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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 11.02.2026 um 10.30 UTC



Unbeständig mit wiederholten Niederschlägen und teils windig, anfangs bis ins
Tiefland winterlich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 18.02.2026


Die ab Samstag beginnende Mittelfrist wird quasi die ganze Zeit über von einem
umfangreichen Höhentrog über dem Nordostatlantik und Skandinavien geprägt. Aus
diesem laufen wiederholt Randtröge bis nach Osteuropa bzw. bis zum Balkan,
sodass auch Deutschland bis auf kurzen Zwischenhocheinfluss meist von
Tiefdruckgebieten heimgesucht wird. Keine guten Nachrichten also für die Jecken,
Narren oder Karnevalisten. Aber vielleicht gibt es ja passende Lücken zum
Höhepunkt des Straßenkarnevals?

Im Detail zeigt sich am Samstag ein Langwellentrog, der sich von Skandinavien
bis nach Nordwestafrika erstreckt und der im südlichen Teil zum Abtropfen neigt.
Ein etwa über das Baltikum nach Nordosten laufender Randtrog stützt dort ein
Bodentief. Dessen Ausläufer wiederum reichen bis zu den Alpen und markieren eine
Luftmassengrenze über dem Süden Deutschlands. Die nach Süden wandernde
Luftmassengrenze wird im Laufe des Tages zunehmend aktiviert, weil sie
einerseits durch das von Benelux hereinlaufende Trogresiduum, andererseits aber
auch durch das Mittelmeertief Hebungsimpulse bekommt. Damit sind vor allem im
Süden Niederschläge zu erwarten, die zunehmend in der festen Phase fallen, weil
von Norden Luftmassen arktischen Ursprungs mit T850 hPa von -5 bis -12 Grad
einfließen. Nur südlich der Luftmassengrenze ist es bei T850 hPa von -3 bis 2
Grad anfangs noch wärmer.

Am Sonntag schwenkt der Trog nach Osten durch und macht Platz für einen flachen
Rücken. So kann sich ein Keil des Azorenhochs bis nach Deutschland vorarbeiten,
folglich ist dieser Tag meist von Zwischenhocheinfluss gekennzeichnet. Die kalte
Luft mit T850 hPa zwischen -3 und -11 Grad kann sich währenddessen
deutschlandweit ausbreiten. Zum Abend hin geraten wir aber schon wieder auf die
Vorderseite eines Randtroges, der mit einem Bodentief nahe Schottland
korrespondiert. Dessen okkludierendes Frontensystem erfasst am Abend mithilfe
kräftiger WLA mit teils markanten Schneefällen den Westen und breitet sich in
der Nacht zum Montag bis in den Osten und Südosten aus.

Am Rosenmontag amplifiziert der Randtrog in Richtung Balkan und steuert das
Bodentief über die Nordsee hinweg nach Nordwestdeutschland. Das okkludierende
Frontensystem wandert damit in den Osten und Südosten Deutschlands, sodass in
den Karnevalshochburgen an Rhein und Main zumindest etwas Hoffnung auf
zwischenzeitlich trockene Phasen besteht. Vor allem im Tiefland gehen die
Niederschläge dabei wieder vermehrt in Regen über, weil postfrontal etwas
milderer Atlantikluft mit T850 hPa von -4 bis -2 Grad einströmt. Darüber hinaus
kommt am Nachmittag auch noch die herumgeholte Okklusion des Tiefs bei etwas
auffrischendem Wind (kein Sturm!) auf Westdeutschland zu.

Am Veilchendienstag bewegt sich der Trog nach Osteuropa weiter, sodass sich von
Westen erneut ein Rücken in Richtung Benelux aufwölben kann. Bevor der
Zwischenhocheinfluss am Nachmittag von Westen her greift, gibt es in den Resten
der feuchten Luftmassen des abziehenden Tiefs bei weiterhin kräftigem Westwind
aber noch weitere Regen- und Schneefälle. Postfrontal geht die T850 hPa bei auf
Nordwest drehender Strömung auf -3 bis -6 Grad zurück.

