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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 06.04.2020 um 10.30 UTC



Teils frühsommerlich warm. Ostern leicht wechselhaft und insgesamt etwas
zurückgehende Temperaturen, danach wieder wärmer.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 13.04.2020


Am Donnerstag und Freitag liegt Deutschland an der Südflanke eines vom
Seegebiets nördlich von Schottland über die nördliche Nordsee hinweg sich
ostwärts verlagernden Bodenhochs. Dieses Hoch wird durch einen breiten Rücken
gestützt, der allerdings durch kurzwellige Keil-Trog-Strukturen überlaufen wird.
Einer dieser Kurzwellentröge streift am Donnerstag den Nordosten Deutschlands.
Diesem Trog ist eine Kaltfront vorgelagert, die am Donnerstag den Norden
Deutschlands erfasst. Dabei beschränkt sich die Wetterwirksamkeit der stabilen
Front im Wesentlichen auf mehrschichtige Bewölkung; nennenswerte Niederschläge
sind nicht in Sicht. Bedingt durch diese Frontpassage ergibt sich eine Differenz
von ca. 10 K zwischen dem Nordosten und dem Südwesten Deutschlands bzgl. der
Temperaturen im 850 hPa-Niveau. Dabei wird es im Süden und Südwesten bereits
frühsommerlich warm.
Am Samstag wird ein weiterer Kurzwellentrog in die Nordsee gesteuert. Das bisher
wetterbestimmende Hoch wird nach Osteuropa abgedrängt. In Verbindung mit einem
über Südskandinavien schleifenden Frontensystem können auch ganz im Norden
geringe Niederschläge aufkommen. Dieser Trog streift am Sonntag den Norden
Deutschlands, aber auch in den anderen Gebieten setzt sich eine schwache
westliche und leicht mäandrierende Strömung durch. Im Norden und Nordosten sind,
bedingt durch ein schleifendes Frontensystem, zeitweise Niederschläge zu
erwarten. In den Süden und Westen wird etwas labilere Luft eingesteuert, so dass
sich bevorzugt über dem Bergland Schauer und einzelne Gewitter entwickeln
können. Gleichzeitig weitet sich, ausgehend vom mittleren Nordatlantik, ein
Höhenkeil bis nach Grönland aus. An dessen Vorderseite entwickelt sich über dem
Nordmeer ein Bodenhoch, das sich am Montag mit einem Keil bis nach
Südskandinavien ausweitet. An dessen Südflanke stellt sich über dem Norden
Deutschlands eine nordöstliche bodennahe Windkomponente ein, wodurch wieder
kühlere Luft advehiert wird. Dort sowie in den östlichen Landesteilen muss
erneut mit leichtem, in Bodennähe auch mäßigem Frost gerechnet werden.
In Verbindung mit einem Höhentief vor der Bretagne und einem Langwellentrog über
Nordosteuropa ergibt sich ein Viererdruckfeld und hierdurch über Deutschland
Ansätze zu einer frontogenetischen Situation. Die Niederschläge über dem Norden
und Osten Deutschlands dürften sich hierdurch verstärken.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum verlagert sich ein
blockierendes Hoch (das aus dem o.g., nach Grönland reichenden Keil hervorging)
von der Nordsee nach Südskandinavien und etabliert sich nachfolgend über
Mitteleuropa. Das korrespondierende Bodenhoch etabliert sich über Skandinavien
und hält frontale Prozesse von Mitteleuropa fern. An dessen Südflanke dringt am
Dienstag in den Norden und Nordosten und danach auch in den Südosten bodennah
Kaltluft ein, so dass sich in diesen Gebieten in den Nächten leichter und am
Erdboden verbreitet mäßiger Frost einstellt. Vorübergehend gehen aber auch im
Westen und Südwesten die Temperaturen etwas zurück, steigen aber zur Wochenmitte
hin wieder etwas an.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis einschließlich Freitag ist der aktuelle Lauf gegenüber den beiden gestrigen
Modellrechnungen weitgehend konsistent. Allerdings deutet sich bereits am
Freitag an, dass die Kaltluft im Nordosten Deutschlands weiter in Richtung Mitte
vordringt als am Vortag noch anzunehmen war.
Ab Sonntag ergeben sich deutlichere Unterschiede. Der Kurzwellentrog, den der
gestrige 00 UTC-Lauf noch im Programm hatte, ist einem flachen Rücken beim
