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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 11.01.2026 um 10.30 UTC



In der Nordwesthälfte eher unbeständig, in der Südosthälfte eher antizyklonal
geprägt. Ruhig, ohne signifikante Wetterereignisse und ohne neuerlichen
Wintereinbruch.
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Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 18.01.2026


Am Mittwoch liegt Deutschland in einer zonal orientierten Grundströmung. Ein
Kurzwellentrog überquert den Vorhersageraum von West nach Ost. Damit in
Verbindung steht ein Bodentief, das sich unter Abschwächung von Südnorwegen
ostwärts verlagert. Zunächst liegt Deutschland im Warmsektor, ehe im weiteren
Verlauf die Kaltfront Deutschland von Nordwest nach Südost überquert und
Niederschläge bringt. Im Westen gibt es zuvor zweistellige Höchstwerte.
Am Donnerstag zieht ein flacher Rücken ostwärts, während sich ein kurzwelliger
Trog über der Nordsee befindet. Dieser schiebt eine bereits okkludierte Front in
den Westen Deutschlands, die unter Abschwächung bis zum Abend ostwärts
vorankommt. Viel Niederschlag wird damit nicht erwartet. Der Süden bleibt
hingegen antizyklonal geprägt.
Im Tagesverlauf kann über dem nahen Ostatlantik ein Höhentrog stärker
amplifizieren, sodass die Höhenströmung stromab über Deutschland auf Süd-Südwest
dreht und in der Nacht ein neuer Schwall Warmluft advehiert wird.
Am Freitag verbleibt der stark amplifizierte Trog über Westeuropa, während
Deutschland auf dessen Vorderseite in einer süd-südwestlichen Strömung liegt.
Ein kurzwelliger Anteil auf der Trogvorderseite zieht von Süd nach Nord und
bringt der Westhälfte des Landes etwas Niederschlag. Während die Südosthälfte
freundlicher, meist trocken, aber auch kälter bleibt (Nachtfröste und 2 bis 7
Grad), gibt es in der Nordwesthälfte bei besserer Durchmischung mildere Werte (8
bis 11 Grad und frostfrei).
Am Wochenende bleibt die stark amplifizierte Lage erhalten. Über Osteuropa liegt
ausgehend vom östlichen Mittelmeerraum ein Höhenkeil, während sich über
Westeuropa ein bis nach Westafrika reichender Höhentrog erstreckt. Deutschland
befindet sich zwischen diesen beiden Schwergewichten, wobei die Nordwesthälfte
eher zyklonal, die Südosthälfte hingegen leicht antizyklonal geprägt ist.
In der erweiterten Mittelfrist beginnt sich die Höhenströmung zu Beginn der
Woche vorübergehend wieder etwas zu zonalisieren, ehe sich in Richtung
Wochenmitte erneut eine stark amplifizierte Höhenströmung einstellt, mit einem
weit nach Süden reichenden Höhentrog über Westeuropa und einem vom östlichen
Mittelmeerraum bis nach Finnland reichenden Höhenkeil.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die grundlegende Entwicklung wird zunächst ähnlich simuliert. Im Detail ergeben
sich jedoch bereits von Beginn an Differenzen. Dies betrifft beispielsweise, wie
stark der am Mittwoch über Deutschland hinwegziehende Kurzwellentrog
amplifiziert ist. So zeigt der neueste ECMWF-Lauf einen flacheren Trog, der
folglich auch rascher über Deutschland hinwegzieht als in den Vorläufen.
Die nachfolgende Amplifizierung des Westeuropatroges wird von allen Modelläufen
gezeigt, allerdings bestehen auch hier noch Unterschiede hinsichtlich der
genauen Ausrichtung und der sich daraus für Deutschland ergebenden
Strömungsrichtung. Daran gekoppelt sind zudem die Temperaturentwicklung sowie
die Wirksamkeit vorderseitig ablaufender kurzwelliger Anteile.
Die anschließende Zonalisierung zu Beginn der neuen Woche wird erneut von allen
Vorläufen simuliert. Die danach folgende erneute starke Amplifizierung ist
hingegen nur im aktuellen Lauf zu sehen.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Vergleicht man die verschiedenen Globalmodelle, lässt sich ebenfalls eine
grundlegende Einigkeit hinsichtlich der Entwicklung der Großwetterlage
feststellen. So zeigen alle Modelle zur Wochenmitte eine eher zonale
Grundströmung sowie einen Kurzwellentrog, der Deutschland überquert. Abhängig
von der Stärke der Amplifizierung dieses Troges simulieren die Modelle jedoch
einen unterschiedlichen zeitlichen Ablauf der Überquerung, zudem sind auch die
Niederschläge unterschiedlich stark ausgeprägt. GFS zeigt beispielsweise nur