Am Aschermittwoch ist nicht nur alles vorbei, sondern der Zwischenhocheinfluss
auch bald schon wieder Geschichte. Erneut kann ein Randtrog bei den Britischen
Inseln ein Bodentief über der Nordsee in Stellung bringen, dessen Ausläufer
bereits in den Frühstunden den Westen und Südwesten erfassen und sich tagsüber
in den Norden und Nordosten mit neuerlichen Regen- und Schneefällen verlagern.
Die T850 hPa steigen zum Teil knapp über 0 Grad, womit auch gefrierender Regen
eine Rolle spielen könnte. Zudem frischt bei zunehmenden Gradienten der Wind
wieder auf, im Süden sind stürmische Böen Bft 8 möglich.

In der erweiterten Mittelfrist ab kommende Woche Donnerstag geraten wir mehr und
mehr in den Einflussbereich eines stark amplifizierenden Langwellentrogs. Auf
dessen Vorderseite werden Tiefdruckgebiete über Skandinavien und dem Baltikum
gestützt, folglich gerät Deutschland in eine nördliche Strömung mit arktischer
Kaltluft mit T850 hPa von -7 bis -10 Grad. Dabei sind unter leichtem
Tiefdruckeinfluss zumindest zeitweise noch Schneefälle zu erwarten.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis Sonntag ergeben sich zwischen den drei jüngsten Läufen des EZMW keine großen
Unterschiede, sodass bis dahin eine gute Konsistenz vorliegt. Am Montag werden
bezüglich der herumgeholten Okklusion des Tiefs über der Nordsee kleine
Differenzen offenbart, wobei der gestrige 12 UTC-Lauf eine stärkere Entwicklung
bei etwas früherem Eintreffen in Deutschland zeigte. Es hat außerdem zum
Dienstag hin einen kleinen Schnellläufer mit stürmischem Wind im Programm, der
allerdings in den beiden in sich ziemlich konsistenten 0 UTC-Läufen nicht zu
sehen ist. Ab Dienstag divergieren die Läufe zunehmend, wobei der
Tiefdruckeinfluss aber bei allen dominiert. Der Kaltluftvorstoß in der
erweiterten Mittelfrist wurde in den gestrigen Läufen nur angedeutet, im
jüngsten 0 UTC-Lauf jedoch deutlich verstärkt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Am Samstag wird von ICON, GFS und UK10 ein kleines Tief über der Nordsee ins
Spiel gebracht, das im Nordwesten für Schauer sorgen könnte. Bei EZMW ist es
schwächer ausgeprägt, sodass es im Norden und Nordwesten trocken bleiben soll.
Ansonsten herrscht wie bei den Konsistenzbetrachtungen nur bis zum Sonntag
Einigkeit. Am Montag hat GFS ein kleines Randtief über Deutschland im Programm,
bei dem es nasser und stürmischer wäre als beim EZMW. Etwas stärkere
Entwicklungen beim Wind gibt es auch bei UK10 und ICON.
In den weiteren Tagen der Mittelfrist zeigen die anderen hier betrachteten
Modelle ähnliche Muster, die vor allem zeitlich leicht variieren. Am Donnerstag
fällt GFS dann mit einem kräftigen Sturmtief bei den Britischen Inseln auf, das
auch den von EZMW gezeigten Kaltluftvorstoß verhindern würde.
Die KI-Modelle springen derzeit ebenfalls noch nicht auf diesen Kaltlufteinbruch
an, sondern zeigen deutlich unterschiedliche Lösungen, womit die EZMW-Vorhersage
als unsicher einzustufen ist.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen diverser deutscher Städte des EZMW bestätigen den Hauptlauf bis
zum Sonntag durch enge Verläufe, sodass das Absinken der Temperatur und der
Zwischenhocheinfluss am Sonntag recht sicher sind. Am Montag nimmt die Streuung
ein wenig zu, die leichte Milderung mit dem neuen Tiefdrucksystem wird aber kaum
angezweifelt. Ab Dienstag öffnen sich die Rauchfahnen vor allem beim Geopot 500
hPa, ab Mittwoch auch bei T850 hPa. Ab dann wird die Vorhersage sehr unsicher.
In der erweiterten Mittelfrist läuft der Kontrolllauf jeweils an den unteren
Rand der Verteilungen, womit starke Zweifel am Kaltluftvorstoß geschürt werden.
Niederschlagssignale sind außer am Sonntag fast jeden Tag vorhanden, was den
Tiefdruckeinfluss bestätigt.