aktuellen Lauf gewichen. Hinsichtlich der großräumigen Strukturen sind die
Modellunterschiede jedoch gering. Am Montag entwickeln auch die beiden
Modellläufe des Vortages über Nordeuropa ein Bodenhoch.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum lässt der heutige 00 UTC-Lauf
die Kaltluft, die aus dem Hoch über Nordeuropa ausfließt, am weitesten nach
Westen vorstoßen. Das blockierende Höhenhoch, das das Bodenhoch stützt, ist beim
aktuellsten Modelllauf am schwächsten ausgeprägt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Bis einschließlich Freitag zeigen sich bzgl. der Geopotentialverteilung keine
signifikanten Unterschiede zwischen den verfügbaren Modellen. Allerdings ergeben
sich in Bezug auf das Bodendruckfeld deutliche Differenzen. Hier ist EZMW am
antizyklonalsten geprägt, wogegen nach ICON und nach dem Modell des kanadischen
Wetterdienstes auf den Norden und nach GFS von Westen her Tiefdruckeinfluss
übergreift. Ab Samstag lassen sich kaum noch Ähnlichkeiten zwischen den
Modellrechnungen der einzelnen Wetterzentren feststellen. Somit bleibt nur,
einen eher unbeständigen Wettercharakter zu beschreiben. Bis Montag wird aber
von EZMW, ICON und dem kanadischen Modell ein sich von den Britischen Inseln
(oder dem Nordmeer) nach Skandinavien ausweitendes Bodenhoch gerechnet. An
dessen Südflanke stößt Kaltluft (ausgeprägter nach ICON und nach dem kanadischen
Modell als nach EZMW) von Norden her nach Deutschland vor.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum wird dann nach allen Modellen
durch ein blockierendes Hoch, das sich über Mitteleuropa etabliert, die Kaltluft
nach Osten abgedrängt, so dass sich erneut ein Temperaturanstieg (nach EZMW und
nach dem kanadischen Modell rascher als nach GFS) einstellt.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Das EPS des GFS folgt nicht dem hauseigenen deterministischen Modell und zeigt
eine Frontalzone, die sich, zonal ausgerichtet, aber leicht mäandrierend, von
Schottland über Südskandinavien hinweg nach Westrussland durchsetzt. Bis
einschließlich Freitag divergieren die Einzellösungen nur wenig, danach zeichnet
sich ein Trend zu tieferem Geopotential, etwas niedrigeren Temperaturen und
vermehrten Niederschlagssignalen ab. Ein Kälteeinbruch mit Temperaturen, die im
850 hPa-Niveau unter -5 Grad zurückgehen, wird nur von 1 bis 2 Einzellösungen
gezeigt.
Das EPS des EZMW zeigt ebenfalls über Ostern keine eindeutigen Strukturen.
Danach wird wie bei den meisten deterministischen Modellen eine erneute
Blockierung ins Spiel gebracht, so dass sich nach Ostern wieder ein beständiger
Witterungsabschnitt mit ab der Wochenmitte allmählich ansteigenden Temperaturen
einstellen dürfte. Nur ein mit 6 Membern schwach relativ besetztes Cluster hat
über Mitteleuropa eine Troglage im Programm. Ab Ostern divergieren die
Einzellösungen deutlich, wobei nach Nordosten hin die beiden ungestörten Läufe
mal auf der warmen und mal an der kalten Seite der Verteilung und sonst aber im
Wesentlichen an deren warmen Rand zu finden sind. Zu Ostern sind die
Niederschlagssignale noch am ausgeprägtesten, wenngleich auch beim EPS des EZMW
keine Signale für kräftigere Niederschläge zu finden sind. Danach zeichnet sich
ein leichter Temperaturanstieg (aber nicht mehr bis auf das aktuelle Niveau) ab,
der mit abnehmenden Niederschlägen einhergeht.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Aufgrund der ruhigen Hochdruckrandlage sind vorerst keine markant zu
bewarneneden Wetterereignisse in Sicht. Erst am Wochenende können über den
westlichen und südwestdeutschen Mittelgebirgen einzelne Gewitter auftreten,
wobei die Wahrscheinlichkeit hierfür gering ist.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EPS(EZMW), anfangs auch MOS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann


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