselhaft mit zeitweiligem, teils kräftigem Regen, lokal Gewitter
- zumindest lokal kräftig. Meist mäßig warm, Donnerstag evtl. sommerlich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 06.09.2025


Prinzipiell liegt Deutschland überwiegend vorderseitig eines sich
regenerierenden Troges. Grundtenor der mittelfristigen Wetterentwicklung ist
demnach eine zyklonal geprägte, wechselhafte Witterung mit zeitweiligen,
zumindest lokal auch kräftigen Regenfällen. Details zu Niederschlagsschwerpunkt,
-menge und potenzieller Warnwürdigkeit lassen sich aber aus heutiger Sicht nicht
verlässlich bestimmen und unterliegen größeren Unsicherheiten.

Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag liegt Deutschland auf der Vorderseite
eines langgestreckten Troges, der bis nach Nordafrika reicht. Eine schleifende
Front erstreckt sich vom Alpenraum bis in den Nordosten und zieht nur zögerlich
ostwärts ab. Dabei regnet es gebietsweise vor allem im Süden/Südosten und im
Osten, teils auch kräftiger bzw. anhaltend. Ob dabei Warnschwellen bzgl.
mehrstündigem Stark- oder auch Dauerregen überschritten werden, ist noch
unsicher, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Rückseitig gibt es einige
Wolkenauflockerungen. Die vorherrschende Luftmasse ist rückseitig der
schleifenden Front nur mäßig war, die Höchsttemperaturen liegen meist bei 20 bis
23 Grad, vor allem im Süden bei längerem Regen teils unter 20 Grad. Die
Trogachse verlagert sich zögerlich ostwärts, zudem wird der Trog bei den
Britischen Inseln regeneriert. Ein korrespondierendes Randtief erreicht von
Westen im Tagesverlauf den Ärmelkanal und greift mit seinem Frontensystem im
Tagesverlauf auch allmählich auf den Westen Deutschlands über. Dabei nimmt
zunächst die Bewölkung zu, nach aktuellem Stand setzt in der Nacht zum Mittwoch
von West/Südwest auch wieder Regen ein.

Am Mittwoch breitet sich der Regen an der okkludierten Front von West/Südwest
ostwärts aus. Der Trog schwenkt im Südteil im Tagesverlauf durch, nachfolgend
deutet sich ein weiterer Kurzwellentrog an. Im Nordteil erfolgt die
Trogverlagerung nur zögerlich. Der Regen breitet sich also im Tagesverlauf
ostwärts aus, im Tagesverlauf deuten sich teils schauerartige Verstärkungen an.
Im Nordseeumfeld kann auch ein Gewitter dabei sein. Sonst hält sich die
Labilität in Grenzen. In der Nacht zum Donnerstag zieht der nun recht
kurzwellige Trog ab und es wölbt sich rückseitig ein flacher Keil auf. Die
Niederschläge ziehen bzw. klingen meist ab. Die Warmfront des nachfolgenden
Tiefs sorgt im Nordwesten teils für dichtere Bewölkung, hier und da kann es auch
mal tröpfeln.

Am Donnerstag ist voraussichtlich zunächst der flache Keil noch überwiegend
wetterbestimmend und es herrscht anfangs niederschlagsfreies Wetter. Mit
Ausnahme des Nordwestens, dort führt Warmluftadvektion an der schleifenden
Warmfront zu dichterer Bewölkung inkl. einer geringen Regenwahrscheinlichkeit.
Der Zwischenhocheinfluss dauert aber auch im Rest des Landes nicht lang. Über
dem nahen Ostatlantik hat sich bereits der nächste Trog in Stellung gebracht,
Deutschland gelangt im Tagesverlauf zunehmend auf dessen Vorderseite, die
Strömung dreht auf Südwest bis Süd, so dass ein subtropische Luftmasse mit 850
hPa-Temperaturen von 15 bis 20 Grad einsickern kann - zumindest vom Süden bis in
die Mitte. Das korrespondierende Bodentief zieht vom Süden der Britischen Inseln
nordostwärts in die Nordsee, dabei nimmt im Westen und Nordwesten eventuell auch
der Gradient etwas zu und besonders im Bergland und im Nordseeumfeld können
starke bis stürmische Böen auftreten. Die Warmfront liegt ja bereits über dem
Nordwesten und zieht weiter nordwärts. Von Westen nähert sich die Kaltfront und
greift dann abends/nachts auch auf den Westen über. Bereits vorderseitig der
Front deutet sich ein Bodentrog an. Aktuell sind dabei die Signale für
vorlaufende Gewitter sehr gering - ausgeschlossen sind diese aber insbesondere
vom Bergland ausgehend nicht und könnten dann in Anbetracht der beteiligten
Luftmasse zumindest lokal auch kräftig ausfallen. Die Unsicherheiten sind
diesbezüglich aber noch groß. In der Nacht zum Freitag verlagert sich das
frontale Regenband ostwärts, ganz im Osten bleibt es wohl noch trocken. In wie
weit Gewitter an der Front auftreten hängt vom genauen Timing ab, aktuell passen
Feuchte, Labilität und Scherung nicht so gut zusammen. Von der
Schweiz/Frankreich her deuten die Modelle teils ein markanteres
Niederschlagsgebiet an, dass auf den Süden des Landes übergreifen könnte -
mehrstündiger Stark- oder Dauerregen wäre dann ggf. ein Thema.

Am Freitag verlagert sich der Trog unter Abschwächung nordostwärts, damit auch
das Bodentief und das frontale Regenband. Über dem Nordosten deutet sich dabei
teils ein verzögertes Abziehen an, das im Zusammenhang mit einer
trogvorderseitigen Bodentiefentwicklung über der Ostsee steht. Im Norden und
Nordosten gibt es daher wohl am Freitag und auch am Samstag weiteren Regen, im
Rest des Landes klingen Niederschläge ab und zum Samstag könnte
Zwischenhocheinfluss wirksam sein. Die subtropische Luft wird wieder ostwärts
abgedrängt.

