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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 15.03.2026 um 10.30 UTC Blockierungslage mit Kaltlufttropfenpassage. Kaum markante Wettererscheinungen. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 22.03.2026 In der bevorstehenden Mittelfrist wird über Europa ein durchgreifender Wechsel der Strömungskonfiguration eingeleitet, was uns wieder in eine blockierungsfreudigere Ausgangslage bringt. Dies wird im Folgenden (nach einem kurzen Rückblick auf den Februar 26) in einem etwas technischeren Part der Mittelfrist betrachtet. Dieser kann gerne zum Abschnitt "Mittelfrist" übersprungen werden, wo sich der Fokus auf unsere (eher ruhige) Mittelfrist richtet. Kurzübersicht aktuell: MJO: mit schwacher bis mäßiger Amplitude von Phase 7 zu 8 wandernd (Real-time multivariate, RMM) NAO: positiv zu negativ wechselnd AO: positiv zu negativ wechselnd Zunächst werfen wir einen kurzen Blick auf die vergangene Trendabschätzung, die am 20. Januar für den Februar gegeben wurde. Hier nochmal die wichtigsten Eckpunkte von damals: "Grundsätzlich sollte zum Monatswechsel der Nachhall der SPV Störung vom November 2025 endgültig nachlassen und eine temporäre Kopplung von SPV/TPV steht im Raum, was bei der Zonalwindvorhersage in 100 hPa auch mit einer Zunahme (allerdings mit immenser Streuung) honoriert wird. [...] Etliche Member zeigen beständig eine deutliche Abschwächung [des Polarwirbels in der Stratosphäre], was auch im Einklang mit den wiederholt erwähnten anfälligeren Hintergrundbedingungen (QBO) steht. [...] Optionale Kopplung, nachlassender top-down support und (zugegeben eher spekulativ) ein hochbaroklines Umfeld peripher eines optionalen (selbst induzierten) Kaltluftreservoirs über Skandinavien würden insgesamt aber eher eine polwärtige Verschiebung der Frontalzone und bei uns einen zunehmenden Atlantikeinfluss wahrscheinlicher machen. Bei Rückseitenwetterlagen sind dadurch aber weiterhin markante Kaltluftvorstöße denkbar." Was trat nun ein? Die Kopplung zwischen dem Polarwirbel in der Stratosphäre (SPV) und der Troposphäre (TPV) erfolgt nach der Reanalyse in etwa ab dem 10. Februar, wobei die NAO ab der Monatsmitte das Vorzeichen dauerhaft (ins Positive) wechselte. Auch die AO arbeitete sich aus dem stark negativen in den neutralen Bereich hervor, was auch mit einer deutlichen Intensivierung des TPV (auf überdurchschnittliche Werte) einherging. Somit erfolgte auch die allmähliche polwärtige Verschiebung des Höhenjets, der zum Monatsbeginn zunächst noch ins Mittelmeer gerichtet war (positive 300 hPa Zonalwindanomalie zwischen dem 1. und 15. Februar über Portugal nach Griechenland gerichtet), bevor die Anomalie in der 2. Monatshälfte rund 10 Grad nach Norden rutschte. Diese insgesamt zonale Ausrichtung des Höhenwindes sorgte auch für eine Zweiteilung der Temperaturanomalien mit einem zu kalten Skandinavien und einem zu warmen Mittelmeerraum. Dadurch ergab sich den Monat über eine deutlich negative Bodendruckanomalie über dem östlichen Nordatlantik, über weiten Bereichen Mitteleuropas und dem Mittelmeer mit leicht positiven Anomalien über Skandinavien. Die Anomalie über Skandinavien ist auch der Parameter, der in der Erwartung überschätzt wurde und insgesamt schwächer ausfiel, was dem Atlantikeinfluss weniger Widerstand entgegensetzte, sodass die angedachte gute Ausgangslage für Luftmassengrenzen über Deutschland nicht vollumfänglich ausgeschöpft wurde. Mit einem vorläufig analysierten monatlichen 850 hPa Temperaturanomaliegradienten von rund 5 Kelvin zwischen Südschweden und Süddeutschland fanden entlang dieser baroklinen Zone zwar wiederholt Bodentiefpassagen statt, die allerdings in einem gradientarmen Höhenbereich über Mittel- und besonders Osteuropa überschaubare Intensivierungstendenzen aufwiesen und die unzähligen Glatteislagen bei uns dank überschaubarer Durchmischung