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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 17.03.2026 um 10.30 UTC



Recht mildes, von Hochdruck geprägtes Wetter mit einigen Schönheitsfehlern, ab
Dienstag Umstellung zu wechselhaftem Wetter.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 24.03.2026


Zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Freitag befindet sich über Osteuropa
sowie dem zentralen und östlichen Mittelmeerraum ein umfangreicher Trog mit
mehreren Drehzentren. Für Mitteleuropa relevanter ist hingegen ein Hoch, das
sich sowohl in der Höhe als auch im Bodenniveau über den Britischen Inseln
befindet und sich im Tagesverlauf ostwärts verlagert. Ein weiteres Hoch ist über
Russland zu finden, welches durch eine Hochdruckbrücke mit dem westlicheren Hoch
verbunden ist. An der Ostflanke des Hochs schafft es eine schwache Front,
Deutschland von Nord nach Süd mit leichten Niederschlägen zu überqueren. Unter
dem hohen Luftdruck verliert diese aber auf dem Weg nach Süden an
Wetteraktivität. Mit der aus Norden einfließenden Kaltluft werden im Nordosten
nur noch einstellige Höchstwerte erreicht, während es in den Niederungen im
Westen und Südwesten mit bis zu 17 Grad nochmals recht mild wird.

Bis zur Nacht zum Samstag kann sich das Hoch weiter ostwärts ausdehnen und der
Schwerpunkt verlagert sich zur mittleren Ostsee. Somit erstreckt sich die
Hochdruckzone von Großbritannien über Südskandinavien bis nach Osteuropa. Auch
in der Höhe erstreckt sich die Achse des höchsten Geopotentials von
Großbritannien über Dänemark bis in den Süden Finnlands. Über Südosteuropa und
dem östlichen Mittelmeerraum sind weiterhin mehrere Höhentiefs wetterwirksam,
haben auf das Wetter in Deutschland aber zunächst wenig Einfluss. Die schwache
Front hat indes den Süden erreicht und weiter an Wetteraktivität verloren.

Am Samstag verlagert sich der Schwerpunkt des Bodenhochs weiter ostwärts über
das Baltikum nach Westrussland. Es bleibt aber weiterhin eine ausgedehnte
Hochdruckbrücke erhalten, die sich bis nach Großbritannien und von dort aus
weiter nach Westen erstreckt. Gestört wird das Hochdruckwetter durch einen
Kaltlufttropfen, der von Polen kommend südwestwärts über Deutschland nach
Frankreich zieht, wobei die genaue Zugbahn und dessen Einfluss auf das Wetter
noch unsicher ist. Wahrscheinlich sorgt er aber für eine gewisse
Schaueraktivität, sodass man nicht unbedingt von lupenreinem Hochdruckwetter
sprechen kann. Die Temperaturen gehen noch etwas zurück und überschreiten nur
noch in den Niederungen im Südwesten die 15-Grad-Marke.

Bis Sonntag hat der Kaltlufttropfen Deutschland wieder verlassen, allerdings
bleibt die Höhenströmung leicht zyklonal, da wir uns weiterhin an der Nordflanke
des tiefen Geopotentials über dem Mittelmeerraum befinden. Im Bodendruckfeld
bleibt uns die Hochdruckbrücke noch erhalten. Durch den schwachen
Tiefdruckeinfluss in der Höhe werden einige Wolkenfelder simuliert, die aber
kaum noch Niederschläge bringen.

Weit draußen auf dem Atlantik kommt es derweil westlich von Island zu einer
kräftigen Austrogung, an dessen Vorderseite auch im Bodendruckfeld eine
Zyklogenese stattfindet. Bis Montagmittag kommt der Trog weiter ostwärts voran.
Seine Achse erstreckt sich nach dem aktuellen IFS-Lauf dann von den Färöern bis
nach Großbritannien. Am Boden ist ein umfangreicher Tiefdruckkomplex mit
mehreren Drehzentren entstanden. Das mittlerweile okkludierte Frontensystem
bleibt voraussichtlich tagsüber noch westlich von Deutschland, sodass sich das
milde und Hochdruck-geprägte, aber nicht überall sonnige Wetter bei uns noch
fortsetzt.

