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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Freitag, den 13.03.2026 um 10.30 UTC Nach ungemütlichem Start, hochdruckdominante Woche. Dann tagsüber mild bis sehr mild (gefühlt kühler durch Ostwind), nachts teils frostig. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 20.03.2026 Zum Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Montag überquert ein mit ordentlich Höhenkaltluft angereicherter Trog samt am Boden vorlaufender Kaltfront Deutschland ostwärts. Mit T500er-Werten zwischen -30 Grad im Süden und -35 Grad im Norden kommt es nicht nur verbreitet zu Schauern/schauerartigen Regenfällen, sondern auch zu einzelnen Gewittern, die mangels Scherung/Höhenwinden im Trogbereich und geringem Wassergehalt der Luft im warntechnisch gelben Bereich verbleiben werden. Einzig etwas Graupel kann als Begleiterscheinung zusätzlich zu steifen Böen (Bft 7) auftreten. Bei T850er-Werten um -1 Grad im Südosten und um -4 Grad im Nordwesten liegt die Schneefallgrenze über der Mitte bei etwa 600 bis 800 m, im Süden bei rund 1000 m. In Hochlagen kann es also durchaus mal etwa "anmatschen" oder allenfalls vorübergehend wenige Zentimeter Neuschnee geben, in den Alpen sind auch mal bis zu 10 cm (in Staulagen auch noch etwas mehr) drin. Hinter diesem Trog und vorderseitig einer markanten Austrogung weit draußen über dem Atlantik wölbt sich ein mächtiger Rücken auf. Das korrespondierende Bodenhoch verlagert sich am Dienstag mit seinem Schwerpunkt über die Südhälfte Deutschlands hinweg, findet Anschluss an ein kräftiges Osteuropahoch und fungiert fortan als dessen Keil, der bis zu uns vorstößt. Während sich die an den Alpen klassischerweise hängengeblieben Kaltfront auflöst, greift von Westen die Warmfront eines Islandtiefs über. Durch den Rücken reicht es zwar nur für etwas Bewölkung und ein paar Spritzer Regen im Westen und Nordwesten, T850 macht allerdings zumindest in der Westhälfte einen deutlichen Satz nach oben und steigt im Westen auf +4 Grad. Stromab tropft der uns überquerte Trog ab und das Cut-Off-Tief zieht am Mittwoch südwestwärts in den zentralen Mittelmeerraum. Gleichzeitig tropft auch der Atlantiktrog westlich der Iberischen Halbinsel ab. Dadurch wird der Rücken über dem westlichen Mittelmeer förmlich abgeschnürt und es entsteht ein eigenständiges Höhenhoch mit Zentrum über der südlichen Nordsee. Zwischen weitläufigem Osteuropahoch und großräumigen Atlantiktief (korrespondiert mit Cut-Off-Tief) dreht die zunehmend lebhafte bodennahe Strömung auf Ost, was die Bise im äußersten Südwesten Deutschlands auf den Plan ruft und in vornehmlich höheren Schwarzwaldlagen für stürmische Böen sorgen könnte. Zudem dürfte der Ostwind bundesweit dafür verantwortlich sein, dass sich die auf dem Zettel milden bis sehr milden Höchstwerte (im Westen bis zu 18 Grad) ein gutes Stück kühler anfühlen werden, als man denken würde. Am Donnerstag zieht das stark positiv geneigte Residuum des Atlantiktroges nach Südskandinavien, drängt das Höhenhoch südwest-/westwärts Richtung Eingang des Ärmelkanals ab und tropft am Freitag über England ab. Parallel folgt auf den Trog bereits das nächste hochreichende Hoch, das sich am Freitag im Raum nördliche Nordsee/südliches Nordmeer/Skandinavien festsetzt. Am Boden bringt eine, dem Trog vorgelagerte Kaltfront dem äußersten Norden in diesem Zusammenhang ein paar Tropfen Regen, ehe sie sich dem ansonsten dominierendem Hochdruckeinfluss beugt. Durch die Neupositionierung der Hochdruckgebiete (Schwerpunkt nun nördlich von uns) hält der Ostwind zwar weiter an, die Bise sollte sich aber bereits ab dem Donnerstag wieder abschwächen. Zudem strömt ab Freitag aus Nordosten wieder etwas kühlere Luft ein. Das Temperaturniveau bleibt dabei aber zumindest zunächst noch weitgehend frühlingshaft mild, wenngleich in den Nächten besonders in der Südosthälfte durchweg mit Nachtfrost gerechnet werden muss. Frost in Bodennähe bleibt nahezu bundesweit ein Thema. In der erweiterten Mittelfrist zieht der "Skandi-Trog" nach Nordosteuropa und tropft dort erneut ab. Der resultierende Kaltlufttropfen zieht mit bis zu -35 Grad kalter Höhenluft über Norddeutschland westwärts hinweg und erreicht am Montag Nordfrankreich. Niedertroposphärisch fließt ebenfalls deutlich kältere Luft ein. T850 sinkt im Norden auf unter -5 Grad, im Süden auf Werte um 0 Grad. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des aktuellen 00-UTC-Laufs des IFS kann im Großen und Ganzen als sehr gut bezeichnet werden. Demnach steht nach unbeständigem, windigem und mäßig-kaltem bis mildem Wochenstart eine hochdruckgeprägte und damit meist trockene, ruhige und milde bis sehr milde Witterung mit regionaler Nachtfrostgefahr an. Unterschiede gibt es im Detail hauptsächlich hinsichtlich der Zugbahn und Intensität der um Deutschland herum "wabernden" Kaltlufttropfen, was sich vor allem zum Ende der Woche hin bemerkbar macht. Besonders bei der Niederschlagsprognose nehmen die Unsicherheiten in der Folge etwas zu. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Auch die anderen, an dieser Stelle betrachteten Globalmodelle zeigen eine im Großen und Ganzen bemerkenswert ähnliche Entwicklung. Unterschiede gibt es naturgemäß hinsichtlich der genauen Ausprägung und Zugbahn der aus den diversen Abtropfprozessen entstehenden Kaltlufttropfen. Darauf hier einzugehen, würde aber nicht nur den Rahmen sprengen, sondern wäre aufgrund der derzeit noch großen Dynamik in ihrer Vorhersage auch sinnlos. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte zeigen allesamt die ab Dienstag von Westen aufkommende Milderung, wobei der Spread dabei doch deutlich zulegt. Wie stark die Milderung ausfällt, scheint also noch nicht so recht klar zu sein. Klarer ist dagegen wohl, dass es Richtung Freitag wieder abwärts geht mit dem Temperaturniveau, was mit entstehenden nordeuropäischen Blockadelage und dem Einfließen wieder kühlerer Luftmassen aus Nordosten zusammenhängt. Die Member nähern sich dabei wieder etwas an. Die Niederschlagssignale sind ab Dienstag rar gesät (zunehmender Hochdruckeinfluss). Erst zum Ende der Woche nehmen sie wieder zu (Übergreifen von Kaltlufttropfen). Beim Clustering ergeben sich für den Zeitraum von Mittwoch bis Freitag 00 UTC vier Gruppierungen (16, 15, 11 und 9 Member; Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 1), die allesamt dem Blocking-Regime zugeordnet werden. Signifikante Unterschiede für das Wetter in Deutschland sind dabei nicht auszumachen. Für den Zeitraum von Samstag bis Montag 00 UTC (erweiterte Mittelfrist) liegen nur noch zwei Cluster vor (29 und 22 Member; Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 1). Auffällig ist, dass Cluster 2 das Blockadehoch etwas weiter nach Nord-/Nordosteuropa verschiebt und uns somit in den Einflussbereich des südwesteuropäischen hochreichenden Tiefs gelangen lässt. FAZIT: Nach einem ungemütlichen Wochenstart stehen die Zeichen wieder auf hochdruckgeprägtes Wetter. Nennenswerte Niederschläge sind kaum zu erwarten. Mit dem Temperaturniveau geht es wieder aufwärts, wenngleich durch den ab Wochenmitte aufkommenden und mitunter lebhaften Ostwind tatsächliche und gefühlte Temperatur wohl doch etwas auseinander liegen dürften. Spätestens Richtung erweiterte Mittelfrist werden dann zunehmend um das blockierende Nordeuropahoch herumgeführte Kaltlufttropfen für unser Wetter interessant. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Die Liste markanter Wettererscheinungen im mittelfristigen Zeitraum ist ziemlich übersichtlich und beinhaltet - wenn man mal die einzelnen Graupelgewitter zum Wochenstart außer Acht lässt - nur den Wind. Demnach sind am Montag auf den Gipfeln mancher Mittelgebirge und der Alpen stürmische Böen oder Sturmböen (Bft 8-9) zu erwarten, auf den Brocken muss anfangs auch mit schweren Sturmböen gerechnet werden. Die Windrichtung dreht dabei mit Frontdurchgang von Südwest auf West. Am Mittwoch könnte es dann an der Südwestflanke des Bodenhochs bisebedingt für einzelne stürmische Böen aus Ost in vornehmlich höheren Lagen des Schwarzwalds reichen. Was durch den nahenden astronomischen Frühlingsbeginn trotz nur gelber Warnstufe interessant sein dürfte, ist die vor allem in der Südosthälfte anhaltende Nachtfrostgefahr. Frost in Bodennähe bleibt nahezu bundesweit ein Thema. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS(-EPS), ICON(-EPS), GFS, UK10, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Tobias Reinartz |
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