stützen. Den Februar über wurde der SPV besonders zur Monatsmitte wiederholt gestört, was letztendlich Anfang März in eine zonal gemittelte Zonalwindumkehr in 10 hPa mündete. Diese fiel von Dauer und Intensität überschaubar aus und eine weitere Umkehr wird erneut zum Monatsende (Ende März) angedeutet, dann allerdings mit Unsicherheiten, ob dies nicht in eine finale Erwärmung mündet. Abseits dieser Unsicherheiten stellt sich nun die Frage, inwieweit diese Störung/Störungen Auswirkungen hat/haben auf den TPV und ob es noch zu einer Kopplung zwischen SPV und TPV kommt. Rein von der Jahreszeit und auch mit einer deutlich positiven NAM/NAO startend erscheint ein direkter (vor allem nennenswerter) Einfluss vorerst zwar weniger wahrscheinlich, kann aber im Verlauf des Aprils weiterhin nicht ausgeschlossen werden, zumal der SPV nun insgesamt geschwächt die Wintersaison beendet. Zusätzlich wird eine optionale bottom-up Kopplung zum Monatswechsel gefördert, sodass die weitere Entwicklung noch mit großen Unsicherheiten behaftet ist. Wie gerade erwähnt ist die Entwicklung innerhalb der Troposphäre interessant und wird in der Folge kurz skizziert. Grund hierfür sind mehrere imposante downstream development Ereignisse, ausgelöst durch ein beständiges und intensives Konatief vor Hawaii (siehe auch: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2015/12/7.html). Der dadurch ausgelöste Hawaiiexpress (ein in den Nordwesten der USA gerichteter Atmosphärenfluss) mit anhaltendem und üppigen diabatischem Input (und hoher feuchter statischer Energie, MSE) in eine Antizyklone über dem Westen der USA sorgen dort für eine klassische "diabatisch forcierte" Keilaufwölbung mit top-down gerichteter adiabatischer Erwärmung, deren Auswirkung überregional wohl für diese Jahreszeit als bemerkenswert bis rekordverdächtig angesehen werden darf. Per downstream development wird dadurch eine umfangreiche positive Geopotenzialanomalie über dem Nordatlantik induziert, die uns wiederum zunehmend von der Westwinddrift abkoppelt. Im Zusammenspiel mit einer durch Phase 7 zu 8 wandernden MJO (mit zunehmend mäßiger Amplitude) wird zusätzlich eine blockierende Antizyklone über Skandinavien gestützt. Deren Tendenz zur weiteren retrograden Verlagerung im Zusammenspiel mit einer günstigen Teilwirbel-Positionierung des SPV könnte dann zum Monatswechsel den Weg frei machen für eine nordanfällige Strömungskonfigurationen (Ost- und ggf. auch Mitteleuropa betreffend). Deren Ausmaß (vor allem abhängig von der Position und Standhaftigkeit der Blockierung über Skandinavien) ist aber noch unsicher und u.a. abhängig vom top-down Einfluss aus der Stratosphäre sowie der weiter anhaltenden regen nordhemisphärischen Wellenaktivität und dem zunehmend als komplex anzusehenden Geopotenzialmuster in Europa in einer förderlichen Umgebung für die Bildung mehrerer Kaltlufttropfen. Grundsätzlich sollten Gärtner aber noch Vorsicht walten lassen und die weitere Entwicklung bezüglich anhaltender Nachtfrostgefahr weiter verfolgen. Wie sieht nun die anstehende Mittelfrist vom Mittwoch, den 18. März bis Sonntag, den 22. März aus? Am Mittwoch dominiert eine Bodenhochdruckbrücke, die sich vom Azorenhoch bis zum Ural erstreckt und uns einen sonnigen Tag und eine meist klare Nacht beschert. Einzig im Norden/Nordosten ziehen wiederholt dünne/ausgedehnte hohe Wolkenfelder durch. Am Donnerstag schwächt sich die Hochdruckbrücke rasch ab und macht einem Trog Platz, der die Antizyklone über Nordwesteuropa umrundend von Schweden nach Ostdeutschland zieht. Diese Entwicklung geht mit einer Kaltfrontpassage einher, die tagsüber den Norden und in der Nacht zum Freitag die Mitte mit Regen und dichter Bewölkung betrifft. Tagsüber verläuft das Wettergeschehen im Süden noch sonnig und auch in der Nacht zum Freitag starten wir dort anfangs noch meist klar, bevor sich nachfolgend die Bewölkung ohne