Am Dienstag wird über Mitteleuropa der Hochdruckeinfluss endgültig beendet. Der
Trog und das dazugehörige Bodentief kommen weiter ostwärts voran und erreichen
Mittel- und Nordeuropa. Daher ist mit unbeständigem Wetter zu rechnen, wobei die
Details aktuell noch sehr unsicher sind.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz ist bereits ab dem Wochenende nur noch als mäßig einzustufen. Der
Kaltlufttropfen (KLT) am Samstag über Mitteleuropa bereitet dem IFS noch
Probleme und bringt Unsicherheiten in die Vorhersage. Während er im heutigen
00UTC-Lauf am Samstag in den Morgenstunden über Ostdeutschland liegen soll,
wurde er im gestrigen 00UTC-Lauf über Süddeutschland simuliert und war deutlich
kräftiger ausgeprägt. Im 12 UTC-Lauf war der KLT kaum zu finden. Folglich ist
noch unsicher, ob, wo und wie stark der KLT das Wetter über Deutschland
beeinflussen wird. Zu Beginn der neuen Woche nehmen die Unsicherheiten weiter
zu, sodass die Konsistenz ziemlich schlecht ist. Das liegt zum einen am
erwähnten KLT, der im gestrigen 00UTC-Lauf bis Montag zur Iberischen Halbinsel
ziehen sollte, während er im heutigen 00UTC-Lauf über Frankreich nach Süden
abbiegt und über die Balearen unter Abschwächung weiter über das zentrale ins
östliche Mittelmeer zieht. Zum anderen wird die Austrogung am Montag über dem
Atlantik und im weiteren Verlauf auch bei uns in Mitteleuropa deutlich schärfer
simuliert. Während im gestrigen 00UTC-Lauf für Dienstag noch zwei Tröge
simuliert wurden, die nur Nordeuropa erfassten, wird im heutigen 00UTC ein Trog
simuliert, der bis zu den Alpen vorstößt. Dementsprechend sind die
Prognoseunsicherheiten ab der kommenden Woche noch recht groß.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Im Wesentlichen sind die Ausführungen zur IFS-Konsistenz auch auf die anderen
Globalmodelle übertragbar. Erste Unsicherheiten kommen mit dem KLT in die
Prognose. Zugbahn und Intensität des KLT werden noch unterschiedlich gerechnet,
was natürlich auch Auswirkungen auf die Wetteraktivität hat. Zu Beginn der neuen
Woche nehmen die Unterschiede weiter zu. Beim ICON ist die Progression des Trogs
deutlich forscher. Während hier die Achse Montagmittag bereits von Norwegen nach
Dänemark reicht, erstreckt sie sich beim IFS von den Färöern bis nach
Großbritannien. GFS ist noch stärker phasenverschoben. Nach dieser Variante
würde noch ein Rücken über Großbritannien liegen und der Trog befände sich weit
draußen über dem westlichen Nordatlantik.

FAZIT:
Das recht milde Frühlingswetter setzt sich weiter fort. Bis Montag sorgt eine
Hochdruckbrücke, die sich von West nach Ost vom Atlantik über Mitteleuropa bis
nach Osteuropa erstreckt, für relativ ruhiges Wetter in Mitteleuropa. Ganz
störungsfrei verläuft das Wetter aber nicht, was an einer gewissen Zyklonalität
in der Höhe liegt, in der auch KLT eingelagert sind. Ob es bei einigen
Wolkenfeldern bleibt oder ob ein möglicher KLT am Samstag auch regional Schauer
induziert, ist noch nicht final geklärt. Kommende Woche wird die Prognose dann
sehr unsicher. Tendenziell wird es unbeständiger und Tiefdruck-lastiger. Bei den
Details gibt es aktuell aber noch recht große Unterschiede zwischen den
Simulationen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Bei den Rauchfahnen fällt vor allem auf, dass diese sowohl bei der Temperatur
als auch beim Geopotential bis einschließlich Sonntag recht eng gebündelt sind.
Die Unsicherheiten durch den angesprochenen KLT treten hier weniger stark zu
Tage als man vermuten könnte. Allerdings sind bei den Niederschlägen einige
Ausschläge erkennbar, die auf den Durchzug des KLT zurückzuführen sind. Ab
Montag nimmt der Spread sowohl beim Geopotential als auch bei den Temperaturen
zu, was die weiter zunehmende Unsicherheit unterstützt. Dabei fällt auf, dass
sich am Dienstag sowohl bei der Temperatur als auch beim Geopotential der
Hauptlauf im unteren Bereich aufhalten. Dies ist auf die starke Austrogung im
heutigen 00UTC-Lauf zurückzuführen und könnte ein Hinweis sein, dass diese ein
Ausreißer sein könnte.

Bei den Clusteranalysen werden im Zeitraum t_120h-168h vier Cluster angeboten,
mit Hauptlauf in Cluster 1 (18 Member). Bei den Clustern 1 und 3 wird der
Übergang von einer Blocking-Lage zu einer positiven NAO simuliert, während bei
Cluster 2 und 4 das Blocking-Regime andauert. Der wichtigste Unterschied für
Mitteleuropa ist der Trog am Dienstag. Dieser wird in den Clustern 1 und 4
schärfer simuliert als in den Clustern 2 und 3, wobei sich der Trog in Cluster 4
im Vergleich zu Cluster 1 weiter westlich befindet.

Auch in der erweiterten Mittelfrist (Zeitraum t_192h-240h) werden vier Cluster
angeboten. Von Blocking über Atlantic Ridge ist fast alles vertreten - oder in
anderen Worten - eine verlässliche Prognose ist aktuell noch nicht möglich.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Durch das von Hochdruck geprägte Wetter sind markante Wettererscheinungen über
Deutschland im mittelfristigen Zeitraum kaum zu erwarten. Erst zum Ende der
Mittelfrist besteht vor allem im Nordwesten ein gewisses Potential für
stürmische Böen und Sturmböen an der Nordsee, wobei dies noch sehr unsicher ist.

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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel


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