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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 10.02.2026 um 10.30 UTC Wiederholt Niederschläge. Dabei vorübergehend kälter mit Schneefall teils bis in tiefe Lagen, an den Alpen teils markante Schneefälle wahrscheinlich. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 17.02.2026 Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Freitag liegt Deutschland unter einem breiten Höhentrog, der in seiner West-Ost Ausdehnung von den Britischen Inseln bis nach Osteuropa reicht. In seiner Ausdehnung Richtung Süden weist er zwei Hauptäste auf, einer in Richtung Iberische Halbinsel und ein zweiter in Richtung Ionisches Meer gerichtet. Korrespondierend dazu befindet sich im Bodendruckfeld eine umfangreiche Tiefdruckzone mit mehreren eingelagerten Tiefkernen. Für unser Wetter sind ein Tiefkern über dem Baltikum und Polen sowie ein weiterer über Frankreich bzw. den Pyrenäen entscheidend. Im Laufe des Freitags und Samstags schwenkt der Trogkomplex weiter ostwärts und gleichzeitig schiebt sich vom nahen Nordostatlantik ein breiter Höhenrücken in Richtung West-/Südwesteuropa vor. Entsprechend ändert sich auch die Lage der Tiefkerne am Boden, sodass das eine Tief Samstagmittag über dem äußersten Nordwesten Polens und das Weitere über dem Tyrrhenischen Meer zu finden ist. Im Zusammenspiel mit einem Hochkeil über den Britischen Inseln und der Nordsee dreht die Strömung vermehrt auf Nordost, mit der kältere Luft zunächst in den Norden gelangt und im Laufe des Samstags schließlich auch die Alpen erreicht. Dabei sinkt die Temperatur in 850 hPa auf Werte zwischen minus 6 und minus 13 Grad ab. Entsprechend gehen die weiter auftretenden Niederschläge von Norden in die Mischphase, ab der Nacht zum Samstag dort aber teils bis in tiefe Lagen in Schnee über. In der Mitte und im Süden fällt etwa oberhalb von 400 bis 600 m Schnee. Durch den weiter Richtung Deutschland vorstoßenden Hochkeil ziehen sich die Niederschläge auf Basis des IFS aber zunehmend in den Süden des Landes zurück. An den Alpen und im Vorland kann es jedoch staubedingt bis Sonntagvormittag schneien, sodass dort 10 bis 15, in einigen Staulagen auch über 20 cm Neuschnee zusammenkommen. Sonst kommt die eingeflossene Kaltluft unter dem Einfluss des Hochkeils zur Ruhe, teils klart es in der Nacht zum Sonntag auf und es gibt verbreitet leichten bis mäßigen Frost. Am Sonntag ist zunächst noch der Einfluss des Höhenrückens respektive Hochkeils dominant, bevor zum Abend ein neuer Trog von den Britischen Inseln Richtung Nordsee und schließlich auch Deutschland vorstößt. Er korrespondiert mit einem Tief bei Schottland. Dessen teilokkludiertes Frontensystem überquert uns in der Nacht zum Montag und am Montag (Rosenmontag) allmählich ostwärts. Damit geht zwar eine leichte Milderung einher, dennoch werden die Niederschläge anfangs größtenteils als Schnee fallen, bevor dann die Schneefallgrenze auf etwa 600 bis 800 m ansteigt. In einigen Staulagen der Mittelgebirge und an den Alpen sind bis 10 cm Schnee möglich. Im weiteren Verlauf der Woche sorgen weitere Trogpassagen weiterhin für wechselhaftes Wetter. Dabei dreht die Strömung durch ein Tief über Skandinavien auf Nordwest und es gelangt erneut ein Schwall kälterer Luft zu uns, aufgrund des maritimen Charakters fällt der Rückgang der Temperatur aber nicht so markant aus, wie am Wochenende. Im Bergland, an den Alpen und im Alpenvorland bleibt es winterlich. An den Alpen sind auch nochmal kräftigere Schneefälle möglich. In der erweiterten Mittelfrist sorgt dann ein Hoch vorübergehend für eine Wetterberuhigung. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Bis Montag kann die Konsistenz des EZMW-Modells als weitgehend gut bezeichnet werden. Kleinere Unterschiede sind nicht prognoserelevant. In der neuen Woche lässt die Konsistenz nach. Das Übergreifen des ersten Frontensystems ab Sonntagabend wird noch übereinstimmend prognostiziert. Während sich aber nach dem gestrigen 00 UTC Lauf erneut eine südliche Westlage mit deutlicher und nachhaltiger Milderung einstellen sollte, baut sich nun wie beschrieben das Tief über Skandinavien auf. Insofern ist noch unsicher, ob und in welcher Ausprägung ab Dienstag weitere Niederschläge übergreifen und wo dann die Schneefallgrenze liegen wird. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Der Modellvergleich zeigt bereits zu Beginn der Mittelfrist erste Unterschiede. Während die Niederschläge bei IFS hauptsächlich durch das Tief über dem Tyrrhenischen Meer getriggert werden, lassen ICON und UK10, in Ansätzen auch GFS ausgehend von dem Tief über Nordosteuropa noch eine Rinne über den Norden Deutschlands hinweg verlaufen. Entsprechend werden dort für Samstag Schneefälle prognostiziert, während es nach IFS dort bereits trocken ist. Das Einströmen der Kaltluft wird von den Modellen ähnlich gezeigt, bei ICON sogar etwas rascher nach Süden vorankommend. Entsprechend wird auch das Übergreifen des Hochkeils und somit die Wetterberuhigung von Norden bei IFS schneller gezeigt, als bei den anderen Modellen. Dieser Phasenunterschied setzt sich in der Folge fort und verstärkt sich sogar noch. Während IFS das nächste Frontensystem bereits ab Sonntagabend übergreifen lässt, passiert dies bei UK 10 erst im Laufe der Nacht, bei GFS erst Montagvormittag und bei ICON sogar erst in der Nacht zum Dienstag. Die zeitliche Abfolge wiederum hat natürlich Einfluss auf die Niederschlagsphase. Auch die Niederschlagsschwerpunkte werden dann unterschiedlich gesetzt, sodass die Entwicklung in der neuen Woche noch sehr unsicher ist. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen des EZMW-EPS zeigen für ausgewählte Stationen in Deutschland für die Temperatur in 850 hPa zwar ab Freitag eine leichte Zunahme des Spreads, insgesamt folgen aber alle Member dem Hauptlauf und zeigen den Rückgang der Temperatur, gefolgt von einer leichten Milderung zum Montag hin. Beim Niederschlag gibt es am Samstag im Norden sehr wenige Member, die noch auf Niederschlag hindeuten. Die Mehrheit und auch der Median folgen dem Hauptlauf. Bei dem Frontensystem in der neuen Woche, deutet tatsächlich die Mehrheit der Member darauf hin, dass die Niederschläge beispielswiese in der Narrenhochburg Mainz bereits in der Nacht zum Montag einsetzen und somit der Lösung des HRES folgen. Zwar gibt es auch einige Ausreißer, die der zeitlich späteren GFS oder ICON Lösung entsprechen würden, diese scheint aus heutiger Sicht aber unwahrscheinlich, auch wenn es den Narren und Jecken zu wünschen wäre. Die Clusterung des EZMW besitzt für den Zeitraum t+72 bis 96 fünf Cluster. Für Mitteleuropa ergeben sich aber keine signifikanten Unterschiede. Für den Zeitraum von Sonntag 00 bis Dienstag 00 UTC gibt es drei Cluster. Dabei liegt die deutliche Mehrheit der Member in Cluster 1, in der auch die Version des heutigen Hauptlaufs enthalten ist. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Freitag sind im höheren Bergland Sturmböen Bft 8 bis 9 aus Südwest wahrscheinlich. Sonst treten voraussichtlich keine signifikanten Wettererscheinungen auf. Am Samstag und in der Nacht zum Sonntag kommt es an den Alpen und im Alpenvorland zu länger andauerndem Schneefall. Dabei sind vor allem am östlichen Alpenrand Neuschneemengen zwischen 10 und 15, in Staulagen um 20 cm in 12 bis 18 Stunden wahrscheinlich. Am Sonntag tagsüber gibt es wahrscheinlich keine markanten Wettergefahren. In der Nacht zum Montag kommt es mit den von Westen übergreifenden Niederschlägen zunächst zu Schneefall, in den Frühstunden und am Montag geht dieser von Westen in tieferen Lagen in Regen über. Dabei besteht teils Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen. In einigen Staulagen der Mittelgebirge und an den Alpen sind markante Neuschneemengen nicht ausgeschlossen. Insgesamt ist die Entwicklung in der neuen Woche aber noch sehr unsicher. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Zunächst MOS-Mix, ab Montag MOS-EZMW, EZMW-EPS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger |
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