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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 05.03.2026 um 10.30 UTC



Zunächst stabile Omegalage, ab Sonntag langsamer Umbau der Großwetterlage -
zunehmend unbeständiger, weiterhin mild bis warm.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 12.03.2026


Betrachtet man die nordhemisphärische Zirkulation, so ist der troposphärische
Polarwirbel in zwei Hälften geteilt: ein sibirischer Teil und ein weiterer Teil
über Nordostkanada. Letzterer facht die Tiefdruckbildung über dem Atlantik an,
auf deren Vorderseite Mitteleuropa bereits seit Längerem unter kräftiger WLA
liegt. Dabei ergibt sich für Europa ein Omega-Blocking, das zumindest den ersten
Teil der Mittelfrist bestimmt.

Zu Beginn der Mittelfrist liegt der Schwerpunkt des blockierenden Hochs über
Osteuropa. An seiner Westflanke befindet sich ein sehr schwacher Kaltlufttropfen
über Dänemark, der sich langsam südsüdöstlich verlagert. Er labilisiert die Luft
über Deutschland etwas. Obwohl nicht viel CAPE simuliert wird, rechnen Modelle
mit einzelnen Schauern. Über Mitteleuropa ist eine für die Jahreszeit
ungewöhnlich warme Luftmasse subtropischen Ursprungs mit 850-hPa-Temperaturen um
5 °C wirksam.

Zu Beginn der neuen Woche schwächt sich der Block weiter ab und verlagert sich
nach Osten. Von einem vom Atlantik näherrückenden Trog spaltet sich ein
Cut-Off-Tief über der westlichen Iberischen Halbinsel ab. Deutschland verbleibt
unter schwachgradientigen Verhältnissen im Einflussbereich der subtropischen
Luftmasse. Der angesprochene sehr schwache Kaltlufttropfen zieht nach Osten ab.
Dabei werden über Deutschland nur wenige 100 J/kg CAPE simuliert, sodass es zu
Schauern und einzelnen Gewittern kommen kann.

Ab Mitte der kommenden Woche beginnt sich die Wetterlage umzustellen. Das
beschriebene Cut-Off-Tief zieht nach Marokko. Das blockierende Hoch wird in
seinem Nordteil abgebaut bzw. verlagert sich weiter nach Russland. Somit stellt
sich über Europa eine zunehmend zonale Lage mit einer weit im Norden liegenden
Frontalzone ein. Der Süden Deutschlands ist dabei noch überwiegend antizyklonal
geprägt, während der Norden wiederholt von Kurzwellentrögen gestreift wird.
Dabei fließt etwas kühlere Meeresluft ein.

In der zweiten Wochenhälfte verstärkt sich der Tiefdruckeinfluss über dem
Nordatlantik und es entwickelt sich stromabwärts ein neuer Langwellentrog.
Mitteleuropa gelangt dabei auf dessen Vorderseite, ehe zum Wochenende der Trog
mit deutlicher Abkühlung übergreift.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Es gibt keine signifikanten Unterschiede zu den Vorläufen. Die Position des
schwachen Kaltlufttropfens über dem Norden Deutschlands variiert noch etwas von
Lauf zu Lauf. Das Muster zur Änderung der Großwetterlage ab Mitte der Woche wird
beibehalten.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die GFS-Simulation zeigt die Lage bis Mittwoch im Wesentlichen ähnlich. Es lässt
jedoch im weiteren Verlauf ein blockierendes Hoch in Nordosteuropa entstehen,
wodurch wir längere Zeit auf der Trogvorderseite unter massiver WLA bleiben
würden.

ICON lässt den Block über Nordosteuropa bestehen, wodurch der Trog auf dem
Atlantik verbleiben würde. Deutschland würde weiterhin von schwachen
Kaltlufttropfen beeinflusst werden, die um das blockierende Hoch ziehen.

Die AI-Modelle bevorzugen überwiegend die IFS-Variante mit Abbau des
osteuropäischen Blocks und Übergang zu einer Zonalisierung zur Mitte der Woche.
In der erweiterten Mittelfrist zeigen sie dann das Übergreifen eines mehr oder
weniger intensiven Troges auf Mitteluropa.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen der 850-hPa-Temperatur zeigen bereits ab Sonntag einen erhöhten
Spread im Norden, was auf Prognoseunsicherheiten bezüglich des schwach
ausgeprägten Kaltlufttropfens hinweist. Ansonsten sind die Rauchfahnen bis
Mittwoch erstaunlich dicht gebündelt. Ab Montag nehmen jedoch die schwachen
Niederschlagssignale zu. Ab Mittwoch nimmt auch der Spread deutlich zu. Dabei
befinden sich der IFS- und der AIFS-Hauptlauf am Ende des Vorhersagezeitraums am
unteren Rand der Ensembles.

Der überwiegende Teil der Cluster zeigt zur Mitte der kommenden Woche eine
Zonalisierung. Im weiteren Verlauf zeigen bis auf einen Cluster mit nur vier
Mitgliedern alle Cluster eine positive Geopotentialanomalie über Nordosteuropa.
Ob der Trog dabei nach Mitteleuropa rutscht oder wir auf der Vorderseite
bleiben, wird in den Clustern unterschiedlich behandelt.

Fazit: Die Position des schwachen Kaltlufttropfens und die damit verbundene
Schauer- und Gewitterneigung sind ab Sonntag noch unsicher. Ansonsten ist das
Muster bis Mitte der kommenden Woche relativ sicher: langsamer Abbau des
Osteuropablocks, Zonalisierung hin zu einer antizyklonalen Westlage mit
überwiegend schwachgradientigem Hochdruck im Süden und wiederholt schwachen
Trögen im Norden. Dabei bleibt es trotz leichter Abkühlung für die Jahreszeit zu
warm.
Danach ist die wahrscheinlichste Variante, dass ein Atlantiktrog näher rückt und
sich eine Blockierung über Nordosteuropa einstellt. Ob der Trog dabei auf
Mitteleuropa übergreift und für wechselhaftes und deutlich kühleres Wetter
sorgt, oder ob wir auf dessen Vorderseite in warmer Luft verbleiben, ist noch
offen. _________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Ab Sonntag besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit einzelner Gewitter mit
Starkregen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ab Mittwoch IFS-ENS, MOS-MIX.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Markus Eifried, Christian Herold


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