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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Samstag, den 07.03.2026 um 10.30 UTC Wechselhaft und weiterhin mild, aber so gut wie keine markanten Wettererscheinungen. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 14.03.2026 Der gesamte Mittelfristzeitraum ist geprägt durch ein schwaches Strömungsmuster über Mitteleuropa. Zwischen einem sich immer wieder regenerierenden umfangreichen Höhentrogkomplex inklusive einer regen Tiefdruckaktivität über dem mittleren Nordatlantik bzw. Nordwesteuropa und hohem Luftdruck über Ost- und Südosteuropa gelangen mit einer überwiegend schwachen südwestlichen Höhenströmung im Großen und Ganzen milde, aber zeitweise auch feuchte Luftmassen nach Mitteleuropa. Zu Beginn des Mittelfristzeitraumes, am Dienstag, befindet sich das Vorhersagegebiet in Einflussbereich eines flachen Höhenkeils, der bis Mittwochfrüh nur langsam ostwärts schwenkt. Bei schwachen Luftdruckgegensätzen im Bodenfeld werden vorderseitig zweier Randtröge über den Britischen Inseln und Frankreich von Südwesten her neben milden vor allem in den Süden und Westen des Landes allmählich auch feuchtere Luftmassen advehiert. Diese sind bedingt labil geschichtet, so dass es neben einzelnen Schauern auch kurze Gewitter geben kann, die aber wohl kaum markanten Kriterien genügen dürften (maximal Starkregen um 15 mm in kurzer Zeit bzw. Böen Bft 8). Am Mittwoch werden die Randtröge über Westeuropa von Nordwesten her regeneriert, können sich besser formieren und greifen zum Abend hin auf den Westen Deutschlands über. Im Bodenfeld dominiert allerdings bei schwachen Luftdruckgegensätzen eher ein antizyklonales Muster in Form einer flachen Hochdruckbrücke über dem Vorhersagegebiet, gegen Abend erreicht die Kaltfront eines Sturmtiefs bei Island die mittlere Nordsee. Insgesamt können sich die Schauer und vereinzelten Gewitter im Vorhersagegebiet somit noch etwas nach Osten ausweiten, nach wie vor bleibt die Wahrscheinlichkeit für markante Gewitter äußerst gering. An beiden Tagen bleibt es bei 850 hPa-Temperaturen zwischen 2 und 5 Grad mild und aufgrund der vielerorts bewölkten Nächte ist auch kaum Frost zu erwarten, am ehesten noch im Südosten. Am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag wird der Randtrog über dem westlichen Mitteleuropa durch den vorgelagerten, inzwischen über dem östlichen Mitteleuropa angelangten und sich regenerierenden Höhenkeil blockiert und kommt nicht weiter nach Osten voran. Stattdessen füllt er sich zunehmend auf und wird Richtung Südfrankreich bzw. Norditalien abgedrängt, wo er in mehrere Anteile zerfällt. Gleichzeitig schwenkt vom mittleren Nordatlantik her ein markanter und breit angelegter Höhentrog Richtung Ostatlantik und erreicht in der Nacht Irland. Über dem Vorhersagegebiet setzt somit verstärkt Druckfall ein und die flache Hochdruckbrücke zieht sich nach Osten zurück. Die schwache Kaltfront über der Nordsee erfasst womöglich noch den Nordwesten bzw. die Mitte Deutschlands, löst sich dann aber mit zunehmender trogvorderseitiger WLA mehr oder weniger auf. Präfrontal kann es vor allem im Süden und Osten noch vereinzelte Schauer geben, für Gewitter sollte es aber kaum mehr reichen. Postfrontal folgt nur wenig kühlere Luft (vorübergehend um 0 Grad oder etwas darunter in 850 hPa), so dass es nach wie vor für die Jahreszeit zu mild bleibt. In der Nacht zum Freitag klart der Himmel aber gebietsweise auf, entsprechend steigt die Wahrscheinlichkeit für leichten Frost eventuell wieder etwas an. Am Freitag greift der Höhentrog auf die Britischen Inseln über; da sich aber gleichzeitig der