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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 21.07.2018 um 10.30 UTC



Beginnende Hitzewelle und vielerorts Fortdauer der Trockenheit, nur vereinzelt
Schauer und Gewitter.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 28.07.2018


Am Dienstag , zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums, befindet sich
Deutschland im Bereich einer Potenzialbrücke, die sich vom Südwesten Europas bis
zum Ural erstreckt. Dieser Bereich hohen Geopotenzials wird flankiert von einem
Trog über dem Nordostatlantik und einem flachen Höhentief über Ost- und
Südosteuropa. Die Nähe zu letzterem kann durch Randtröge im äußersten Osten und
Südosten des Landes vereinzelt noch zu Schauern, vielleicht auch einem Gewitter
führen. Sonst bleibt es unter schwachem Hochdruckeinfluss trocken. Dabei ist die
Luftdruckverteilung nicht nur über Deutschland, sondern über weiten Teilen
Mittel- und Westeuropas sehr flach - abgesehen von einem 1015er Hoch über der
Kimbrischen Halbinsel findet man weit und breit keine Isobaren. Im
850-hPa-Niveau erreicht die 15-Grad-Isotherme von Süden her in etwa den Main, im
Norden liegt die T850 um 12 Grad. Somit steigen die Temperaturen fast pünktlich
zu Beginn der Hundstage nahezu landesweit auf hochsommerliches Niveau an.

Im weiteren Verlauf der Mittelfrist bleibt die Potenzialbrücke weitgehend
erhalten, wobei aber die östlichen Landesteile vor allem am Donnerstag und
Freitag wieder etwas stärker in den Einflussbereich des flachen Höhentiefs über
Ost- und Südosteuropa gelangen. Zeitweilig auftretende, meist lokale Schauer und
Gewitter, die aber durchaus Unwetterpotenzial (mit Schwerpunkt auf heftigen
Starkregen) bergen, sind dort die Folge. Ansonsten werden lokale Schauer bzw.
Gewitter allenfalls durch Überhitzung am Boden oder orografisch ausgelöst, da
Hebungsantriebe fehlen. Die große Rolle sollte das aber angesichts der
herrschenden Trockenheit ohnehin nicht spielen.
Im 850-hPa-Niveau weitet sich die 15-Grad-Isotherme auf weite Teile Deutschlands
aus, nur der Osten bleibt mit Werten knapp über 13 Grad "außen vor". Im
Südwesten liegt die T850 bei 18 Grad. Durch die sukzessive Ausweitung des
ostatlantischen Troges nach Süden stellt sich über West- und Mitteleuropa eine
schwache südwestliche (Höhen-)Strömung ein. Dies führt dazu, dass die ohnehin
heiße Luftmasse noch etwas angefeuchtet und somit etwas schwüler wird und die
nächtlichen Minima nicht mehr so tief ausfallen. Höchstwerte von über 30 Grad
sind ab Mittwoch mit nur wenigen Ausnahmen landesweit zu erwarten, besonders am
Donnerstag und Freitag fällt in der Westhälfte sicherlich an einigen Orten auch
die 35-Grad-Marke, an besonders "anfälligen" Orten sind auch Höchstwerte um 37
Grad denkbar. Von einer entsprechenden Wärmebelastung muss also ausgegangen
werden.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Am Dienstag und am Mittwoch kann die Konsistenz des EZMW-IFS als sehr gut
bezeichnet werden. Kleinere Unterschiede im Strömungsmuster sind nicht
prognoserelevant. Entgegen den Vorläufen wird das Geopotenzial besonders am
Donnerstag und Freitag im neuen Lauf niedriger simuliert, wodurch die östlichen
Landesteile etwas mehr vom Höhentief über Ost- und Südosteuropa beeinflusst
werden können, was in der Simulation zeitweise auftretender, lokaler Schauer und
Gewitter resultiert.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Signifikante Modellunterschiede ergeben sich bei der Ausprägung der
Geopotenzialbrücke. Diese wird sowohl von ICON (Donnerstag und Freitag) als auch
von GFS (Donnerstag bis Samstag) stärker gerechnet als beim EZMW-IFS.
Entsprechend werden auch für den Osten und Südosten keine oder nur sehr schwache
Niederschlagssignale gezeigt. GFS offeriert dagegen am Donnerstag im Westen
vermehrt Hinweise für Schauer- und Gewitteraktivität, was aber erfahrungsgemäß
vor allem der zu feuchten Modell-Grundschicht geschuldet sein dürfte.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Bei der 850-hPa-Temperatur verlaufen alle Ensemble-Member der Rauchfahne für
Offenbach relativ gebündelt und zeigen bis Mittwoch einen leichten
kontinuierlichen Anstieg, wobei Haupt- und Kontrolllauf eher im oberen Bereich
dieser Bündelung zu finden sind. Am Donnerstag "spleißt" sich das Bündel etwas,
aber nicht sonderlich stark auf.
Größere Unsicherheiten, die sich in Form einer größeren Streuung der Member
manifestiert, zeigen sich beim Geopotenzial. Damit wird der leichten
Inkonsistenz, wie sie oben beschrieben wurde, Rechnung getragen.
Niederschlagssignale gibt es indes nicht. Lediglich am Freitag und Samstag
zeigen zwei, drei Member geringfügige Ausschläge. Die Trockenheit setzt sich
also fort.

Die Clusterung des EZMW lässt keine Alternativen zur beschriebenen
Wetterentwicklung zu. So existieren für die Zeiträume von T+72...96 h (Dienstag
bis Mittwoch) und T+ 120...168 h (Donnerstag bis Samstag), wie wie übrigens auch
im erweiterten Mittelfristzeitraum bis Dienstag, jeweils nur einen Cluster.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Signifikante Wettererscheinungen sind im mittelfristigen Vorhersagezeitraum nur
in Form lokaler (Hitze-)Gewitter zu erwarten, die am ehesten die östlichen
Landesteile und das Bergland betreffen. Dabei ist Starkregen wahrscheinlich,
wobei auch Unwetter aufgrund vom heftigem Starkregen und Hagel nicht
ausgeschlossen sind. Aufgrund dieser - wenn überhaupt - nur kleinräumig
auftretenden Niederschlagsereignisse setzt sich die teils extreme Trockenheit in
weiten Teilen des Landes fort. Hinzu kommt noch die zunehmende Wärmebelastung.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMix, EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Stefan Bach


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