einen sehr flachen Kurzwellentrog, während der Trog bei ICON etwas stärker
amplifiziert ist als im ECMWF-Modell.
Die Meridionalisierung der Wetterlage durch eine Amplifizierung des
Trog-/Keilmusters in Richtung Wochenende ist in allen Globalmodellen zu finden.
Abgesehen von kleineren Differenzen stellen sich die führenden Globalmodelle
hierbei sehr ähnlich dar. Einzig GFS fällt etwas aus dem Rahmen, mit einem
Höhentief, das über Osteuropa in Richtung Baltikum zieht und damit über
Deutschland zu einem Verlust des Gradienten in der Höhenströmung führt (nicht
mehr süd- bis südwestlich, sondern gradientschwach).
In der neuen Woche ergeben sich dann größere Unsicherheiten.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen des ECMWF zeigen einen recht gebündelten Verlauf. Der Durchgang
des Kurzwellentroges am Mittwoch weist aufgrund des Spreads der
850-hPa-Temperatur noch Unsicherheiten auf. Die Amplifizierung dieses
Kurzwellentroges wurde bereits im Konsistenzteil angesprochen: Der Hauptlauf
zeigt einen sehr stark amplifizierten Trog, während andere Ensemblemitglieder
auch deutlich flachere Kurzwellentröge simulieren.
Der Mildschub durch die süd-südwestliche Höhenströmung zum Wochenende findet
sich ebenfalls in den Rauchfahnen wieder. Haupt- und Kontrolllauf bewegen sich
dabei im Bereich des Ensemblemedians.
Im weiteren Verlauf in Richtung neue Woche nimmt der Spread etwas zu, insgesamt
ergibt sich jedoch weiterhin ein recht einheitliches Bild. Die vom Hauptlauf
gezeigte neuerliche starke Amplifizierung des Trog-Keil-Musters zur Wochenmitte
bleibt zunächst ein Ausreißer, was sich darin zeigt, dass die 850-hPa-Temperatur
am oberen Rand des Modellensembles liegt.
Das Clustering für den Zeitraum +120 h (Fr 00 UTC) bis +168 h (So 00 UTC) bietet
drei Lösungen an. Diese sind für Mitteleuropa im grundlegenden Erscheinungsbild
recht ähnlich. Unterschiede ergeben sich vor allem in Stärke, Amplifizierung und
Achsenstellung des Westeuropatroges. Haupt- und Kontrolllauf sind dem stärksten
Cluster 1 zugeordnet, das einen sehr stark bis nach Afrika reichenden Trog
zeigt. Cluster 2 ist ähnlich stark besetzt, zeigt den Trog jedoch weniger weit
nach Süden reichend.
Im Zeitraum +196 h (Mo 00 UTC) bis +240 h (Mi 00 UTC) ergeben sich erneut drei
Cluster. Alle zeigen eine starke positive Geopotentialanomalie über Osteuropa
sowie eine negative Anomalie über Westeuropa. Unterschiede bestehen darin, wie
weit westlich der Trog verbleibt bzw. wie stark dessen Einfluss auf Deutschland
ausgreift.
Das GFS-Ensemble zeigt ebenfalls einen recht gebündelten Verlauf von
Geopotential und Temperatur. Der Kurzwellentrog am Mittwoch wird im Mittel
flacher dargestellt, wobei der vorhandene Spread auch hier noch einen gewissen
Spielraum erkennen lässt. Ab dem Wochenende und zu Beginn der neuen Woche nimmt
der Spread allgemein zu. Haupt- und Kontrolllauf bewegen sich dabei am unteren
Rand des Spreads von T850 und H500.
FAZIT:
Nach dem brisanten Wochenstart beruhigt sich das Wettergeschehen in der
Mittelfrist deutlich. Einer zunächst zonalen Großwetterlage mit der Passage
eines Kurzwellentroges am Mittwoch folgt in Richtung Wochenende eine deutliche
Amplifizierung eines westeuropäischen Troges bis nach Westafrika sowie eines
Keils über Osteuropa, sodass die Höhenströmung über Deutschland auf Süd-Südwest
dreht.
Nach einer kurzen Zonalisierung zu Beginn der neuen Woche könnte sich die
Amplifizierung anschließend erneut einstellen. Deutschland liegt dabei meist
"zwischen den Stühlen": In der Nordwesthälfte ist es häufiger unbeständig und
milder, in der Südosthälfte eher antizyklonal geprägt und kälter mit
Nachtfrösten. Im Vergleich zur aktuellen Lage kann die Mittelfrist insgesamt als
eher ruhig, ohne signifikante Wettergefahren und ohne neuerlichen
Wintereinbruch, bezeichnet werden.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Mittwoch kann es anfangs im Nordosten noch Glatteis geben, ehe sich auch dort
die Glättesituation entspannt. Auf den Bergen und auf der Nordsee sind markanten
Böen zu erwarten.

Ab Donnerstag lassen sich keine markanten Wettererscheinungen mehr finden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
ECMWF-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marcus Beyer


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