umfangreiche Höhenrücken über Osteuropa deutlich regeneriert und verstärkt, wird er blockiert und tropft am Samstag Richtung Iberische Halbinsel ab, wobei das nördliche Trogresiduum in der Nacht zum Sonntag immerhin Skandinavien und die Nordsee erfasst. Die Kaltfront des korrespondierenden, ins Nordmeer ziehenden Bodentiefs überquert am Freitag bzw. in der Nacht zum Samstag langsam und schleifend die Nordsee, greift somit erst am Samstag auf den Nordwesten Deutschlands über. Dort zeigt sie dann aber in einem bereits wieder überwiegend antizyklonalen Umfeld deutliche Auflösungstendenzen und kommt nicht weiter südostwärts voran. Präfrontal kann es am Freitag und Samstag erneut vereinzelte Schauer geben, die Gewitterwahrscheinlichkeit ist aber aus aktueller Sicht mangels Labilität eher als äußerst gering zu beziffern. Eventuell reicht es am Freitag auf exponierten Gipfeln (Brocken) für stürmische und über der Nordsee für steife Böen aus südlichen Richtungen. Postfrontal sickert zumindest nach IFS am Samstag in den Nordwesten eine etwas kühlere Luftmasse mit negativen 850 hPa-Temperaturen. In der erweiterten Mittelfrist tropft nach Lesart des IFS das Trogresiduum erneut aus, dieses Mal über der Nordsee und Benelux. Der Resttrog zieht weiter nach Nordwestrussland und dazwischen schiebt sich ein kräftiger Höhenkeil, der zu Beginn kommender Woche über Osteuropa bis nach Mittelskandinavien reicht. Dieser stützt ein umfangreiches Bodenhoch über Skandinavien und dem Baltikum, während sich über dem Vorhersagegebiet bei schwachen Luftdruckgegensätzen eine flache Tiefdruckrinne etabliert. Dabei bleibt es mild und zunächst vor allem im Nordwesten, später im Westen und Süden leicht wechselhaft. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Bis einschließlich Donnerstag erweisen sich die letzten drei IFS-Läufe als sehr konsistent und unterscheiden sich nur im Detail, z.B. was die räumliche Verteilung der überwiegend konvektiven Niederschläge angeht. Am Freitag bzw. in der Nacht zum Samstag lässt der gestrige 00 UTC-Lauf, im Gegensatz zum aktuellen und auch zum gestrigen 12 UTC-Lauf, den Höhentrog Mitteleuropa unter Abschwächung zusammen mit einer vorgeschalteten Kaltfront ostwärts passieren. Rückseitig gerät das Vorhersagegebiet am Wochenende dann in den Einflussbereich eines zunehmend zonal ausgerichteten Höhenkeils, der in weiterer Folge unter Verstärkung nach Osteuropa schwenkt. Zu Beginn der übernächsten Woche simuliert der gestrige 00 UTC-Lauf dann mit Übergreifen eines weiteren Troges auf Westeuropa eine antizyklonale Südwestlage über dem Vorhersagegebiet. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die aktuell vorliegenden Globalmodelle fahren bis zum kommenden Wochenende im Großen und Ganzen einen einheitlichen Kurs. Lediglich bzgl. der Passage der flachen Randtröge ergeben sich kleinere Differenzen, die sich im Großen und Ganzen auf die räumliche Verteilung der simulierten, allerdings nur wenig ergiebigen Niederschläge beschränken. Einzig das kanadische GEM-Modell lässt, ähnlich wie der gestrige 00 UTC-Lauf des IFS, den Trog in der Nacht zum Samstag über Mitteleuropa hinweg ostwärts schwenken. Alle anderen Modelle haben dagegen den Cut-Off-Prozess auf der Agenda. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Zu Beginn des Mittelfristzeitraumes (72 bis 96 Stunden) liefert die Clusteranalyse 5 Lösungen, die allesamt ein ähnliches Muster aufweisen und sich für das Vorhersagegebiet nicht signifikant unterscheiden: Der regen Tiefdruckaktivität über dem Nordatlantik steht ein blockierender Rücken über Ost- bzw. Südosteuropa gegenüber, wobei dessen Blockadewirkung bis nach Mitteleuropa reicht. Zwei Cluster werden entsprechend dem Großwetterlagenregime "Blocking" zugeordnet, die übrigen drei dagegen "NAO positiv". Auch im Zeitraum 120 bis 168 Stunden bleibt das Muster "NAO positiv" dominant. Alle sechs Cluster sind diesem Großwetterlagenregime zunächst zugeordnet mit einem umfangreichen Sturmtiefkomplex über Nordwesteuropa (Drehzentrum meist bei Island) und Höhenrücken nordwestlich der Azoren bzw. über Osteuropa. Zum kommenden Samstag hin werden dann die Differenzen bzgl. des auf Westeuropa übergreifenden Höhentroges größer. Zwar wirkt nach Lesart aller Cluster der Höhenrücken über Osteuropa blockierend, insbesondere Cluster 3 (10 Member) und abgeschwächt auch Cluster 4 (7 Member) lassen den Trog aber zumindest noch auf das westliche Mitteleuropa übergreifen und simulieren auch eine Frontpassage über dem Vorhersagegebiet. Der Haupt- und Kontrolllauf ist dem CL 1 (18 Member) zugeordnet, nach dessen Lesart, ebenso wie in CL 2 (11 Member), CL 5 und 6 (jeweils 6 Member) die Blockadewirkung überwiegt. Blockade ist auch das Stichwort für die erweiterte Mittelfrist. Die Clusteranalyse weist dann 5 Lösungen auf, die allesamt irgendwo über Ost- oder Nordosteuropa ein Blockadehoch zeigen. Dessen Einfluss auf die Wetterentwicklung hierzulande wird dann aber sehr unterschiedlich simuliert: Es gibt sowohl antizyklonale Lösungen (CL 1 mit 16 Membern, zzgl. Haupt- und Kontrolllauf, dazu auch CL4 (7 Member) und CL 5 (6 Member), als auch zyklonale Lösungen (insbesondere CL 2 mit 13 Membern und schon fast der Großwetterlage Trog Mitteleuropa). Die Kurvenschar der 850 hPa-Temperatur der einzelnen Member in den Rauchfahnen für verschiedene Gitterpunkte im Vorhersagegebiet verläuft bis einschließlich Freitag in einem sehr engen Spread bei bis Donnerstag langsam zurückgehenden, am Freitag vorübergehend wieder etwas ansteigendem Temperaturniveau. Das deutet eine recht große Einigkeit der Member bzgl. der Wetterentwicklung an. Die meisten Member simulieren vor allem für den Dienstag und Mittwoch zudem (konvektive) Niederschläge, allerdings nur mit geringen Mengen. Ab dem Wochenende wird der Spread der 850 hPa-Temperaturen dann aber bei im Mittel leicht sinkendem Niveau deutlich größer, wobei sich die meisten Member der Gitterpunkte im Norden und Westen Deutschlands eher auf der kühleren Seite tummeln (oft unter 0 Grad in 850 hPa), im Südosten dagegen eher auf der wärmeren Seite (um oder über +5 Grad). Niederschlagssignale liefern insbesondere die nord- und westdeutschen Rauchfahnen und vor allem am Freitag und Samstag. FAZIT: Bis Freitag steht der grobe Fahrplan: Die Trockenperiode findet vorerst zu Ende. Es bleibt wechselhaft und weiterhin mild, zeitweise mit überwiegend konvektiven Niederschlägen, die aber nicht allzu üppig ausfallen. Daran wird sich mit zunehmenden Unsicherheiten im Detail auch am kommenden Wochenende nicht viel ändern. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Signifikante Wettererscheinungen sind bis in die erweiterte Mittelfrist so gut wie keine zu erwarten. Die vereinzelten Gewitter am Dienstag und Mittwoch dürften in der Regel keine markanten Begleiterscheinungen aufweisen, ein lokal eng begrenztes Starkregenereignis mit mehr als 15 l/m² bzw. eine Böe Bft 8 kann dennoch nicht komplett ausgeschlossen werden. Am Freitag wird es vorübergehend windiger, aber für mehr als Bft 8 auf dem Brocken bzw. Bft 7 über der Nordsee sollte es nicht reichen. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-EPS, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Winninghoff |
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