Auch in der erweiterten Mittelfrist ab Sonntag kommender Woche deutet sich keine
wesentliche Änderung der Großwetterlage an. Die wechselhafte, zyklonal geprägte
Witterung setzt sich sowohl nach IFS als auch mit Blick auf andere Globalmodelle
voraussichtlich fort.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der vorliegenden IFS-Modellläufe ist eher mäßig. Klar ist wohl,
dass sich die wechselhafte Witterung unter Tiefdruckeinfluss mit zeitweiligen,
teils voraussichtlich auch kräftigen Niederschlägen, über den gesamten
mittelfristigen Vorhersagehorizont fortsetzt. Ggf. mit vorübergehender
Beruhigung unter Zwischenhocheinfluss.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Auch andere Globalmodelle wie ICON und GFS simulieren eine sehr ähnliche
Grundströmung, allerdings ebenfalls mit Variationen in Timing und Amplitude.
Eine Fortsetzung der prinzipiell zyklonal geprägten Witterungsphase ist also
recht sicher, der zeitliche Ablauf und die Ausprägung der
Niederschlagsereignisse unterliegt aber größeren Unsicherheiten.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse des IFS zeigt für den ersten Zeitraum von Dienstag 00 UTC bis
Mittwoch 00 UTC (+72 bis + 96 h) drei Cluster mit 21, 15 und 15 Membern, Haupt-
und Kontrolllauf in Cluster 1. Alle drei Cluster zeigen das Übergreifen des
Troges in etwas unterschiedlicher Ausprägung und Timing. Für den Folgezeitraum
von Donnerstag 00 UTC bis Samstag 00 UTC (+120 bis +168 h) werden vier Cluster
simuliert. Haupt- und Kontrolllauf werden mit insgesamt 14 Membern in Cluster 1
einsortiert, die anderen Cluster sind mit 14, 14 und 9 Membern ähnlich stark
besetzt. Alle vier Cluster entwickeln die Lage zu einem blockierenden Regime,
das Blocking findet allerdings östlich von uns statt und wir verbleiben unter
Trogeinfluss. Die detaillierten Trogstrukturen werden unterschiedlich simuliert.
In der erweiterten Mittelfrist von Sonntag 00 UTC bis Dienstag 00 UTC werden
fünf Cluster mit 15, 12, 12, 6 und 6 Membern angeboten. Haupt- und Kontrolllauf
finden sich in Cluster 3 (mit insgesamt 12 Membern) wieder. Fast alle Cluster
zeigen einen dominanten zyklonalen Einfluss auf der sich wenig verlagernden
Trogvorderseite aufgrund des Blockings östlich von uns. Lediglich Cluster 4 (mit
6 Membern) lässt die zyklonalen Strukturen nördlicher ablaufen, so dass von
Süden her Hochdruckeinfluss und Wetterberuhigung denkbar wäre. In Anbetracht von
nur 6 Membern wird das allerdings als Außenseiterlösung zu betrachten sein -
eine Fortsetzung der zyklonalen Witterung ist deutlich wahrscheinlicher.

Bei der Betrachtung der Rauchfahnen fällt ein sich bereits im Laufe des
Mittwochs deutlich aufweitender Spread auf - sowohl bei der Temperatur in 850
hPa als auch bei der Kurvenschar des Geopotenzials in 500 hPa. Der Spread bleibt
recht groß, im Bereich des Kontrolllaufes häufen sich allerdings die
Einzellösungen. Der Temperaturpeak am Donnerstag wird trotz insgesamt großem
Spread durch eine Häufung von Einzellösungen bestätigt. Im Süden zeigt sich im
Mittelfristverlauf ein gewisser Trend zu etwas höherem Geopotenzial und zur
erweiterten Mittelfrist abnehmender Regenwahrscheinlichkeit.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Hinsichtlich warnwürdiger Wetterereignisse sind Gewitter, Starkregen, evtl. auch
Dauerregen zeit- und gebietsweise möglich. Bei teils beteiligten, subtropischen
Luftmassen sind auch lokal kräftige Entwicklungen wahrscheinlich. Böen werden
vor allem im Zusammenhang mit Gewittern erwartet, eine allgemeine
Windauffrischung durch ein potenziell kräftigeres Randtief am Donnerstag kann
nicht ausgeschlossen werden.

Aktuell deuten sich dabei folgende Niederschlagschwerpunkte an:
Sowohl am Dienstag als auch am Donnerstag bzw. vor allem in der Nacht zum
Freitag sind deterministische und probabilistische Signale für erhöhte
Regenmengen (wahrscheinlich mehrstündiger Starkregen) am Alpenrand vorhanden,
sehr geringe Signale finden sich in der Nacht zum Mittwoch auch im
Osten/Nordosten. Der EFI ist allerdings sehr zurückhaltend.

Bezüglich markanter Gewitter deutet sich vor allem am Donnerstag im Tagesverlauf
ein zunehmendes Risiko an, vor allem für lokale Entwicklungen vom Bergland
ausgehend. In wie weit in der Nacht zum Freitag mit Übergreifen der Kaltfront
Gewitter im Spiel sind, bleibt abzuwarten. Der EFI liefert geringe Signale in
punkto CAPE shear, aktuell überlappen die Zutaten aber wohl nur mäßig gut. Die
beteiligte Luftmasse wäre aber potenziell recht feucht, so dass markanter
Starkregen durchaus mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auftreten könnte.

Insgesamt gilt: Details unsicher.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger


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