CLUSTER:
Im zweiten Zeitschritt von Montag, 0 UTC, bis Mittwoch, 0 UTC, werden 3 Cluster
ausgegeben (alle NAO+). Unterschiede gibt es beim Rücken und dem kurzen
Zwischenhocheinfluss am Dienstagnachmittag sowie beim nachfolgenden Trog.
Während C2 mit 17 Mitgliedern mit Haupt- und Kontrolllauf das obige Szenario
spiegelt, ist der in C1 (20 Mitglieder) schwächer und die Strömung bleibt eher
zonal. Damit ist kaum Zwischenhocheinfluss zu erwarten. In C3 (14 Mitglieder)
ist der Trog stärker und kommt schneller. Demzufolge ist das Wetter ab
Dienstagabend bereits wieder unbeständiger.
Im dritten Zeitschritt von Donnerstag 0 UTC bis Samstag 0 UTC (erweiterte
Mittelfrist) werden 4 Cluster benötigt. (NAO+ und NAO- etwa im Gleichgewicht).
In C1 (18 Mitglieder), C2 (15 Mitglieder, mit Haupt- und Kontrolllauf) und C4 (9
Mitglieder) wird der oben erwähnte Langwellentrog gezeigt, der in
unterschiedlicher Ausprägung und Geschwindigkeit Mitteleuropa überquert oder
erst zum Ende hin erreicht. In C3 (9 Mitglieder) fast ohne Trog findet sich die
eher zonale Strömung aus C1 des zweiten Zeitschrittes wieder. Die sehr
unterschiedlichen Lösungen untergraben den Kaltluftvorstoß aus dem Hauptlauf,
der so dann nur in C2 zu sehen ist.

FAZIT:
Die Mittelfrist wird geprägt durch wiederholt durchziehende Tiefausläufer, die
nur kurzen Zwischenhocheinfluss erlauben. Dabei ist das Temperaturniveau anfangs
niedrig mit winterlichen Erscheinungen bis ins Tiefland, ab Anfang der kommenden
Woche erfolgt eine leichte Milderung. Am Montag und Dienstag besteht zudem die
Möglichkeit für etwas stärkeren Wind. In der erweiterten Mittelfrist ist bei
anhaltender Tiefdruckaktivität ein Kaltluftvorstoß nicht ausgeschlossen, aber
noch sehr unsicher.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


DAUERREGEN/SCHNEEFALL:
Am Samstag und in der Nacht zum Sonntag an den Alpen und im Alpenvorland länger
andauernder Schneefall. Dabei Neuschneemengen zwischen 10 und 15, in Staulagen
um 20 cm in 12 bis 18 Stunden wahrscheinlich.
Am Montag im Schwarzwald und im Allgäu Dauerregen gering wahrscheinlich, in
höheren Lagen dort markanter Schneefall und Schneeverwehungen möglich.

GLATTEIS:
Am Montag in den Frühstunden im Westen, tagsüber bis in die Mitte ausgreifend
lokal Glatteis durch gefrierenden Regen nicht ausgeschlossen.
Am Dienstag im Nordosten Glatteis durch gefrierenden Regen möglich.

WIND:
In der Nacht zum Montag im Bergland stürmische Böen Bft 8 oder Sturmböen Bft 9.
Am Montag im südwestlichen und südlichen Bergland sowie an der Nordsee
stürmische Böen wahrscheinlich, Sturmböen gering wahrscheinlich.
Am Dienstag im höheren Bergland stürmische Böen wahrscheinlich, Sturmböen gering
wahrscheinlich.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW, EZMW-EPS. Zum Ende eher MOSMIX, da EZMW-Det. eher Ausreißer
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler/Sebastian Schappert


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