Niederschlagsaktivität von Norden verdichtet. Gleichzeitig lockert die Bewölkung im Norden postfrontal auf, wobei die Schneefallgrenze (bei gleichzeitig abklingenden Niederschlägen) im Norden auf 800 bis 600 m zurückgeht. Im oberen Bergland der östlichen zentralen Mittelgebirge kann somit etwas Neuschnee auftreten. Insgesamt muss aber noch abgewartet werden, inwieweit sich dieser Trog eher zahnlos zeigt, oder (wie z.B. von EZ/GFS hervorgehoben) mit einem markanten Vorticity-Maximum einhergeht, das mit kräftigeren Niederschlägen aufwarten würde (GFS mit 10-15 l/qm/24h im Nordosten). Der Freitag wird geprägt von der Kaltlufttropfenpassage, die von Ost- über Süddeutschland in Richtung Vogesen erfolgt und mit Aufgleitniederschlägen einhergeht, die besonders die Mitte und den Osten betreffen (EZ/GFS mit 5-10 l/qm/24h über der östlichen Mitte). Die Schneefallgrenze pendelt im Aufgleitbereich um 700 m, sodass die östlichen Mittelgebirge besonders in Staulagen etwas Neuschnee erhalten können. In der Folge verbleiben wir das Wochenende über rückseitig des westwärts abziehenden Kaltluftkörpers in einer östlichen (bodennah südöstlichen) Grundströmung, wobei in der Höhe das Geopotenzial von Süd nach Nord ansteigt (dank der anhaltenden Dominanz der Antizyklone über dem südlichen Norwegen/Schweden). Abgesehen von einzelnen schwachen Schauern dominiert an beiden Tagen freundliches Wetter, wobei sich am Samstag hochnebelartige Bewölkung regional noch längere Zeit halten kann (abhängig von der exakten Zugbahn des Kaltlufttropfens und der daran angeknüpften ostwärts zurückhängenden Feuchteschleppe). Die Mittefrist beginnt mit Maxima von 15 bis 19 Grad sehr mild (etwas kühler am Mittwoch im Südosten und am Donnerstag im Norden), bevor postfrontal der Kaltfront ab Freitag die Maxima auf 9 bis 15 Grad zurückgehen (meist mildes Niveau). Die Nächte verlaufen im Nordwesten meist frostfrei, sonst pendeln sie sich je nach Bewölkungsverteilung zwischen +3 und -3 Grad ein (2m Temperatur). Bodennah muss aber durchweg mit leichtem bis mäßigem Frost gerechnet werden. Der Ostwind erreicht am Mittwoch/Nacht zum Donnerstag im Hochschwarzwald/Bayerischen Wald inversionsabhängig immer wieder Sturmstärke und weht sonst im Bergland durchweg frisch bis stark, im Tiefland mäßig bis frisch aus Nordost. Es wird aber mit keiner nennenswerten Windlage gerechnet. In der erweiterten Mittelfrist ändert sich vorerst wenig an der antizyklonal geprägten östlich/südöstlichen Grundströmung, wobei die genau Lage der Hochdruckzentren über die thermische Qualität der Luftmasse entscheiden. Natürlich muss auch der noch unvorhersehbare Einfluss weiterer Kaltlufttropfen als potenzieller Störfaktor berücksichtigt werden. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Bis einschließlich Freitag sind die jüngsten Modellläufe von EZ recht homogen und heben eine sehr antizyklonal geprägte Mittelfrist hervor. Dabei ergeben sich in den letzten 6 Läufen nur geringe Diskrepanzen bezüglich Intensität und Lage der großräumigen Druckgebilde, wie der Antizyklone über Skandinavien und den negativen Geopotenzialanomalien über dem Mittelmeer und vor Portugal. In der Folge dauert der Trend zu einem umfangreichen Abtropfvorgang über Mitteleuropa weiter an, wobei der daraus hervorgehende Kaltlufttropfen am Wochenende über Süddeutschland nach Frankreich geführt wird. Mit dem jüngsten Modelllauf würde eine weitere Passage eines Kaltlufttropfens zum Ende der Mittelfrist erfolgen (erneut über Süddeutschland westwärts ziehend). Zudem festigt sich auch der modellinterne Trend einer retrograden Verlagerung der skandinavischen Antizyklone, die zum kommenden Sonntag über Norwegen/Schweden liegen würde. Insgesamt weist die Modellperformance eine gute Stabilität auf. Störfaktoren sind die Kaltlufttropfen, deren Zugbahn und Intensität sicher noch Änderungen unterworfen sein werden. Dies ändert aber aus aktueller Sicht wenig an der insgesamt antizyklonal geprägten Mittelfrist, die sehr mild beginnt und nach einer überschaubaren Abkühlung ab Freitag mild weitergeht. Abseits einer recht wetterinaktiven Kaltfrontpassage zum Freitag mit etwas Niederschlag (besonders in Staulagen) bleibt es sonst meist trocken und auch beim Wind ergeben sich nur supergeostrophisch forcierte markante Windspitzen im Inversionsbereich des Berglands (z.B. Hochschwarzwald). Luft- und vor allem leichter (regional auch mäßiger) Nachtfrost in Bodennähe bleiben durchweg ein Thema. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Bei den anderen globalen Modellen ergeben sich keine neuen Erkenntnisse. Insgesamt wird die synoptisch-skalige Entwicklung sehr homogen gezeigt, einzig bei der Zugbahn und Intensität des/der Kaltlufttropfen nehmen die Unsicherheiten ab Freitag zu. Der spread zwischen ICON und EZ beim Kaltlufttropfen beträgt am Freitag knapp 500 km, wobei sich ICON jedoch eher als Außenseiter herauskristallisiert (GFS und UK10 liegen eher auf der EZ-Schiene). Zum Ende der Mittelfrist ergeben sich Unsicherheiten bei der Platzierung der Antizyklone über Skandinavien, die nach EZ westlicher berechnet wird als bei GFS. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Clusteranalyse beginnt am Mittwoch mit einem blockierungsfreudigen klimat. Regime und 5 Clustern, wobei wir dabei unstrittig bei allen Lösungen unter antizyklonalem Einfluss verbleiben. Von Donnerstag bis Samstag werden zwei Cluster (Blockierung) berechnet, beide mit einer markanten positiven Geopotenzialanomalie über Skandinavien. Selbst die Zugbahn des Kaltlufttropfens zum Ende der Woche von Mittel- nach Westeuropa wird recht ähnlich gezeigt, wenngleich mit deutlicheren Intensitätsunterschieden. Die etablierte Ostströmung wird aber solide hervorgehoben. Zum Ende der Mittelfrist (Sonntag und in den Beginn der erweiterten Mittelfrist gehend) zeigen 5 Cluster weiterhin eine blockierungsfreudige Umgebung (zusätzlich hier und da "Atlantikrücken"). Hier scheinen die Unsicherheiten aus den variablen Faktoren hervorzugehen, die die Blockierung stützen. Dominiert eher der wellende Anteil vom Atlantik (dann teils "Atlantikrücken"), oder eher die (ggf. MJO/SPV forcierte?) Blockierung über Skandinavien. Je nach geometrischer Ausrichtung wäre der Zustrom nördlicher/polarer Luftmassen ebenso vorstellbar, wie die Fortdauer der modifizierten milden östlich/südöstlichen Grundströmung. Da sich in der Folge bei zwei Clustern aber insgesamt die retrograde Haltung der Antizyklone über Skandinavien (in Richtung Island/Grönland) deutlich zeigt, sollte man weiterhin einen Ausbruch polarer Luftmasse nach Ost- und ggf. auch Mitteleuropa zum Monatswechsel im Kalkül haben. Die Meteogramme heben deutschlandweit die insgesamt trockene Witterung hervor (abgesehen von den Niederschlägen zum Freitag/Samstag) bei einem deutlichen Tagesgang und das alles bei eng gebündelten T850/H5 Rauchfahnen, die sich erst zum Ende der Mittelfrist aufweiten. Der Kontrolllauf liegt am Freitag bei der Temperatur in 850 hPa am unteren Ende, was auf die Unsicherheit hindeutet, in welcher strukturellen Verfassung der Trog bzw. der sich bildende Kaltlufttropfen bei uns durchzieht. GEFS zeigt keine nennenswerten Diskrepanzen auf. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Markante Begleiterscheinungen beschränken sich auf einzelne markante Böen im oberen Bergland (besonders den Hochschwarzwald betreffend). Auch der EFI hebt keine nennenswerten Anomalien hervor. Abseits der Warnfarbe bleibt weiterhin der (gelb bewarnte) Nachtfrost (regional leichter Luftfrost und vor allem verbreitet ein leichter bis mäßiger Frost in Bodennähe) ein nennenswerter Warnparameter. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-ENS, GEFS, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy |
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