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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 22.05.2019 um 10.30 UTC



Wechselhaft und mäßig warm.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 29.05.2019


Am Samstag , zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, liegt nach IFS Deutschland in
einer schwachen nordwestlichen bis nördlichen Strömung am Rande eines
Skandinavientiefs. Dieses lenkt von Norden her recht kühle Luft ins Land,
während über dem Süden noch mäßig warme Luft lagert. In der mittleren
Troposphäre herrschen nur schwache Druckgegensätze zwischen einem Trog über
Skandinavien und Höhentiefs über Frankeich, dem westlichen Mittelmeer und
Osteuropa. Über den Britischen Inseln liegt dagegen ein Keil. Bei uns kann es
vor allem in der Mitte und im Süden an einer schwachen Kaltfront zu Schauern und
Gewittern kommen, ansonsten zeigt sich im Süden auch mal die Sonne, während in
den Norden viel tiefe Bewölkung gelangt.
Am Sonntag schwenkt ein Kurzwellentrog über Südskandinavien hinweg und über
unserem Land stellt sich zunehmend eine westliche Höhenströmung ein. Mit etwas
Druckfall über den Britischen Inseln dreht auch der bodennahe Wind auf West. Der
Trog löst nicht allzu viele Schauer aus, vielmehr ist es bei weiterhin mäßig
warmem, im Norden auch kühlem Temperaturniveau meist bewölkt und unbeständig.
Am Montag schwenkt ein weiterer flacher Trog über den Norden, mit diesem gelangt
auch das Regengebiet einer Kaltfront in die Nordwesthälfte. Im Süden gibt es nur
einzelne Schauer oder Gewitter. Zwischen tiefem Luftdruck über dem gesamten
Norden Europas und Hochdruck über den Azoren kommt der Wind weiterhin aus West.
Am Dienstag kommt es zu einer markanten Austrogung über dem Westen Europas und
es entwickelt sich ein kräftiges Tief über den Britischen Inseln. Damit dreht
der Wind im Nordwesten etwas auf Südwest, im übrigen Land ist es schwachwindig.
Die Kaltfront liegt zunehmend höhenströmungsparallel, so dass sie kaum noch
vorankommt. In ihr kann es zu leichter Wellenbildung kommen, so dass es vom
Südwesten über die Mitte bis in den Osten auch mal kräftiger regnen kann.
Am Mittwoch weitet sich der Trog weiter nach Süden aus und kommt vor allem
ostwärts voran, so dass wir immer mehr in dessen Zentrum gelangen, allerdings
bis zum Abend noch im Bereich einer diffluenten Südwestströmung. Das Tief
verlagert sich in die Nordsee und der Westwind nimmt zu. Die zunächst noch über
Deutschland liegende Kaltfront kommt nur langsam nach Südosten voran, eine
weitere greift auf den Nordwesten über. Hinter dieser fließt maritime Kaltluft
in den Nordwesten mit 0 Grad in 850 hPa. Dort wird es mit Höhenkaltluft auch
zunehmend labil. Generell ist es unbeständig mit Regenfällen.
In der erweiterten Mittelfrist gelangt zunächst der Trog mit der Höhenkaltluft
zu uns, wird aber rasch von einem Rücken und Zwischenhocheinfluss verdrängt. Der
nächste Trog steht aber schon vor der Haustür.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Abgesehen von Detailunterschieden weist der aktuelle IFS-Lauf eine recht hohe
Konsistenz auf. Zur Mitte der kommenden Woche zeigt dann der jüngste Lauf eine
stärkere Austrogung nach Süden mit insgesamt kälterer Luftmasse, die dann auch
nach Mitteleuropa vordringt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Insgesamt zeigen die vorliegenden Globalmodelle recht ähnliche Entwicklungen,
wenn man mal von Details absieht. Im Wesentlichen handelt es sich um eine leicht
mäandrierende Westlage mit flachen Trögen und Rücken bei meist mäßig warmem, im
Süden mitunter auch mal warmem Temperaturniveau. Dabei ziehen immer wieder
Niederschlagsgebiete durch. Etwas abweichend davon zeigt IFS die schon oben
erwähnte stärkere Austrogung nach Mitteleuropa. ICON hat dagegen zur Mitte der
kommenden Woche eine glattere Westlage im Programm, die relativ weit im Norden
liegt, so dass es im Süden recht warm würde.
Auch in der erweiterten Mittelfrist zeigen GFS, GEM und IFS keine durchgreifende
Änderung. Dabei würde es nach GEM und IFS tendenziell noch etwas kühler, bei GFS
bliebe das Temperaturniveau in etwa erhalten.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Das IFS-Ensemble verteilt sich im Zeitraum auf vier Cluster, die sich bei der
groben Entwicklung ähneln. C1 (19 Mitglieder) zeigt dabei zur Mitte der
kommenden Woche einen recht breiten Trog, der nicht so weit nach Süden
ausgreift. C2 und C3 (zusammen 25 Mitglieder, Hauptlauf, Kontrolllauf) zeigen
den oben beschriebenen weiter nach Süden ausgreifenden Trog. C4 (7 Mitglieder)
hat dagegen einen flachen Trog im Angebot.
In der erweiterten Mittelfrist gibt es zwei Cluster. Sie zeigen zyklonale und
damit eher von Trögen beeinflusste Westlagen.
Die Rauchfahnen für Erfurt zeigen leicht mäandrierende Kurven der Temperatur und
des Geopotenzials mit insgesamt leicht absinkender Tendenz. So nähert sich der
Schwerpunkt der Temperaturkurven Mitte der kommenden Woche 2 Grad in 850 hPa,
das Potenzial in 500 hPa etwas mehr als 550 gpdam. Die Unsicherheiten nehmen vor
allem bei der Temperatur ab Sonntag stark zu, wobei zumindest sehr warme
Varianten fehlen. Vor allem ab kommendem Montag nehmen die Niederschlagssignale
wieder zu.
Die Rauchfahnen des GFS zeigen vor allem am Wochenende noch geringfügig höheres
Potenzial und geringfügig höhere Temperatur, dann aber auch den Rückgang wie bei
IFS, im Laufe der nächsten Woche aber auch schon wieder einen etwas stärkeren
Anstieg. Der Hauptlauf liegt beim GFS eher am warmen Rand, bei IFS dagegen eher
am kalten Rand. Insgesamt ist also GFS schon etwas wärmer aufgestellt.
Niederschlagssignale tauchen vor allem ab Montag auf, allerdings etwas schwächer
als beim IFS.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am kommenden Sonntag zeigt der EFI im Nordosten ein leichtes Signal für Wind.

Wind:
Am Sonntag zeigen Cosmo-LEPS und IFS-EPS erhöhte Wahrscheinlichkeiten für
stürmische Böen im Nordosten.
Ab Mittwoch nächster Woche zeigt IFS-EPS erneut geringe Wahrscheinlichkeiten für
stürmische Böen im Westen.

Regen:
Cosmo-LEPS bringt von Samstag, 12 UTC bis Sonntag, 12 UTC eine geringe
Wahrscheinlichkeit für mehr als 30 l/qm Regen an den Alpen.

Gewitter:
In den kommenden Tagen simuliert IFS-EPS immer wieder geringe CAPE-Werte, vor
allem in der Mitte und im Süden. Nach schwereren Gewitterlagen sieht es aber
nicht unbedingt aus.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann


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